VfL Eintracht Hagen besiegt TSG Söflingen 33:29

Jan Wilhelm ballt nach einem Torerfolg die Faust. Dorian Gollor guckt noch ein wenig skeptisch. Ob das Viertore-Polster des VfL Eintracht in Ulm ausreicht?
Jan Wilhelm ballt nach einem Torerfolg die Faust. Dorian Gollor guckt noch ein wenig skeptisch. Ob das Viertore-Polster des VfL Eintracht in Ulm ausreicht?
Foto: WP Michael Kleinrensing
Die Fans geizten nicht mit Beifall, die Drittliga-Handballer des VfL Eintracht Hagen klatschten von der Mitte des Spielfeldes aus freundlich in Richtung Haupttribüne zurück. Glückwünsche zum 33:29 (16:15)-Sieg beim Relegationsauftakt gegen die TSG Söflingen wollte aber keiner entgegennehmen. „Es ist Halbzeit. Wir betrachten das Duell als 120-Minuten-Partie, von der wir die ersten 60 Minuten jetzt hinter uns haben“, meinte Rechtsaußen Marius Kraus fünf Minuten nachdem in der Enervie Arena die Schlusssirene ertönt war.

Hagen.. Begonnen hatte die Partie vor rund 800 Zuschauern mit einem leichten Übergewicht des 14. der Süd-Staffel. Die Gäste führten mit 3:1, 4:2 und 5:3, bevor Maciej Dmytruszynski, Kraus per Tempogegenstoß und Fabian Schulte-Berthold erstmals eine 6:5-Führung erzwangen. Danach blieb es eng. Der 36-jährige Eintracht-Torwart Marco Stange bewies zwar mehrere Male sein immer noch großes Können, aber noch spektakulärer parierte vor der Pause Söflingens Schlussmann Markus Brodbeck. „Wir haben in der ersten Halbzeit eine sehr gute Torwartleistung gehabt, von der wir nicht genug profitiert haben“, meinte TSG-Trainer Gabor Czako nach dem Spiel.

Beim 16:13 hatten sich die Hausherren erstmals mit drei Toren abgesetzt. Aber der Vorsprung schmolz bis zur Pause wieder auf einen Treffer. „Sechs Tore Vorsprung sollten es schon werden, sonst wird es im Rückspiel sehr schwer“, meinte der ehemalige Eintracht-Torwart Andy Tisch in der Halbzeit. „Die Halle in Ulm ist immer voll und die Fans sorgen für große Stimmung.“

Das war gestern am Ischeland nicht anders, als Kraus und Co. sich nach der Pause anschickten, dem Rat ihres ehemaligen Schlussmannes zu folgen. Zwar konnten die Gastgeber eine 21:17-Führung nicht halten, doch nachdem Coach Khalid Khan beim Stand von 21:20 eine Auszeit genommen hatte, schien der entscheidende Durchbruch zu gelingen. Dorian Gollor, Ben Schütte und zweimal Marius Kraus sorgten für einen 26:21-Vorsprung (46. Minute), beim Stand von 29:23 (50.) wieder durch Kraus, diesmal per Siebenmeter, war erstmals die eingeforderte Sechstore-Führung erreicht.

Doch wie gewonnen, so zerronnen: Nach dem 31:25 streuten die Donaustädter eine 3:0-Serie ein, am ende musste sich der VfL Eintracht mit einem Vierpunkte-Polster begnügen.

„Wir haben heute nicht ganz so gut gespielt“, analysierte Linksaußen Jan Wilhelm nach Spielschluss kritisch: „Die erste Welle war noch gut, die zweite weniger. Wenn wir das im Rückspiel besser machen, denke ich aber, dass es gut für uns aussieht.“ Marius Kraus ist ähnlicher Meinung: „Söflingen hatte hier keine Chance auf den Sieg, wenn das nächsten Samstag auch so ist, kommen wir weiter.“

„Es ist ein Ergebnis, das beiden Teams alle Optionen offen lässt“, so bewertete Coach Khan den Spielausgang. Und als im Kabinentrakt Gästetrainer Gabor Czako seinen Weg kreuzte, gab es ein freundliches Händeschütteln. „Schade, dass eine von unseren beiden Mannschaften den Klassenerhalt nicht schafft“, sagte der Hagener Übungsleiter - und es klang aufrichtig. Kollege Gabor Czako nickte zustimmend mit dem Kopf.

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