TV Volmarstein steht vor großer Entscheidung

Beim TV Volmarstein steht der Freizeitsport im Vordergrund. Wie auf dem Bild zu sehen ist, sind dabei alle Generationen vertreten.
Beim TV Volmarstein steht der Freizeitsport im Vordergrund. Wie auf dem Bild zu sehen ist, sind dabei alle Generationen vertreten.
Foto: Valentin Dornis
Der Turnverein Volmarstein wird immer größer. Das bringt Herausforderungen mit sich. Mehr Engagement wird benötigt.

Wetter..  Die 1000er-Marke soll noch in diesem Jahr geknackt werden. Derzeit tummeln sich etwa 970 Mitglieder im Turnverein Volmarstein, Pressereferent Christoph Lumpe ist zuversichtlich, dass die Mitgliederzahl am Ende des Jahres vierstellig sein wird. Das wäre ein neuer Rekord und ein weiteres Indiz dafür, dass der TV sich seit seiner Gründung im Jahr 1903 zu einem der größten Vereine der Umgebung entwickelt hat.

Aber auch in einer anderen Hinsicht wird das Jahr 2016 für den TV Volmarstein ein ganz entscheidendes. „Es geht darum, dass wir uns jetzt entscheiden müssen, was für ein Verein wir sein möchten“, sagt Christoph Lumpe. „Die Frage ist, ob wir ein reiner Dienstleister sein wollen oder ein echter Verein.“

Verein oder Dienstleister

Der 47-Jährige bringt den Vergleich mit einem Fitnessstudio, in dem man eine Stunde trainiert, duscht und wieder nach Hause fährt. Solange die Geräte und die Duschen sauber sind, ist man zufrieden. Man möchte nicht noch nach dem Training mit der Servicekraft ein Bierchen trinken gehen oder erkundigt sich, wie es dem Kind geht. Aber gerade das macht für Christoph Lumpe das Vereinsleben aus. Dass man mehr zusammen macht als nur Sport. Dass man sich auch mal zum Grillen oder auf ein Bierchen trifft und sich in gemütlicher Atmosphäre austauscht. Doch gerade das gehe immer mehr zurück. „Das ist auch eine Folge des gesellschaftlichen Wandels“, glaubt Lumpe. Speziell beim TV Volmarstein bestehe dazu das Manko, dass man über kein Vereinsheim verfüge. Also einen Ort, an dem sich Mitglieder nach dem Sport noch zusammensetzen könnten.

Womit wir bei den Wünschen Lumpes für die Zukunft wären. Das Vereinsheim – genau wie der Traum von einer eigenen Turnhalle – ist dabei aber eher perspektivisch gedacht. Derzeit müssen die Freizeitsportler die städtischen Turnhallen nutzen, doch mit der wachsenden Mitgliederzahl reichen die Turnhallenzeiten schon lange nicht mehr aus. Die Folge: Der Verein muss zusätzlich Hallen anmieten. Allein im Jahr 2015 hat das 11 000 Euro gekostet. „Es ist abzusehen, dass hier noch höhere Kosten auf den Verein zukommen werden“, sagt Lumpe. Um das nötige Geld aufzubringen, hat er eine Idee: Unternehmen könnten Patenschaften für einzelne Sportgruppen übernehmen. „Warum soll nicht jemand sagen, ich unterstütze jetzt die Badminton-Gruppe und zahle dafür wöchentlich die Hallenmiete?“, überlegt der im Vertrieb arbeitende Lumpe.

Das Sponsoring wird eines der Themen sein, die auf der Jahreshauptversammlung am 19. Februar besprochen werden. An diesem Tag soll auch eine Weichenstellung in der eingangs gestellten Frage vorgenommen werden, als was sich der Verein in Zukunft begreifen möchte. „In jedem Fall brauchen wir mehr Menschen, die bereit sind, sich zu engagieren“, betont Lumpe. „Ohne das Ehrenamt kann der Verein in der jetzigen Form nicht weiter existieren.“ Deswegen sei man für jeden dankbar, der etwas macht. Dass mehr Engagement gebraucht wird, sieht man daran, dass die Position des ersten Vorsitzenden derzeit nicht besetzt ist; auch einen Vorstand für den Kindersport oder einen Beisitzer der Finanzbuchhaltung gibt es derzeit nicht.

Kinder entwickeln sich weiter

Christoph Lumpe selbst leitet montags die Turngruppe der Vier- bis Sechsjährigen und betreut mittwochs den Ballsport für Jungen im Alter von acht bis zehn Jahren. „Es bereitet mir Freude, die Entwicklung der Kinder zu sehen“, erklärt Lumpe, der dem Verein seit zehn Jahren angehört, seine Motivation. Im Vergleich zu anderen Vereinen, die am Ligabetrieb teilnehmen, hat sich der TV als Adresse für Freizeitsportler positioniert. Nur die Tischtennisabteilung kämpft um Punkte. „Bei uns gibt es keinen Druck“, sagt Lumpe, „niemand muss auf der Auswechselbank sitzen.“ Gerade bei den jüngeren Teilnehmern sei eine Weiterentwicklung schnell zu beobachten. „Sie lernen, sich zu bewegen, haben Erfolgserlebnisse, entwickeln Selbstbewusstsein“, zählt Lumpe die Vorteile des regelmäßigen Sports auf. Nicht zu vernachlässigen sei auch die soziale Komponente: Die Kinder lernen, sich in Gruppen zu integrieren und im Team zu arbeiten.

Jugendarbeit wurde intensiviert

Aktuell merkt der TV Volmarstein jedenfalls, dass er seine Jugendarbeit in den letzten Jahren intensiviert hat. Beim Kinderturnen etwa musste zuletzt ein zweiter Termin angeboten werden, weil das Angebot so gut angenommen wurde. Jüngste Neuerung: Die Einführung einer Ballsportgruppe für Jungen, die am 1. Februar beginnen soll. Weitere Angebote sollen folgen. Spätestens wenn Mitglied Nummer 1 000 auf der Matte steht.

 
 

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