Nichts spricht für Sprockhövel

Philipp Ziser
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  • Die TSG Sprockhövel nimmt am Samstag ihren zehnten Anlauf auf den ersten Sieg in der Regionalliga
  • Selten standen die Chancen schlechter: Es geht zum souveränen Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach U23
  • Demir, Claus und womöglich Dombayci werden der TSG fehlen; Budde und Heiserholt sind aber wieder dabei

Andrius Balaika gibt sich gar keine Mühe, die Lage schönzureden. Er sagt nicht, dass jedes Spiel bei 0:0 anfängt oder dass der Fußball schon alle möglichen Geschichten geschrieben hat oder so etwas, was viele Fußballer halt sagen, wenn sie nicht wissen, was sie sagen sollen.

Andrius Balaika sagt: „Wenn der Letzte in so einer Situation beim Ersten spielt, dann spricht nicht viel für den Letzten.“ Der Letzte, das ist seine TSG Sprockhövel: Neun Spiele, drei Punkte, 4:21 Tore. Der Erste, das ist der Gastgeber am Sonntag, die U23 von Borussia Mönchengladbach, die sich die Spitzenposition nur deshalb mit dem BVB teilen muss, weil sie zwei Spiele weniger absolviert hat, beziehungsweise eines weniger gewertet wurde. Denn der Auftritt der Gladbacher in Ahlen am vergangenen Freitag wurde in der Nachspielzeit abgebrochen – beim Stand von 3:2 für die Borussia, die zuvor zwei Mal in Rückstand gelegen hatte und erst durch Tore in der 86. und 93. Minute in Führung gegangen war.

Budde und Heiserholt wieder fit

Zu der obligatorischen Außenseiter-Rolle gesellen sich bei der TSG mal wieder personelle Fragen. In dieser Woche drehte sich viel ums Thema Sprunggelenk: Max Claus hat dort das Innenband angerissen, wird noch ein bis zwei Wochen fehlen. Emre Demir bekam auf diese Stelle einen Schlag im Training und fällt aus. Auch bei Orhan Dombayci litt das Sprunggelenk im Training am Donnerstag, seine Einsatzchancen beziffert Balaika immerhin auf fünfzig-fünfzig. Finn Heiserholt, der vergangene Woche krank fehlte, wird aber wieder im Kader stehen. Gleiches gilt für Jan-Niklas Budde, der sich am ersten Spieltag das Wadenbein gebrochen hatte.

Gespielt wird am Samstag (14 Uhr) nicht im Grenzlandstadion, sondern auf dem „Fohlenplatz“, unmittelbar am Borussia-Park, wo sich vor wenigen Tagen noch der FC Barcelona die Ehre gab.

Es könnte der TSG Sprockhövel vielleicht etwas Mut machen, dass Mönchengladbach zuletzt nicht unverwundbar auftrat. Zuletzt gab es die Hängepartie in Ahlen, davor verspielte BMG einen 2:0 Vorsprung gegen RW Oberhausen (die nun wirklich keine Übermacht sind, wie die Sprockhöveler am vergangenen Samstag gezeigt haben). Balaika beschreibt die Qualitäten des Gegner so: „Es ist schwer zu sagen, was sie so stark macht. Sie stehen kompakt und nutzen vorne eiskalt ihre Chancen. Die Jungs sind alle super ausgebildet. Wir müssen dort einen richtig guten Tag erwischen.“

Balaika verspricht mutigen Auftritt

An den erwähnten Auftritt in Oberhausen aber wollen die Blauen auch in Mönchengladbach anknüpfen. „Wenn wir etwas mitnehmen wollen, dann müssen wir neunzig Minuten lang mutig auftreten“, umreißt Balaika vage die Grundidee seines Matchplans.

Im Mönchengladbacher Lager geht man derweil offensichtlich nicht davon aus, dass Sprockhövel allzu aktiv an der Spielgestaltung teilnehmen wird oder auch nur will: Man erwarte einen „vermutlich sehr tiefstehenden und defensiv auftretenden Gegner“ mutmaßt die Borussia auf ihrer Homepage und zitiert dann Trainer Arie van Lent (120 Bundesliga-Spiele, Nachfolger von André Schubert bei Borussias U23): „Jede Serie bricht einmal – auch Negativserien wie die der TSG Sprockhövel. Wir werden aber alles dafür tun, dass diese Serie noch nicht am Samstag im Spiel gegen uns bricht.“

Er hätte ebenso sagen können: Auch dieses Spiel beginnt bei 0:0.