Andy Steinmann freut sich auf Sprockhövel

Heiner Wilms
Andy Steinmann als blutjunger Stürmer im Trikot der TSG Sprockhövel, für die er  in 89 Spielen 20 Tore erzielte. Foto:Walter Fischer
Andy Steinmann als blutjunger Stürmer im Trikot der TSG Sprockhövel, für die er in 89 Spielen 20 Tore erzielte. Foto:Walter Fischer
Foto: WAZ
  • Ex-TSG-Spieler jetzt Co-Trainer in Rödinghausen
  • Karrierestart bei Märkisch Hattingen
  • Spielerkarriere nach schwerer Knieverletzung früh beendet

Sprockhövel.  Vieles wird neu sein, wenn die TSG Sprockhövel am kommenden Samstag zu ihrem ersten Spiel in der Regionalliga antritt. Doch es gibt an diesem Tag auch Vertrautes, nämlich ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Denn mit dem SV Rödinghausen kommt Andy Steinmann in den Baumhof. Der heute 31-Jährige trug als junger Fußballer das TSG-Trikot und ist aktuell Co-Trainer beim SV Rödinghausen.

Steinmann begann seine Karriere bei der DJK Märkisch Hattingen, wechselte dann als B-Jugendlicher zur TSG, wo er auf Anhieb den Sprung in die Senioren-Mannschaft schaffte. Sein großer Traum war damals der Profi-Fußball. Steinmann spielte dann später in der zweiten Mannschaft von Schalke 04, für die Sportfreunde Lotte, engagierte sich später für kurze Zeit als spielender Co-Trainer bei der SG Welper und orientierte sich dann in Richtung Rödinghausen. Sein Bruder Roy hatte ihm in Ostwestfalen einen Job vermittelt, und Andy Steinmann schnürte seine Fußball-Schuhe für den sehr ambitionierten SV Rödinghausen, der damals aber noch ein Bezirksligist war.

Steinmann kam aber nur zu einem Einsatz, dann machte das erheblich vorgeschädigte Knie wieder Probleme. Die aktive Karriere als Fußballer neigte sich also dem Ende entgegen, doch Steinmann blieb beim SVR, der sich dann bis in die Regionalliga hocharbeitete. Und inzwischen ist er schon im sechsten Jahr Co-Trainer.

Er fühlt sich wohl in seiner neuen Heimat, er hat aber auch noch gelegentlich Kontakt zu seiner alten Wirkungsstätte. „Mit Adrian Wasilewski tausche ich mich ab und zu noch aus. Auch zu Tim Dudda gibt es Kontakt“, sagt Steinmann, der im vergangenen Jahr mit Rödinghausen eine turbulente Saison durchlebte. Denn die Mannschaft startete sensationell in die Saison, sie war nach zehn Tagen Tabellenführer, um dann aber völlig einzubrechen. Rödinghausen stürzte böse ab und sicherte erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt.

So eine Saison möchte er nicht noch einmal erleben, doch so schlimm wird es wohl auch nicht mehr werden. Die Mannschaft ist stark, und Marco Antwerpen, der Trainer von Viktoria Köln, tippt Rödinghausen in Sachen Meisterschaft sogar als Geheimfavoriten.

Ein solcher ist die TSG Sprockhövel in der Regionalliga mit Sicherheit nicht, obwohl die Mannschaft von Andrius Balaika vor der Oberliga-Saison 2015/2016 auch als Abstiegskandidat gehandelt wurde und dann am Ende aufstieg. So wird es diesmal aber eher nicht kommen, denn die Regionalliga ist jetzt eine ganz andere Hausnummer. „Ich habe mit Rödinghausen die Aufstiege von der Bezirks- bis in die Regionalliga erlebt“, sagt Andy Steinmann. „Man muss sich nach jedem Aufstieg umstellen, doch der Sprung von der Oberliga in die Regionalliga ist extrem. Zehn bis zwölf Mannschaften in der Regionalliga gehen die Saison unter professionellen Bedingungen an, und sieben davon arbeiten voll professionell. Da dreht sich dann alles um den Fußball. An jedem Tag in der Woche.“

Jeder Gegner wird genau analysiert

Für die Vereine, die einen solchen Aufwand nicht betreiben können, wird es in der vierthöchsten deutschen Spielklasse schwierig. Vor allem am Ende der Saison, wenn es ans Eingemachte geht. Die Mannschaften, die es nicht schaffen, sind meist die, die nicht die Möglichkeit hatten zu regenerieren. Da gibt es am Montag keinen Ruhetag, weil die Spieler arbeiten müssen oder andere Verpflichtungen haben.

Ob das auch auf die TSG zutreffen könnte, möchte Steinmann nicht beurteilen. Der ehemalige Stürmer hat auch schon einige Spiele der TSG gesehen und dabei eine gute Mannschaft beobachtet. Allerdings glaubt er nicht, dass die Sprockhöveler die Konkurrenz noch einmal so überraschen können wie in der Oberliga. „In der Regionalliga wird jeder Gegner genau analysiert“, so Steinmann. „Ich glaube, dass in der vergangenen Saison viele Mannschaften von der Spielweise der TSG überrascht wurden. Die TSG war eine völlig unbekannte Größe. Das hat sich aber im Laufe der Saison geändert, da haben sich die Gegner besser auf Sprockhövel eingestellt, und da hat dann ja auch das Pressing nicht mehr so gut funktioniert.“

Steinmann traut seinem alten Verein dennoch zu, für einige Überraschungen zu sorgen. Viel passieren dürfe aber nicht. „Ich denke, dass die TSG in Sachen Fitness gut vorbereitet ist“, sagt Steinmann. „Wenn aber so wichtige Spieler wie Raoul Meister längerfristig ausfallen sollten, dann kann es eng werden.“