Es hätte auch mehr sein können

Erster Kapitän der Sprockhöveler Regionalliga-Historie: Christopher „Jimmy“ Antwi-Adjej.
Erster Kapitän der Sprockhöveler Regionalliga-Historie: Christopher „Jimmy“ Antwi-Adjej.
Foto: Funke Foto Services
  • Der verletzte TSG-Kapitän Raoul Meister trauert nach dem 0:0 gegen Rödinghausen den vergeben Chancen nach.
  • Sein Vertreter Antwi-Adjej war einer der Besten auf dem Platz, konnte seine beste Möglichkeit aber auch nicht nutzen.
  • Das nächste Spiel der TSG ist am kommenden Samstag bei Tabellenführer Rot-Weiß Ahlen.

Die Sprockhöveler konnten es kaum erwarten: „30 Sekunden noch!“ - „Einen Angriff noch!“, feuerten sich die Spieler der TSG Sprockhövel in der Nachspielzeit gegen Rödinghausen mehrfach an. Als Torwart Robin Benz dann den letzten Versuch von Rödinghausens Marvin Höner stoppte und der Schiedsrichter Sekunden später die Partie beendete, war der Jubel groß.

Am Rand sprang Raoul Meister von der Wasserkiste auf, auf der er die 90 Minuten verbracht hatte. Besonders in der wilden Schlussphase wurde der Kapitän als Ruhepol in der Innenverteidigung schmerzlich vermisst, gereicht hat es trotzdem.

Nur zwei Minuten nach Abpfiff gesellte sich zu dem Jubel über den ersten Regionalligapunkt auch ein anderer Gedanke: Es hätte auch mehr sein können gegen Rödinghausen. „Wir können mit der Leistung und dem Ergebnis natürlich glücklich und zufrieden sein“, fand Meister, „aber mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit hätten wir uns auch mit einem Sieg belohnen können.“

Dass die TSG gegen den hoch gehandelten SV Rödinghausen nachher sogar einem Sieg hinterhertrauern würde, war vorher nicht abzusehen gewesen. Doch die TSG hatte – wie der SVR auch – genug Chancen, das Spiel zu entscheiden.

Eine vergab Jimmy Antwi-Adjej, der an diesem Tag die Kapitänsbinde trug – „ein super Gefühl“ sei es gewesen, die Mannschaft vor 700 Fans aufs Feld zu führen. Das Gefühl hätte noch besser werden können: Nach gut 70 Minuten kam Antwi-Adjej im Strafraum halblinks frei an den Ball – und entschied sich für den Querpass, der letztendlich abgewehrt wurde.

„Im Nachhinein hätte ich natürlich selber schießen müssen“, gab der 22-Jährige nachher zu. „Aber ich versuche mannschaftsdienlich zu spielen und habe deshalb versucht, querzulegen.“

Auch Antwi-Adjej sagte zwar, dass man Rödinghausen durchaus hätte schlagen können. Er hatte aber auch noch die ersten Minuten im Kopf, als sein Team gehörig wackelte und schnell hätte zurückliegen können. „Das lag aber nicht daran, dass wir nervös waren. Wir waren überrascht davon, wie hoch Rödinghausen gepresst hat, das ist ja eigentlich unser Spiel“, sagte der erste Regionalliga-Kapitän in der Sprockhöveler Vereinsgeschichte.

Fans sollen wiederkommen

Als dieser hätte sich sicher auch Raoul Meister gerne in die Vereinschronik eintragen lassen. Dass es dann anders kam, war am Spieltag aber nicht mehr wirklich enttäuschend. „Ich konnte mich ja lange genug drauf einstellen, dass es womöglich nicht reichen wird. Es kommen noch genug Spiele, in denen ich spielen kann.“

Die Kulisse machte nicht nur Meister Lust auf mehr: „Das ist ein toller Zuspruch, bei den letzten Spielen in der Oberliga vor dem Aufstieg war es ja schon ähnlich. Ich hoffe vor allem, dass die Leute wiederkommen.“ Mit ihrem mutigen und mitreißenden Fußball hat die TSG dafür gegen Rödinghausen eigentlich genügend Argumente geboten.

Die nächsten kann das Team am Samstag in Ahlen liefern: Im ersten Regionalliga-Auswärtsspiel trifft die TSG im Wersestadion direkt auf Tabellenführer Rot-Weiß.

 
 

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