Vier Jahrzehnte voller Höhen und Tiefen

Rudi Fandrey (links/stellvertretender Vorsitzender) und Henning Perestorf (Vorsitzender) von der Tischtennis-Abteilung des TuS Grundschöttel, die 2015 seit 40 Jahren existiert.
Rudi Fandrey (links/stellvertretender Vorsitzender) und Henning Perestorf (Vorsitzender) von der Tischtennis-Abteilung des TuS Grundschöttel, die 2015 seit 40 Jahren existiert.
Foto: WP
Der TuS Grundschöttel ist in die Tischtennis-Bezirksklasse aufgestiegen. Stellevertretender Abteilungsleiter Rudi Fandrey wagt einen Rückblick auf vier bewegte Jahrzehnte.

Grundschöttel..  War es ein Skandal oder eine damals normale Mogelei? In jedem Fall gibt es eine große Macke in der 40-jährigen Geschichte der Tischtennis-Abteilung des TuS Grundschöttel. Bis zum Jahr 1991 eilte die erste Mannschaft des TuS von Erfolg zu Erfolg – und stieg von der 3. Kreisklasse bis in die Verbandsliga auf. Doch der eigentliche Höhepunkte wurde zum Tiefpunkt.

Das TuS-Team spielte 1991 gegen den Post SV Bochum um die Teilnahme an der Oberliga-Aufstiegsrunde. Doch ausgerechnet in dieser wichtigen Partie musste ein krankes Mannschaftsmitglied ersetzt werden. In der Verzweiflung setzte der TuS Grundschöttel einen Spieler unter falschem Namen ein. „Das außergewöhnliche daran war aber nur, dass es jemandem aufgefallen ist“, erzählt der stellvertretende Vorsitzende Rudi Fandrey. Er deutet damit an, dass derartige Regelverstöße in der damaligen Zeit öfters vorkamen. Nur die Schummelei des TuS Grundschöttel wurde bekannt, der Verein trat 1991 freiwillig nicht bei der Aufstiegsrunde zur Oberliga an und zog ein Jahr später seine erste und zweite Mannschaft zurück. „Es war unglaublich, was hier nach der Gründung 1975 aufgebaut wurde“, sagt Rudi Fandrey, der 1976 in den TuS Grundschöttel eintrat: „Zahlreiche Zuschauer kamen zu den Verbandsligaspielen der ersten Herrenmannschaft. Das war Gigantisch.“

Eigengewächse aus der Jugend

Doch nach vielen erfolgreichen Jahren mit insgesamt 13 Aufstiegen der Jugend, der Damen und der Herren musste die Tischtennis-Abteilung einen Neustart hinlegen. Sie setzte sich das Motto: „Die Zukunft gehört der Jugend.“ Doch der Neuaufbau gestaltete sich schwierig. „Wir stagnierten, es fehlten die Leute“, so Fandrey. Da änderte sich 2006. Henning Perestorf wurde neuer Abteilungsleiter, Rudi Fandrey sein Stellvertreter. Mit dem damals 22-Jährigen sollte die Verjüngung vorangetrieben werden und die Abteilung wieder in altem Glanz erstrahlen.

Mit Erfolg: die erste Herrenmannschaft steigt nach dieser Saison in die Bezirksklasse auf. Außerdem tummeln sich in den fünf TuS-Mannschaften wieder die Eigengewächse aus der Jugend. „In unserer ersten Mannschaft haben wir mit Robin Fladrich und Patrick Dumke zwei Spieler aus der eigenen Jugend, die noch großes Potenzial haben“, erklärt Henning Perestorf.

65 Mitglieder

65 Mitglieder hat die Tischtennis-Abteilung des TuS Grundschöttel mittlerweile wieder. 1988 waren es allerdings schon mal über 100. „Da werden wir aber nicht mehr hinkommen“, ist Perestorf realistisch: „Tischtennis bleibt eine Randsportart.“ Auch eine Damenmannschaften stellt der TuS Grundschöttel momentan nicht. Perestorf: „Die wenigen Frauen, die spielen, sammeln sich meistens in bestimmten Vereinen.“ Trotzdem sind die Verantwortlich stolz auf das Erreichte. „Wir sind eine kleine Abteilung mit großen Erfolgen“, so Fandrey. „Außerdem haben wir hier ein besonderes Gemeinschaftsgefühl. Das wollen wir auf jeden Fall erhalten“, sagt Henning Perestorf.

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