Vor Feuerland-Trip kämpft TSV Hagen 1860 noch um Welt-Cup

Faustball unter Palmen: Beim letzten World Cup in Brasilien 2012 unterlag der TSV 1860 (in Gelb) erst im Finale, Dirk Schachtsiek (Nr. 1), Holger Bock (10), Betreuer Volker Kuhlmann (rechts), Carsten Braatz (2), Gregor Hafer (3) und Markus Eckert (11) waren damals schon dabei.
Faustball unter Palmen: Beim letzten World Cup in Brasilien 2012 unterlag der TSV 1860 (in Gelb) erst im Finale, Dirk Schachtsiek (Nr. 1), Holger Bock (10), Betreuer Volker Kuhlmann (rechts), Carsten Braatz (2), Gregor Hafer (3) und Markus Eckert (11) waren damals schon dabei.
Foto: WP
  • Faustball-Senioren des TSV Hagen 1860 gehen auf Südamerika-Reise
  • Besuch bei der WM in Argentinien folgt World Cup ihrer Altersklasse in Chile
  • Großteil der Reisegruppe fährt dann noch nach Patagonien

Hagen. Es ist nicht ihr erster Südamerika-Trip, aber dieser ist besonders lang. Denn die Faustball-Senioren des TSV Hagen 1860 wollen zunächst den Weltmeister ihrer Sportart feiern, am besten aus dem eigenen Land, und dann selbst um den globalen Titel ihrer Altersklasse M35 mitspielen. Und ein einwöchiges touristisches Nachspiel steht für den Großteil der Reisegruppe auch noch an. Am nächsten Dienstag geht es los für das Team aus der Hoheleye, Argentinien und Chile sind die weit entfernten Ziele.

Geld verdienen kann man mit Faustball auch als Nationalspieler nicht, doch die Sportart führt die Besten ihrer Zunft schon mal in entlegene Weltwinkel. In das Örtchen mit dem unaussprechlichen Namen Llanquihue in der chilenischen Provinz Puerto Montt etwa, in dem am letzten November-Wochenende der „Faustball Masters World Cup“ stattfindet. Für zehn Mitglieder der elfköpfigen Hagener Reisegruppe ein neues Ziel, nur TSV-Abteilungsleiter Dirk Schachtsiek war hier schon einmal: 1992 wurde in Chile die Männer-Weltmeisterschaft ausgetragen, das deutsche Team mit Schlagmann Schachtsiek holte den Titel. Und schon damals ließen die Faustballer einen Trip nach Feuerland folgen, das wollen jetzt auch sechs Hagener. „Ich habe ihnen wohl genug davon vorgeschwärmt“, sagt Schachtsiek, der selbst bereits nach dem World-Cup-Finale zurückreist.

Es ist die dritte Südamerika-Tour der TSV-Oldies. 2009 in Argentinien wurden sie inoffizieller Klub-Weltmeister, drei Jahre später in Brasilien scheiterten sie erst im Endspiel an den Gastgebern. Diesmal in Chile ist der World Cup erstmals offizieller Wettbewerb des internationalen Verbandes IFA, in den verschiedenen Altersklasse werden etwa 50 Mannschaften erwartet. In ihrer Altersklasse M35 werden die Hagener einziges europäisches Team sein, dafür hat Faustball neue Kontinente erschlossen. Aus den USA haben Mannschaften gemeldet, ein TSV-Gegner kommt sogar aus Melbourne. „Gegen Australier habe selbst ich noch nie gespielt“, staunt Schachtsiek. Noch härtere Konkurrenz für die Sechziger werden je zwei Teams aus Chile, Argentinien und Brasilien sein.

Eckert fällt kurzfristig aus

Mit sieben Spielern reisen die Sechziger an, neben Schachtsiek gehören Holger Bock, Carsten Braatz, Christian Thobe, Andreas Schmitz, Gregor Hafer und Markus Eckert, der allerdings nach einem Kreuzbandriss kurzfristig nicht einsatzfähig ist, zum Team. Volker Kuhlmann ist als Betreuer dabei, drei Spielerfrauen komplettieren die Reisegruppe. Die am 17. November zunächst von Amsterdam nach Buenos Aires fliegt, von dort in die argentinische Provinz-Hauptstadt Cordoba. Bei der dortigen Männer-WM wollen die Hagener Titelverteidiger Deutschland um Klubkollege Olaf Machelett im Halbfinale und Finale anfeuern. M35-Zuspieler Schmitz, der im Herren-Nationalteam als Teamarzt fungiert, nehmen sie danach mit, wenn es am 22. November über einen Kurztrip in Chiles Hauptstadt Santiago nach Llanquihue geht.

Vom 27. bis 29. November wird beim dortigen Verein „Club Gimnástico Alemán“ der World Cup ausgetragen. In Chile wird dann allmählich Sommer, doch darauf sehen sich die Hagener angesichts des milden Herbstes in der Heimat gut vorbereitet. „Wir konnten in Halden noch viel auf dem Rasen trainieren“, sagt Schachtsiek, „das ist wichtig, denn das Sprungverhalten des Balles ist draußen doch ganz anders. Und das Feld ist fünf Meter größer.“ Den Südamerikanern will der TSV so auch bei der dritten Reise auf den Kontinent sportlich Paroli bieten. Auch wenn man ohne Eckert ein Überangebot an Angreifern hat, so dass Bock zur Defensivkraft umfunktioniert werden muss. „Es wäre schon enttäuschend, wenn wir nicht ins Halbfinale kämen“, sagt Schachtsiek, der allerdings den brasilianischen Titelverteidiger Polisport als Favoriten sieht. Mit einer Medaille sollte es aber schon danach nach Patagonien gehen.

 
 

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