Doppelpass zwischen Mutter und Tochter

Fußballerinnen aus Leidenschaft: Susanne Ziegenhagen (links) und ihre Tochter Sarah.
Fußballerinnen aus Leidenschaft: Susanne Ziegenhagen (links) und ihre Tochter Sarah.
Foto: FotoPool

Sprockhövel.  Frauenfußballteams sind in Hattingen und Sprockhövel nicht so stark vertreten wie Herrenteams. In Sprockhövel gibt es bei der Wilden 13 eines. Und dort spielen mit Susanne und Sarah Ziegenhagen eine Mutter und Tochter zusammen in einem Team.

Seit einem halben Jahr sind die beiden Fußballerinnen zusammen in Haßlinghausen am Ball. Susanne Ziegenhagen hat sich der Mannschaft vor einem Jahr angeschlossen, ihre Tochter rückte in der Winterpause nach. Vorher waren sie zusammen beim SuS Niederbonsfeld aktiv, bei dem sie immer noch ihre Heimat sehen.

Ursprünglich beim SuS am Ball

Denn dort sind sie 1999 mit dem Fußball überhaupt erst in Kontakt getreten. Janina Ziegenhagen, Susannes Tochter und Sarahs Schwester, schloss sich der Jugend der Niedersonsfelderinnen an. Vater Ralf betreute die Damen zusammen mit dem aktuellen SuS-Vorsitzenden Christian Kolz. Mutter Sabine betreute ein Jahr später ebenfalls die Damen und Schwester Sarah stieg auch ins Training ein.

Heute trainiert Sarah Ziegenhagen die U11-Mannschaft der Mädchen und gibt ihre Spielphilosophie weiter. Ihre Mutter ist Abteilungsleiterin beim Damenfußball. Der Vater hat keine Funktion mehr und Schwester Janina kann aus beruflichen Gründen nicht spielen.

Sarah und Susanne Ziegenhagen spielen auch nicht mehr beim SuS, weil es diverse Probleme mit den Damenmannschaften gab. So kehrte die 52-Jährige ihren Kolleginnen den Rücken und suchte sich einen Verein in der Nähe. Und das, obwohl sie erst im Alter von 49 Jahren begann, selbst zu spielen. Bei der Wilden 13 passte es. Dort spielen auch die ehemaligen SuS-Kameradinnen Beatrix Kurtz-Krebs und Elke Schieferstein. „Ich habe nach einem Team gesucht, dem es nicht ausschließlich um Leistung geht“, sagt sie. Sie und ihre Tochter sind zwar sportlich auch ambitioniert, haben aber nicht die Absicht, hoch zu spielen.

Bei der Wilden 13 agiert Sarah Ziegenhagen als Außenverteidigerin, ihre Mutter stürmt. Zuletzt hatten die „Wilden Damen“ Probleme, elf Spielerinnen für die Ligaspiele zusammenzubekommen, waren teilweise nur zu acht. „Wir bemühen uns, neue Spielerinnen zu finden, damit das Team nicht auseinanderbricht“, sagt Susanne Ziegenhagen. Ihre zweite Heimat ist also nun die Wilde 13, bei der sich beide pudelwohl fühlen. „Anfangs war es mir aufgrund des Namens peinlich, dort zu spielen“, gibt Sarah Ziegenhagen zu. Nun identifiziert sich die 24-Jährige aber komplett mit dem Verein.

Auch, wenn die Damen der Wilden 13 wie zuletzt viele Spiele verlieren, sind sie motiviert. „Es gibt auch Momente, in denen wir glücklich sind“, so Susanne Ziegenhagen. Innerhalb des Teams nennen sich die beiden beim Vornamen und behandeln sie sich gegenseitig wie jede andere Mitspielerin. Sarah Ziegenhagen wohnt noch zuhause, ist aber oft durch das Studium unterwegs und ihre Mutter oft arbeiten. „So sehen wir uns manchmal auf dem Platz und fragen, was es so Neues gibt“, erzählt Sarah Ziegenhagen.

 
 

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