Andrea Haarmann auf Europas Thron

Andrea Haarmann (links) mit Ehemann Ralf, Sohn Fabrice und Tochter Désirée. Foto:Walter Fischer
Andrea Haarmann (links) mit Ehemann Ralf, Sohn Fabrice und Tochter Désirée. Foto:Walter Fischer
Foto: Fischer / WAZ FotoPool

Sprockhövel.  Andrea Haarmann ist in ihrer Altersklasse im Judo in Europa die Nummer eins. Die Sprockhövelerin verteidigte jetzt bei der Veteranen-Europameisterschaft im kroatischen Porec ihren Titel. Bereits in den Vorjahren war sie nicht zu schlagen gewesen. Für Andrea Haarmann war es bereits der vierte EM-Titel in Folge.

1 000 Teilnehmer aus vierzig Nationen gingen in Porec an den Start. In den verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen wurde bei der Veteranen-EM um die Medaillen gekämpft. Andrea Haarmann war in der Altersklasse F 5 der 50- bis 55-Jährigen Starterinnen dabei.

Unterstützt wurde sie einmal mehr von ihrem Mann Ralf, der sich mit auf den Weg ins 1 200 Kilometer entfernte Porec machte. Überhaupt ist die Familie Haarmann in Sachen Judo ausgesprochen engagiert. Auch Sohn Fabrice und Tochter Désirée sind in ihrem Sport sehr erfolgreich.

„Die Nachtfahrt nach Porec war schon sehr anstrengend. Zum Glück konnten wir dann unsere Unterkunft früh beziehen, so dass wir nicht noch lange ausharren mussten“, schildert Andrea Haarmann die beschwerliche Anreise. Mittags dann die Akkreditierung, um 18 Uhr ging es auf die Waage. Das Kampfgewicht bis 70 kg war kein Problem für die Sprockhövelerin, die dann noch ein bisschen entspannen konnte.

Auf vier Wettkampfflächen wurde schließlich gekämpft. „Leider waren sich die Kampfrichter nicht immer einig“, sagt Andrea Haarmann. Denn in zwei Kämpfen gab es gleich mehrere Korrekturen. Im Kampf der Sprockhövelerin gegen eine Russin ließen sich die Kampfrichter sehr viel Zeit, ehe sie die sehr passive Russin bestraften. Schließlich war es aber doch soweit, ein kleiner Vorteil also für Andrea Haarmann, die sehr offensiv agierte. Nach gut anderthalb Minuten gelang der Sprockhövelerin dann ein O-soto-gari (große Außensichel), der die Russin auf die Matte beförderte. Die zunächst gegebene Wertung wurde zu Gunsten von Andrea Haarmann nach oben auf einen Ippon (voller Punkt) korrigiert.

Auch im Finale gegen eine Französin wurde fleißig korrigiert, schließlich gewann Andrea Haarmann aber nach einer gelungenen Kontertechnik.

Weltmeisterschaft in Florida

Nächstes Ziel von Andrea Haarmann ist jetzt die Weltmeisterschaft. Die findet ganz weit weg, nämlich in Florida, statt. „Das wird richtig teuer, aber ich möchte schon teilnehmen“, sagt die 52-Jährige. Das kann man verstehen, denn auch in den USA hat die Sprockhövelerin einen Titel zu verteidigen - nämlich den, den sie im vergangenen Jahr in Amsterdam gewann.

 
 

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