Mutmacher für Sprockhövel

Auch die Oberhausener Überzahl kann Dauerbrenner Wasilewski hier nicht am Abschluss hindern – er trifft den Ball mit der linken Picke aber nicht richtig.
Auch die Oberhausener Überzahl kann Dauerbrenner Wasilewski hier nicht am Abschluss hindern – er trifft den Ball mit der linken Picke aber nicht richtig.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Die 1:2-Niederlage in Oberhausen hat die Stimmung bei der TSG eher verbessert als verschlechtert
  • Sprockhövel hat sich nach einigen schwachen Spielen wieder regionalligatauglich präsentiert
  • Nicht nur das Tor, auch der Gesamtauftritt erinnerten an die starke TSG aus der Aufstiegssaison

Wer die TSG Sprockhövel sehr gut kennt, hätte ahnen können, was passieren würde, als sich Adrian Wasilewski, Tim Dudda und Christian März in der 75. Minute den Ball zurechtlegten. Doch die Verteidiger von RW Oberhausen hatte offensichtlich kein Videostudium der Sprockhöveler Oberligaspiele betrieben und konnten die TSG nicht stoppen. März und Wasilewski liefen über den Ball, statt zu schießen spielte Tim Dudda rechts an der Mauer vorbei, Wasilewski passte quer auf den eingelaufenen und ganz freien März, Tor Sprockhövel.

„Das mussten wir nicht oft trainieren“, verriet Vorbereiter Wasilewski nach dem Spiel, „die Variante ist noch aus der letzten Saison. Die hat in Hamm schon funktioniert.“ Fast wäre es dazu gar nicht gekommen. „Wir dachten erst, es klappt nicht, weil ein Verteidiger da stand. Der ging dann aber weg.“ Und machte die Bahn frei fürs 1:1.

Als nächstes geht’s zum Spitzenreiter

Für wenige Minuten war die TSG danach ganz nah dran an der Überraschung, mindestens einen Punkt aus dem Stadion Niederrhein mitzunehmen. Ein später Strafstoß kostete die Blauen aber noch den verdienten Punkt. „Rot-Weiß war nicht besser als wir“, ärgerte sich zum Beispiel Stürmer Hatim Bentaleb. „Das war ein sehr gutes Spiel. Wir haben es geschafft, situativ gut zu pressen und nicht mehr blind anzurennen“, beschrieb er den Unterschied beispielsweise zum Wattenscheid-Spiel, als die Stürmer zwar auch dem gegnerischen Torwart noch versuchten den Ball abzujagen, der Gegner aber nie Probleme hatte, sich spielerisch zu befreien. In Oberhausen aber passte die Raumaufteilung, Rot-Weiß spielte Fehlpässe, verlor Zweikämpfe und Sprockhövel geriet mehrfach schon in der gegnerischen Hälfte in Ballbesitz. Es waren sowohl beim Torerfolg als auch in der Spielgestaltung also die alten Rezepte, mittels derer die TSG sich am Samstag regionalligatauglich präsentierte, wie auch RWO-Trainer Terranova lobte.

Die Erfahrung, mithalten zu können, spiegelte sich nicht nur auf den Rängen wieder (aus dem TSG-Block gab es Applaus für die kämpferisch und spielerisch starke Vorstellung), sondern auch in der Wahrnehmung der Spieler. Nicht nur Hatim Bentaleb hatte ein „gutes Gefühl“, sondern auch Kapitän Adrian Wasilewski, der schon unmittelbar nach Abpfiff sagte: „Diese gute Mannschaftsleistung ist auf jeden Fall positiv für uns. Wir haben die Zweikämpfe angenommen und waren nicht mehr so passiv.“ Dass der Gegner dann noch so einen Strafstoß bekomme, sei bitter: „Jetzt müssen wir es schaffen, die individuellen Fehler abzustellen.“

Wenn einer wissen muss, was besser und was schlechter war, dann Wasilewski: Er ist der einzige Spieler im TSG-Kader, der bisher in jeder Minute auf dem Feld stand.

Unterm Strich nahm die TSG zwar keine Punkte aus Oberhausen mit, schöpfte aber eine Menge Selbstvertrauen für die Partie bei Spitzenreiter Mönchengladbach. Die Fohlen-Reserve ist zwar punkt- und torgleich mit dem BVB II, hat aber zwei Spiele weniger absolviert. Es wird eine unangenehme Auswärtsfahrt, an deren Ende vermutlich wenig zu holen sein wird.

Die gute Leistung aus Oberhausen soll aber auch für die folgenden Spiele Mut machen, denn dann stehen die Wochen der Wahrheit an: Nach dem Heimspiel gegen Wiedenbrück sind die nächsten Gegner die Aufsteiger Bonn und Wuppertal sowie die Reserve des 1. FC Köln, die auch mit unten drin hängt. Ob die TSG in einem dieser Spiele den ersten Sieg feiert? Mit einer Leistung wie gegen Oberhausen nicht undenkbar, meint Wasilewski: „Darauf können wir aufbauen.“

 
 

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