„In Hattingen gibt es zu viele Vereine“

Hattingens Fußball-Fachschaftsleiter Wolfgang Waßerloos.Foto:Manfred Sander
Hattingens Fußball-Fachschaftsleiter Wolfgang Waßerloos.Foto:Manfred Sander
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Hattingen..  Auf dem Sportplatz an der Waldstraße wird am kommenden Samstag die Hattinger Fußball-Stadtmeisterschaft angepfiffen. Wir sprachen mit Fachschaftsleiter Wolfgang Waßerloos.

Mit der Stadtmeisterschaft wird ja auch immer die neue Saison eingeläutet. Wir haben sie denn die alte erlebt?

Für den Hattinger Fußball war die Saison nicht schlecht. Einige Vereine haben große Erfolge gefeiert. An erster Stelle muss man den Aufstieg von Hedefspor in die Westfalenliga nennen. Aber es gab ja auch andere Aufsteiger. Zum Beispiel die SG Welper, die sogar mit zwei Mannschaften aufgestiegen ist oder die DJK Märkisch Hattingen, die in die Kreisliga B zurückgekehrt ist. Überraschend war für mich aber, dass der AC Hattingen aus der Kreisliga A abgestiegen ist. Ich denke, damit hat niemand gerechnet.

Bei der Stadtmeisterschaft gibt es einen neuen Modus. In der Vorrunde spielen in der Gruppe A die Mannschaften, die zum Zeitpunkt der Auslosung C-Kreisligisten waren, in der B-Gruppe die damaligen B-Ligisten. Die Spiele sind dann aber gruppenübergreifend. Sind sie mit dem Modus zufrieden?

Die Hattinger Vereine haben für diesen Modus gestimmt. Jetzt kam aber auch schon wieder Kritik auf, dass in der A-Gruppe ein C-Kreisligist theoretisch mit null Punkten weiterkommen kann. Aber wir spielen jetzt dieses Turnier, und wenn der Modus nicht ankommt, dann setzten wir uns wieder zusammen und beraten neu.

Einen Königsweg gibt es bei der Modus-Gestaltung also nicht?

Nein, den gibt es nicht. Dafür ist die Schere zwischen den Vereinen zu weit auseinander gegangen, und Fakt ist auch, dass wir in Hattingen zu viele Vereine haben. Und bald haben wir zudem ja auch weniger Fußball-Plätze. Denn der Vertrag für den Platz an der Waldstraße läuft im Jahr 2017 aus.

Von Samstag an wird an der Waldstraße wieder auf Asche gespielt. Es gab in der Vergangenheit auch schon die Forderung, das Turnier immer auf Kunstrasen auszurichten.

Davon halte ich nichts. Ich bin der Meinung, dass sich der Ausrichter auf seiner Heimanlage präsentieren soll. Wenn man auf einen anderen Platz ausweicht, gibt es auch immer organisatorische Schwierigkeiten, weil Dinge fehlen, die man für die Ausrichtung eines Turniers braucht. Außerdem haben die Vereine, die inzwischen auf Kunstrasen spielen, für diese Plätze Kredite aufgenommen. Da kann ich verstehen, wenn sie ihre Anlage dann nicht für zwei Wochen einem anderen Verein überlassen wollen.

Der AC Hattingen hat die Teilnahme an der Stadtmeisterschaft aus Personalgründen kurzfristig abgesagt. Ihr Kommentar dazu.

In Hattingen haben zurzeit ja einige Vereine Schwierigkeiten. Der RSV Hattingen hatte sie, und wie man hört, gibt es auch in Winz-Baak Probleme. Aber solche Probleme hat es bei kleinen Vereinen in der Vergangenheit ja schon oft gegeben.

Zum rein sportlichen Teil. Wer wir am Ende Stadtmeister?

Naja, es läuft wohl wieder auf ein Endspiel Hedefspor Hattingen gegen SF Niederwenigern hinaus. Aber man weiß natürlich nicht, ob diese Mannschaften bei der Stadtmeisterschaft auch wirklich mit ihren besten Spielern antreten. Vielleicht gibt es ja doch eine Überraschung.

Wer könnte dafür sorgen?

Im Moment schätze ich die SG Welper wieder sehr stark ein - und natürlich kann auch der TuS Hattingen für eine Überraschung sorgen.

Was wünschen Sie sich persönlich für die Stadtmeisterschaft?

Schönes Wetter, viele Zuschauer, friedliche Spiele und lockere Gespräche am Rande.

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