Über Nutzungsgebühren soll mit Klubs diskutiert werden

Haushaltssicherungskonzept der Stadt Hagen: Oberbürgermeister Jörg Dehm . WP-Bild Martin Prehl
Haushaltssicherungskonzept der Stadt Hagen: Oberbürgermeister Jörg Dehm . WP-Bild Martin Prehl
Foto: WP

Hagen. Das Sporttreiben auf den Plätzen sowie in den Hallen und Bädern Hagens wird teurer. Um wie viel, das ist indes noch offen. Denn bei der Vorlage des 90-Millionen-Sparpakets kündigte Oberbürgermeister Jörg Dehm zwar die Erhebung von Nutzungsgebühren für kommunale Sportanlagen an, ein Konzept soll aber erst bis Ende September nachgereicht werden. Stadtsportbund-Chef Dietmar Thieser kündigte den Widerstand der Vereine an.

568 Seiten stark ist das „Haushaltssicherungskonzept 2011“, das Dehm bei einer Pressekonferenz und in der Ratssitzung vorstellte (Internet unter www.hagen.de), bei dem aus Sicht der heimischen Sportler brisantesten Punkt indes fehlen konkrete Informationen. „Vereine sollen an den Betriebskosten in den städt. Sportanlagen und für die Nutzung der Bäder beteiligt werden“, heißt es in der Konsolidierungsmaßnahme 52.007 nur, ein entsprechendes Konzept werde bis zum 30. September nachgereicht. Erst dann könne auch der erwartete Gesamtbetrag, der in die 90,5 Millionen Sparvolumen noch nicht eingerechnet ist, abgeschätzt werden.

Bereits zuvor wolle man in eine intensive Diskussion mit Vereinen und Verbänden eintreten, kündigte Dehm an. „Die Klubs mit vereinseigenen Anlagen hatten das Thema immer wieder angemahnt“, verwies der Oberbürgermeister auf die Schieflage zwischen den Vereinen, die aufwändig eigene Anlagen unterhalten uns jenem Großteil, der kommunale Hallen und Plätze umsonst nutze: „Es geht um eine vernünftige Verteilung der Lasten.“ Zudem, so Dehm, habe die Bezirksregierung eine solche Nutzungsgebühr immer wieder angemahnt, da es eine solche in einigen Städten auch mit weniger schlechter Finanzlage bereits gebe.

Die anderen Sparmaßnahmen des Sports - durch Reduzierung der Objektbetreuung, Aufgabe der Sportplätze Berchum, Dahmsheide und Quambusch und Übertragung weiterer Sportstätten in Schlüsselgewalt der Vereine - mit einem Gesamtvolumen von 640 000 Euro sind weitgehend Bestandteil des bereits vom Rat beschlossenen „Pakt für den Sport“. Auf diesen verweist auch Stadtsportbund-Chef Dietmar Thieser. „Ich gehe davon aus, dass unser Konsolidierungsbeitrag damit geleistet ist“, verwahrt er sich ausdrücklich gegen Nutzungsgebühren, „in den letzten 15 Jahren haben die Vereine die Stadt bereits erheblich entlastet.“ Auch das gestern vom Rat beschlossene Servicezentrum Sport trage zur Konsolidierung bei. „Wenn die Gebäudewirtschaft ausrechnet, was es sie kostet, wenn die Schlüsselgewalt wieder beendet wird, hat sich das Thema Hallengebühren schnell erledigt“, glaubt Thieser. Andernfalls ist der SSB-Chef sicher: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Sport das widerstandslos hinnehmen wird. Wir werden die Vereine mobilisieren.“

Denn auch die Verwaltungsvorlage räumt ein, dass angesichts dieser zusätzlichen Belastung ein Aus für Vereine oder ein starker Mitgliederverlust bei Beitragserhöhungen nicht auszuschließen seien. „Ich wüsste nicht, wo wir das Geld für Hallennutzungsgebühren herholen sollten“, sagt stellvertretend etwa Ralf Pinkvoss, Vorsitzender des TSV Hagen 1860. Der größte heimische Klub wäre gleich doppelt getroffen. Durch die vereinseigene Anlage Hoheleye sei man finanziell „am absoluten Maximum“, gleichzeitig ist man angesichts der großen Mitgliederzahl aber auch eifrigster Nutzer der städtischen Sportstätten.

 
 

EURE FAVORITEN