Wetters Rückzug hilft Haspern nicht

Vor gut einem Jahr feierten die Basketballer der TGH Wetter den Aufstieg in die Oberliga. Jetzt ziehen sie sich freiwillig zurück. Foto: Dirk Ferber
Vor gut einem Jahr feierten die Basketballer der TGH Wetter den Aufstieg in die Oberliga. Jetzt ziehen sie sich freiwillig zurück. Foto: Dirk Ferber
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Hagen.. Die einen wollen gehen, die anderen müssen. Die TGH Wetter hat ihr Team nach langen Überlegungen aus der Basketball-Oberliga zurückgezogen. Eigentlich hatte diese Nachricht bei der jungen und offiziell abgestiegenen Reserve des SV Haspe 70 die Sektkorken knallen lassen. Denn: Der Rückzug der TGH bedeutete zunächst ein weiteres Oberliga-Jahr für die 70er (Tabellenplatz 11). Das Schicksal des Rissmann-Teams wurde aber nur wenige Tage später ein zweites Mal besiegelt. Die Wellen des Rückzugs des SV Derne aus der Regionalliga schlagen durch bis in die Oberliga. Innerhalb weniger Tage musste Haspe damit ein zweites Mal absteigen.

Für die TGH Wetter ist der Zirkus um das sogenannte Pyramiden-System, das den Auf- und Abstieg in den Ligen des Westdeutschen Basketballverbandes (WBV) regelt, keine Aufregung wert. Nach einem Oberliga-Jahr, in dem die Erwartungen nach viel Skepsis vor der Saison, mehr als übertroffen wurden, hat man sich am Harkortsee schweren Herzens für den Rückzug in die Landesliga entschlossen.

Die TGH konnte den Klassenerhalt früh perfekt machen. Der Rückzug des TV Hohenlimburg während der laufenden Saison wirbelte die Tabelle dann noch einmal dermaßen durcheinander, dass am Ende ein immer noch guter neunter Platz stand. Wetter hatte die Hohenlimburger zweimal geschlagen. „Erwartet hatten wir das nicht“, sagt TGH-Coach Niels Sadowsky. Nicht immer mit spielerischen Mitteln, dafür aber mit viel Kämpferherz, fuhr der Aufsteiger, die beiden Siege gegen Hohenlimburg mitgerechnet, neun Siege ein. Sadowsky: „Für unsere Verhältnisse war das bärenstark.Und vom Niveau her gehören wir eigentlich auch in die Oberliga.“

Trotzdem hakt es bei der TGH gleich an zwei entscheidenden Stellen. Die berufliche Belastung der meisten Teammitglieder erschwert zum einen die Trainingsarbeit. Dazu kommt, dass seit Jahren keine Jugendspieler in die erste Mannschaft hochgerückt sind. „So fehlt natürlich eine Perspektive“, sagt Sadowsky. Gleich sechs Spieler hätten sich, im Falle eines weiteren Oberliga-Jahres, aus der Mannschaft verabschiedet. In einer Sitzung nach der Saison wurde entschieden, den schwierigen Umständen Rechnung zu tragen: „Bei uns ist nichts wichtiger als die Gruppe. Zusammen zu bleiben, ist wichtiger als die Ligenzugehörigkeit“, sagt Sadowsky. In der Landesliga soll trotzdem künftig um die vorderen Plätze mitgespielt werden. „Wir bleiben trotzdem ehrgeizig.“

Dort wird auch die Reserve von Haspe 70 zu den Konkurrenten gehören. Der Rückzug Wetters hatte den abgestiegenen Haspern zunächst den unerwarteten Klassenerhalt beschert. Für die junge Mannschaft von Arno Rissmann wäre ein Verbleib auf diesem Niveau wichtig für die Weiterentwicklung der jungen Talente gewesen, speziell vor dem Hintergrund, dass der SV 70 mit dem Rückzug seiner ersten Mannschaft ein deutliches Zeichen in diese Richtung gesetzt hat. Auf der Internetseite der 70er wird der nun endgültige Abstieg daher auch traurig zur Kenntnis genommen.

Die erste vorläufige Ligeneinteilung des WBV wies die Hasper zunächst auch für die Oberliga aus. Dann aber zog der SV Derne sein Team aus der Regionalliga zurück und sorgte für einen kleinen Erdrutsch in den darunterliegenden Ligen (siehe Infokasten). Für die heimische Oberliga Gruppe 3 bedeutet das: Vermehrter Abstieg. Neben den zurückgezogenen Hohenlimburgern und Wetteranern müssen auch der TV Westrich und Haspe 70 II den Gang in die Landesliga antreten. Der TuS Breckerfeld kommt ganz normal als Absteiger herunter. Eine Liga tiefer trifft essogar die achtplatzierten Ruhrbaskets aus Witten. Sie müssen in die Bezirksliga.

Für die Oberliga bedeutet das, dass nur noch zwei Hagener Teams in der fünfthöchsten Spielklasse an den Start gehen werden: Der TuS Breckerfeld und BB Boele-Kabel.

Infokasten

Der WBV regelt Auf – und Abstiege über ein Pyramidensystem nach regionalen Staffelungen. Durch den Abstieg der Teams aus Werne, Derne und Haspe aus der 1. Regionalliga kommt es zu einem vermehrten Abstieg aus der darunterliegenden 2. Regionalliga – und zwar von westfälischer Seite. In der Basketball-Oberliga schlagen die Verschiebungen besonders stark durch. Weil der SV Derne II, bislang in der 2. Regionalliga, nicht mit seiner ersten Mannschaft in der gleichen Spielklasse antreten darf, müssen auch sie runter in die Oberliga. Die dritte Mannschaft des SV Derne wäre eigentlich in die Oberliga aufgestiegen, darf aber nicht mit der zweiten Mannschaft zusammen spielen. Deshalb steigt der Zweitplatzierte aus Barop auf. Die Oberliga wurde in den vergangenen zwei Jahren am stärksten durcheinander gewürfelt. Gleich sieben verschiedene Teams traten neu an.

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