Verschwundener Chennoufi taucht in Tunesien wieder auf

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen..  Am Sonntag starteten die Kirchheim Knights in der Karlsruher Europahalle in die Saison 2012/13 der 2. Basketball-Bundesliga Pro A. Und eigentlich hätte Ziyed Chennoufi dabei eine tragende Rolle spielen sollen, der gebürtige Hagener galt als eine der wichtigsten Verpflichtungen der Baden-Württemberger. Doch in der Woche zuvor verabschiedete sich der 23-Jährige in Kirchheim unter zweifelhaften Umständen kurzfristig spurlos, die Vereinsverantwortlichen vermuteten ihn bei seinem Ex-Klub Etoile Sportive Du Sahel Sousse in Tunesien. Eine richtige Einschätzung, wie nun Fredi Rissmann - Klubchef der BG Hagen und Aufsichtsrat bei Erstligist Phoenix Hagen - nach einem Telefonat mit Chennoufi bestätigte.

„Die Tunesier haben ihm die Freigabe verweigert“, brachte Rissmann, der am 10. Oktober für zwei Wochen in den Wellness-Urlaub in den tunesischen Mittelmeer-Ort Sousse fliegt, in Erfahrung. Einen Tag später will er dort Chennoufi, der mit den Phoenix Juniors 2007 deutscher Vizemeister wurde und bis 2008 im Phoenix-Zweitligateam aktiv war, in Sousse treffen. Zuvor sei dieser mit seinem Klubteam, mit dem er im Frühjahr tunesischer Meister wurde, im Libanon aktiv.

Auto am Flughafen abgestellt

Ein Spielort für Chennoufi, der bis Montag letzter Woche abwegig erschienen wäre. Denn der Flügelspieler verpflichtete sich im Sommer bei den Knights, für die er bereits während seiner Zeit bei Erstligist Ludwigsburg (2008-2011) in Doppellizenz - damals gemeinsam mit Ex-Phoenixcenter Adam Baumann - in der Pro A gespielt hatte. Noch am Montag stellte er stolz auf seine Facebook-Seite einen Videoclip, der ihn bei einem „Buzzerbeater“ für Kirchheim aus großer Distanz zeigt. Dann jedoch traf bei den Knights ein Fax vom Deutschen Basketball-Bund ein: Für Chennoufi bestehe keine Freigabe, weil er einen gültigen Vertrag mit ES Sahel bis Sommer 2013 habe. Nach Kirchheimer Angaben beharrte der 23-Jährige weiter darauf, dass nach ausstehenden Gehaltszahlungen dieser Vertrag nichtig sei, und versuchte, die Tunesier zur Freigabe zu bewegen.

Offenbar aber erfolglos, denn danach brach der Kontakt der Kirchheimer zu ihm ab. Stattdessen, so die Knights, habe der zuvor mit einem Gehaltsvorschuss ausgestattet Chennoufi sich wohl zum Flughafen Stuttgart abgesetzt, wo man nach intensiver Suche drei Tage später im Parkhaus den vom Verein zur Verfügung gestellten PKW fand, und sei nach Tunesien geflogen. Nach Tagen des Ratlosigkeit verpflichteten die Kirchheimer kurzfristig noch Kosta Karamatskos als Ersatz, verloren bei der BG Karlsruhe aber klar mit 76:99. „Wie verzwickt auch immer sich die Situation für Ziyed darstellte, einfach ohne ein Wort zu verschwinden, ist völlig unakzeptabel“, kommentierte Knights-Coach Frenkie Ignjatovic. Auch Rissmann räumt ein: „Manchmal ist Ziyeds Verhalten etwas unkonventionell.“ Das stellte man bereits bei Phoenix im Sommer fest, als der wegen zweier Bandscheibenvorfällen lange ausgefallene Chennoufi sich zum Try Out angesagt hatte, dann aber ohne Absage dort nicht erschien. Dabei hätte man durchaus Interesse an seiner Rückkehr gehabt. . .

 
 

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