Rückhalt der Fans erstaunt Spieler von Phoenix Hagen

Als intaktes Team mit Charakter präsentierte sich Phoenix Hagen
Als intaktes Team mit Charakter präsentierte sich Phoenix Hagen
Foto: Jörg Laube
  • Phoenix-Spieler staunen über Unterstützung der Anhänger.
  • Noch kein konkreter Abwanderungswunsch.
  • Treffen mit Fans ist für Sonntag geplant.

Hagen. Und gerade die neuen Spieler von Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen staunten nach der 85:95-Niederlage im Telekom-Dome über den Rückhalt durch die Fans im ersten Spiel nach der beantragten Planinsolvenz. „Es war unwirklich, diese Unterstützung zu sehen, absolut unwirklich“, bekannte Neuzugang Chris Hass per Facebook, „Hagen gibt nicht auf, weder werde ich das tun noch das Team.“ Ähnlich sah es auch Teamkollege Adam Hess, der hinzufügte: „Ich hoffe, in der nächsten Woche können wir mit der gesamten Mannschaft zusammenspielen.“ Ob es im Heimspiel gegen s.Oliver Würzburg (Sonntag, 18 Uhr) tatsächlich so kommt, ist indes offen. Stand Montag, so Geschäftsführer Patrick Seidel, habe es noch keinen konkreten Abwanderungswunsch gegeben.

Bereits in der letzten Woche habe es zwei Anfragen von Spieleragenten gegeben, konkretisiert wurde bisher nichts. Und die Phoenix-Spieler betonten nach dem Bonn-Spiel unisono, dass es ihnen in Hagen gefalle und sie gerne bleiben würden. Durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit ist ihr Gehalt zwar bis einschließlich November gesichert. Die Summe ist allerdings auf 6200 Euro Bruttoverdienst gedeckelt, Einbußen müssten also die drei oder vier mehr verdienenden Kadermitglieder hinnehmen. Bei ihnen, so Seidel, habe der Verein auch keine Möglichkeit, bei einem Wechselwunsch die Freigabe zu verweigern. Der Geschäftsführer betonte aber auch: „Wir können nicht zwei, drei Spieler schnell abgeben, dann kriegen wir nur noch Klatschen und keiner kommt mehr in die Halle.“ Zumal aktuell auch noch mit Richie Williams sowie kurzfristig Jonas Grof und Julian Jasinski drei Akteure ausfallen. Ob also betroffene Spieler wie Kapitän David Bell, den Phoenix als Identifikationsfigur unbedingt halten möchte, oder Center Trent Plaisted bleiben, könnten schon die nächsten Tage zeigen.

Während die nach Bonn mitgereisten Phoenix-Anhänger die Mannschaft unaufhörlich anfeuerten und nach dem Spiel im Fanblock feierten, hatten sie vorher ihre Kritik am Aufsichtsrat und dessen Vorsitzenden Sven Eklöh mit Transparenten deutlich kundgetan. Und - quasi als Protest - alle Banner im Stehplatzblock verkehrt herum aufgehangen, zudem Coach Ingo Freyer den Rücken gestärkt. „Kritik ist berechtigt, in den letzten eineinhalb Jahren ist einiges liegen geblieben“, räumte der erst seit September als Geschäftsführer fungierende Seidel ein, „wir versuchen, die Fans wieder mit ins Boot zu nehmen.“ Für den nächsten Sonntag - ob vor oder nach dem Würzburg Spiel wird noch entschieden - ist ein erster „Fan-Talk“ in der Arena am Ischeland vorgesehen.

Neuer Hallenboden benötigt

Dann wird zum Würzburg-Spiel auch der 2010 angeschaffte Spielboden wieder verlegt, der nach den starken Beanspruchungen der letzten Jahre an vielen Stellen bricht und stetig ausgebessert werden muss. Im Sportausschuss der Stadt hatte Phoenix bereits vor Saisonbeginn um einen Zuschuss für die etwa 80 000 Euro kostende Anschaffung eines neuen Bodens geworben (die WP berichtete), der Ausschuss tagt aber erst wieder im Dezember. „Ein neuer Hallenboden ist alternativlos“, sagte Seidel, „die Kommissare bei den Heimspielen haben schon ein Auge darauf. Und wir können nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass er noch 14 Heimspiele hält.“

Zudem benötige man einen solchen Boden nicht nur in der Bundesliga, sondern im wahrscheinlichen Abstiegsfall auch in der ProA. Durch die aktuelle Situation sei die Finanzierung natürlich nicht einfacher geworden, man versuche sie nun mit einigen Partnern zu realisieren. Wenn diese steht, beträgt die Lieferfrist vier bis sechs Wochen. Der grundsätzliche Auftrag an den Bodenhersteller ist schon erteilt.

 
 

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