Westfalia Hagen glaubt noch an den Klassenerhalt

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In der Fußball-Westfalenliga warten die Frauen von Westfalia Hagen schon länger auf ein Erfolgserlebnis. Das gelang jetzt bei den Hallen-Kreismeisterschaften, die sie mit dem neuen Trainer Wolfgang Degener gewannen.

Hagen..  Durchweg Siege, dabei in der regulären Spielzeit kein Gegentor: Ein Kontrastprogramm zur herbstlichen Tristesse in der Westfalenliga erlebten die Fußballfrauen von Westfalia Hagen bei den Hallen-Kreismeisterschaften: Das aktuelle Schlusslicht der vierthöchsten Spielklasse ist zumindest im Kreis noch die Nummer eins, verteidigte in Gevelsberg den Hallentitel (siehe unten). Der neue Trainer saß dabei schon auf der Bank: Wolfgang Degener, im November für 14 Tage Coach bei Herren-Bezirksligist TuS Wengern, hat das Westfalia-Team zu Jahresbeginn übernommen.

Der Hallen-Kreistitel ist nicht das erste Erfolgserlebnis für das klassenhöchste Hagener Fußballteam mit Degener, der bereits in der Schweiz Frauen-Zweiligisten betreute. Auch bei Turnieren in Breckerfeld und Sümmern erreichten die Westfalia-Frauen die Endrunde, ein Testspiel beim Niederrheinligisten Fortuna Wuppertal gewann man deutlich mit 6:1. Neben Barakissa Coulibaly (2), Jennifer Falke und Mirja Biggemann traf dabei mit Sarah Zinn eine Rekonvaleszentin, die nach ihrem Kreuzbandriss das Team wieder verstärken kann. Und mit Julia Zumdick eine neu hinzugewonnene Mittelfeld-Spielerin, die wie Sabrina Maihöfer in der Winterpause von Regionalligist VfL Bochum II kam. Vor Wochenfrist kehrte zudem Kirstin Arend von ihrem Auslandssemester aus Spanien zurück, bei den Hallen-Kreismeisterschaften half sie bereits. Auf die Torjägerin setzt man bei Westfalia besonders viele Hoffnungen. „Wenn man sieht, wie viele Chancen wir bisher für ein Tor brauchten“, sagt der Sportliche Leiter Martin Riesner und ist sich sicher: „Ihre Rückkehr wird sich in der Rückrunde bemerkbar machen.“

Das Ziel des Aufsteigers, den direkten Wiederabstieg noch zu verhindern, ist indes ambitioniert. Acht Punkte liegt Westfalia hinter den Nicht-Abstiegsplätzen bereits zurück, muss allerdings auch nach dem Rückrundenstart gegen Tabellennachbar FC Finnentrop (22. Februar) noch das Nachholspiel beim SV Bökendorf (28. Februar) bestreiten. „Noch glauben wir an den Klassenerhalt. Aber wir haben auch einen Plan B“, sagt Riesner, „sollte es nicht funktionieren, geht es auch in der Landesliga weiter.“ 90 Prozent der Spielerinnen hätten bereits zugesagt, auch dann zu bleiben.

Wobei man bei Westfalia einräumt, dass die Westfalenliga ein „Riesen-Abenteuer“ sei. „Das war nicht nur ein Sprung, das waren gleich drei Sprünge nach oben“, sagt Riesner angesichts der Begleitumstände, „wir haben nicht damit gerechnet, was uns da erwartet.“ Zu den meist ostwestfälischen Gegnern müsse man im Schnitt weit mehr als 100 Kilometer pro Strecke fahren, meist in den Privat-Pkw der Spielerinnen. Riesner: „Und die mussten nach eineinhalb Stunden im Auto dann direkt spielen.“ Für die Rückrunde hat man deshalb ein Reise-Unternehmen engagiert, das den Transport per Bus regelt.

Für die Testspiele bei den Landesligisten TuS Wickede/Ruhr am nächsten Sonntag (13 Uhr) und SpVg Berghofen II (15. Februar, 12.30 Uhr) wird ein solcher noch nicht benötigt. Möglicherweise aber beim Hallen-Westfalenpokal, für den man sich mit der Kreismeisterschaft wieder qualifiziert hat. Am 8. Februar in Paderborn trifft Westfalia in der Vorrunde auf die Meister der Kreise Paderborn, Münster und Siegen-Wittgenstein, die Endrunde. „Ein kleines Bonbon extra“, sagt Riesner. Und hofft auf weitere Erfolgserlebnisse.

Westfalia zeigt Nervenstärke

Bei den Hallen-Kreismeisterschaften der Frauen in Gevelsberg benötigte Fußball-Westfalenligist Westfalia Hagen zwei Sechsmeterschießen, um den Titel zu verteidigen. Sowohl im Halbfinale gegen Kreisliga-Spitzenreiter SG Vorhalle 09 (3:2) als auch im Finale gegen den Landesligisten Blau-Weiß Voerde (3:1) fielen in der regulären Spielzeit keine Tore. „Beide Gegner waren vor allem darauf bedacht, kein Gegentor zu kassieren“, sagte Martin Riesner, Sportlicher Leiter von Westfalia. Am Ende war der Favorit allerdings vom Punkt nervenstärker, zudem parierte Torhüterin Johanna Schmidt einige Strafstöße. Rang drei sicherte sich in einem Kreisliga-Duell der SC Berchum-Garenfeld durch einen 2:0-Sieg gegen Vorhalle.

Ergebnisse

Vorrunde, Gruppe A:

Westfalia Hagen - SG Boelerheide 3:0

TSG Sprockhövel - RS Wehringhausen 2:2

TSG Sprockhövel - Westfalia Hagen0:3

RS Wehringhausen - TSG Herdecke0:2

TSG Herdecke - TSG Sprockhövel1:0

SG Boelerheide - RS Wehringhausen1:1

TSG Herdecke -Westfalia Hagen 0:2

TSG Sprockhövel - SG Boelerheide2:1

RSWehringhausen - Westfalia Hagen0:4

SG Boelerheide: TSG Herdecke0:4

Tabelle: 1. Westfalia Hagen, 2. TSG Herdecke, 3. TSG Sprockhövel, 4. Roter Stern Wehringhausen 5. SG Boelerheide.

Gruppe B

SVg Breckerfeld - TuS Wengern0:0

SV Hohenlimburg - FC Voerde0:6

FFC Ennepetal - SW Breckerfeld0:1

TuS Wengern - SV Hohenlimburg 3:0

FC BW Voerde - FFC Ennepetal1:0

SW Breckerfeld -SV Hohenlimburg 0:0

FFC Ennepetal - TuS Wengern1:0

FC Voerde - S W Breckerfeld2:0

SV Hohenlimburg - FFC Ennepetal0:3

TuS Wengern - FC BW Voerde2:5

Tabelle: 1. FC BW Voerde, 2. FFC Ennepetal, 3. SW Breckerfeld, 4. TuS Wengern, 5. SV Hohenlimburg 10 II.

Gruppe C:

FC Silschede - Sprockhövel0:1

SC Berchum/Garenfeld -Gevelsberg 2:1

Gennebreck - FC SW Silschede1:2

Sprockhövel - SC Berchum/Garenfeld0:3

SV Gevelsberg- Gennebreck1:0

FC Silschede - SC Berchum/Garenfeld1:2

VfL Gennebreck - Sprockhövel1:0

FSV Gevelsberg - FC SW Silschede0:2

SC Berchum/Garenfeld - Gennebreck0:0

Sprockhövel - FSV Gevelsberg0:2

Tabelle: 1. SC Berchum/Garenfeld, 2. FC SW Silschede, 3. SV Gevelsberg, 4. VfL Gennebreck, 5. Wilde 13 Sprockhövel.

Gruppe D:

SV Hohenlimburg - VfB Schwelm4:0

TSV Fichte Hagen - FC BW Voerde 20:2

SG Vorhalle - SV Hohenlimburg 103:0

VfB Schwelm -TSV Fichte Hagen1:0

FC BW Voerde 2 - SG Vorhalle0:4

SV Hohenlimburg - TSV Fichte Hagen3:0

SG Vorhalle - VfB Schwelm1:0

FC BW Voerde 2 - SV Hohenlimburg1:1

TSV Fichte Hagen - SG Vorhalle0:3

VfB Schwelm - FC BW Voerde 20:2

Tabelle: 1. SG Vorhalle 09, 2. Hohenlimburg 10, 3. BW Voerde II, 4. VfB Schwelm, 5. Fichte Hagen

Halbfinale:

SG Vorhalle 09 - Westfalia Hagen 2:3 n.S.

FC BW Voerde - SC Berchum/Garenfeld 2:0

Spiel um Platz 3:

SC Berchum/Garenfeld - SG Vorhalle 09 2:0

Endspiel: Westfalia Hagen - Voerde 3:1 n.S.

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