Raoul Meister fit für Wiedenbrück

Philipp Ziser
Foto: Walter Fischer
  • Die TSG Sprockhövel empfängt am Samstag den SC Wiedenbrück um 14 Uhr
  • Sprockhövel ist sieglos, zuletzt starke Leistungen machen aber Hoffnungen auf einen Erfolg
  • Wichtig für die TSG ist, dass Abwehrchef und Kapitän Raoul Meister sich fit gemeldet hat

Das ist eine Nachricht, die der TSG Sprockhövel ganz viel Hoffnung macht: Kapitän, Co-Trainer und Abwehrchef Raoul Meister hat sich für seinen zweiten Regionalliga-Einsatz fit gemeldet. Ob er von Anfang an aufläuft, überlasst Trainer Andrius Balaika Meister selbst: „Er entscheidet am Freitagabend oder am Samstag, ob er von Beginn an spielt oder ob er auf der Bank sitzt.“

Denn seine Bedeutung für die Mannschaft sei gar nicht hoch genug zu bewerten, findet Balaika: „Es geht nicht nur um die sportliche Präsenz. Er kann die Mannschaft auch in den schwierigen Phasen eines Spiels führen.“ Auch wenn das Regionalliga-Debüt der Nummer sieben beim 1:4 in Siegen gehörig missriet, war er dabei noch einer der Besseren in Blau. Es war der bisherige Tiefpunkt in der noch kurzen Sprockhöveler Regionalliga-Historie.

Balaika macht keinen Druck

Auch wenn es seitdem drei weitere Niederlagen gab (gegen Wattenscheid, in Oberhausen und in Mönchengladbach) ist das Leistungs- und Stimmungstief überwunden. Sowohl bei RWO als auch bei Spitzenreiter Borussia präsentierte sich Sprockhövel mutig, aggressiv, spielfreudig, auf alle Fälle regionalligatauglich – wenn man die Ergebnisse außen vor lässt. Denn in der wichtigsten Spalte der Tabelle steht für die TSG bislang „3“, resultierend aus drei Unentschieden. Kein Sieg, sieben Niederlagen. Die Nichtabstiegsplätze – soweit zu diesem Saisonzeitpunkt schon abzusehen – sind zehn Punkte weit weg. Wenn die TSG nicht eine ganze Menge Freundschaftsspiele zum Saisonausklang haben will, sollte sie langsam nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Tabelle Konkurrenzfähigkeit beweisen.

Am besten mit einem Heimsieg am Samstag, 14 Uhr, im Baumhof-Stadion gegen den SC Wiedenbrück. Andrius Balaika liegt aber nichts ferner, als eine Siegpflicht auszurufen: „Die Mannschaft steht deshalb nicht mehr oder weniger unter Druck. Wiedenbrück ist ja auch keine Laufkundschaft, wir werden mindestens die Leistung der letzten beiden Spiele abrufen müssen, wenn wir in diesem Spiel etwas holen wollen.“

Bentaleb beginnt im Sturm

Die Gäste spielen seit „gefühlt zehn Jahren“ (Balaika) in der Regionalliga, haben sich dort im Mittelfeld etabliert. Der Kader besticht nicht wirklich mit großen Namen, der bekannteste Spieler im Team von Trainer Alfons Beckstedde ist vielleicht Gökhan Lekesiz. Der Ex-Duisburger ist mit drei Saisontoren bester Torschütze. Auswärts sind die Ostwestfalen stark, haben drei von fünf Spielen gewonnen, blieben nur in Dortmund ohne Punkt..

Balaika hält den Gegner für vergleichbar mit den zwei anderen Regionalligisten aus Ostwestfalen, Rödinghausen und Verl, die sich beide schon in Sprockhövel die Ehre gaben und gegen die die TSG auch näher an einem Sieg war als in allen anderen Spielen.

„Sie sind etabliert und stehen in der Tabelle gut. Das wird eine harte Nuss“, sagt Balaika, der auf Emre Demir (Adduktoren), Cedrik Mvondo (Fuß), Ciccarelli (Rote Karte in der Zweiten) und Torwart Benz (Knieprellung) verzichten muss. „Wir brauchen an diesem Tag in manchen Situationen mal ein bisschen Glück, dass wir mal vorne die Tore machen.“ Da Max Claus nach einer Trainingseinheit und 45 Minuten Pokal noch nicht wieder für die Startelf infrage kommt, wird im Angriff der zuletzt überzeugende Hatim Bentaleb beginnen – und hinten steht ja endlich wieder Raoul Meister.