TTC Hagen verlässt die Bundesliga

Anton Källberg, zuletzt Spitzenspieler des TTC Hagen, bleibt erstklassig. Der junge Schwede wechselt zum deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf. Foto:Michael Kleinrensing
Anton Källberg, zuletzt Spitzenspieler des TTC Hagen, bleibt erstklassig. Der junge Schwede wechselt zum deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf. Foto:Michael Kleinrensing
Foto: WP Michael Kleinrensing
  • Neues Team stand dank Hilfe von Andreas Preuß schon bereit
  • Nach Rückzug eines Sponsors musste die Reißleine gezogen werden
  • 1. TTC-Mannschaft nächste Saison maximal in der Oberliga

Hagen.. Die Sportstadt Hagen hat einen Bundesligisten weniger. Gestern teilte der TTC Hagen der Geschäftsführung der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) mit, dass man sich „schweren Herzens“ aus dem deutschen Oberhaus zurückziehen werde. „Leider ist unser Verein an der mangelnden finanziellen Unterstützung von örtlichen Sponsoren gescheitert. Zurzeit konzentrieren sich die Sponsoren fast ausschließlich auf die Rettung des Hagener Basketball-Bundesligisten Phoenix Hagen“, heißt es in einem Schreiben an TTBL-Geschäftsführer Nico Stehle, in dem TTC-Manager Horst Bartelmeß den Entschluss des Vereins erläutert.

Drei Jahre lang trat der TTC Hagen in der höchsten deutschen Tischtennis-Spielklasse an. Die letzten beiden Spielzeiten endeten jeweils mit dem sportlichen Abstieg. Da es aber nicht genug Aufstiegsinteressenten gab - aktuell hat kein einziger Zweitligist eine Erstliga-Lizenz beantragt -, hätte der TTC in eine vierte Erstliga-Spielzeit gehen können. Die TTBL war daran interessiert, dass Hagen der Liga erhalten bleibt, damit man weiter mit zehn Vereinen spielen kann. Jetzt bleiben nur neun Klubs übrig.

Zwar war seit geraumer Zeit bekannt, dass mit dem Schweden Anton Källberg, dem Belgier Cedric Nuytinck und den Kroaten Borna Kovac das bisherige Team nicht mehr zur Verfügung stehen würde, aber ein Nachfolge-Trio stand, wie Horst Bartelmeß gestern verriet, schon parat. Andreas Preuß, Manager des deutschen Rekordmeisters und TTC-Kooperationspartners Borussia Düsseldorf, hatte drei neue Spieler an der Angel, „mit denen wir in der kommenden Saison durchaus konkurrenzfähig gewesen wären“, davon ist Bartelmeß überzeugt. Und dies mit einem Mini-Etat von rund 60 000 Euro. Bei der Erstliga-Konkurrenz, so heißt es, fängt die Budget-Untergrenze bei etwa 200 000 Euro an.

Aber auch 60 000 Euro ist ein Betrag, den man erst einmal zusammenbekommen muss. „Wenn wir uns allein aus Zuschauereinnahmen finanzieren wollten, dann müssten wir einen Schnitt von rund 1000 Besuchern haben“, verrät Horst Bartelmeß. Der TTC indes war schon froh, wenn man in der Arena am Ischeland 250 Fans begrüßen konnte. In der Spitze kamen rund 500 Zuschauer.

Nachdem Anfang dieser Woche ein wichtiger Sponsor seinen Ausstieg ankündigte, zeichnete sich ab, „dass wir die Reißleine ziehen müssen“, so Bartelmeß. „Mit den erreichbaren Mitteln ist es nicht mehr möglich, einen geordneten Spielbetrieb in der Tischtennis- Bundesliga sicherzustellen.“

Zurzeit wird geprüft, ob die höchste TTC-Mannschaft demnächst stark genug für die Oberliga (5. Klasse) ist. Zurzeit spielt die Zweitvertretung in der Verbandsliga, das ist noch darunter.

 
 

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