Von St. Lucia in die Welt des Profifußballs

Das Fußballtalent Caniggia Ginola Elva hält sich momentan im Injoy fit.
Das Fußballtalent Caniggia Ginola Elva hält sich momentan im Injoy fit.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Luis González stammt ursprünglich aus Argentinien, Caniggia Ginola Elva ist im karibischen Inselstaat St. Lucia geboren. Dass sich die beiden trotz der mehr als 5000 Kilometer Entfernung zwischen ihren Heimatländern und den alles andere als durchschnittlichen Lebensläufen momentan in Hohenlimburg aufhalten, haben sie einem gemeinsamen Charakterzug zu verdanken: der Liebe zum Fußball.

Luis González ist an der Lenne allerdings kein unbeschriebenes Blatt: Seit 2003 lebt der 58-Jährige in Hohenlimburg und begeisterte seitdem als Gitarrist bei zahlreichen Konzerten mit seinem feurigen Spiel. Was jedoch die wenigsten wissen: González ist nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern auch ein von der FIFA anerkannter „Players Agent“, ein Spielervermittler.

Kontakte zu Fredi Bobic

In dieser Funktion organisierte der ehemalige argentinische Erstligaspieler und studierte Diplom-Sportlehrer 2013 für den kanadischen Fußballverein Calgary South West United Soccer eine Tour durch Niedersachsen. „Dessen Trainer sagte mir, er habe einen guten Spieler im Kader, der gerade erst 17 geworden sei“, erzählt González. Der Hohenlimburger zeigte sich interessiert – erst recht, als der kanadische Coach ihm ein Video mit Dribbel-, Kopfball- und Spielszenen von Caniggia Ginola Elva übergab, der bereits als 13-Jähriger nach Kanada gezogen war. „Das hat mich wirklich beeindruckt“, erinnert sich González.

Daraufhin knüpfte er Kontakte zu Fredi Bobic und schickte dem Sportdirektor des Bundesliga-Klubs VfB Stuttgart das Video mit den Sequenzen des 17-jährigen Stürmers. Und diese Aufnahmen überzeugten offenbar auch Bobic, der Elva im November 2013 zu einem Probetraining einlud und ihn anschließend in die angesehene Jugendakademie des VfB aufnahm.

Vertrag in Stuttgart

Am 14. Juli, seinem 18. Geburtstag, soll der talentierte Kicker einen Vertrag in Stuttgart unterschreiben, um zunächst an einen anderen europäischen Club ausgeliehen zu werden und möglichst in absehbarer Zeit einen kanadischen Pass zu erhalten. „Denn als US-Amerikaner oder Kanadier besitzt man im deutschen Fußball den Status eines Halb-EU-Spielers und besetzt somit keinen Ausländerplatz“, erläutert González. DFB und DFL haben offenbar ihre eigenen Gesetze.

Momentan jedoch verbringt Caniggia Ginola Elva Urlaub bei dem Hohenlimburger Spielervermittler. Wenn man seinen Tagesablauf aufgrund der Übungseinheiten denn tatsächlich als Urlaub bezeichnen möchte. Allmorgendlich tankt er Kraft und Ausdauer im Fitnessstudio Injoy, das sein Talent fördert und ihm einen eigenen Coach an die Seite stellt. Anschließend trainiert er mit González auf einem Emster Platz, wo pausenlos Flanken und Schüsse auf dem Programm stehen. „Denn Stuttgart will ja einen Spieler nicht, weil er nett ist oder gut tanzen kann“, begründet der Spielervermittler das harte Training. Erst abends geht’s beim gemeinsamen Grillen dann gemütlicher zu.

Doch kommt bei einem jungen Mann, der seit vier Jahren seine Familie nicht gesehen hat, kein Heimweh auf? „Ich versuche, einfach nicht an Zuhause zu denken“, gibt sich Elva trotz seines Alters schon sehr erwachsen. Er möchte Erfahrungen sammeln, sich weiter entwickeln, unbedingt Profi-Fußballer werden. Und der ansonsten so realistische junge Mann hat sogar einen Traum: „Manchester United.“ Auf dem Weg dorthin ist der VfB für einen 17-Jährigen aber auch eine ganz gute Adresse.

 
 

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