Phoenix zeigt am Ende sein Feiertags-Gesicht

Rainer Hofeditz
Wenn Feier-Tag in der Enervie Arena ist, tanzen die Phoenix-Akteure nach dem Spiel in der Halle. Gegen Bonn war das mal wieder der Fall.Foto: Michael Kleinrensing
Wenn Feier-Tag in der Enervie Arena ist, tanzen die Phoenix-Akteure nach dem Spiel in der Halle. Gegen Bonn war das mal wieder der Fall.Foto: Michael Kleinrensing
Foto: WP Michael Kleinrensing
Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen gewann nach einem Pausenrückstand das Westduell mit den Telekom Baskets Bonn mit 82:77. „Leidenschaft und Kampf zeichnen Phoenix aus. Das haben wir nach der Pause erneut bewiesen“, freute sich Trainer Ingo Freyer.

Hagen. Phoenix Hagen, das ist in der aktuellen Basketball-Bundesligasaison eine Mannschaft mit zwei Gesichtern. Es gibt ein Phoenix-Team für Feiertage, an denen die Fans Siege gegen die Branchengrößen der Liga bejubeln. Aber es gibt auch Tage, an denen darf jeder Hagen schlagen. Am 26. Spieltag war wieder einmal Feiertag. Im Westduell mit den Telekom Baskets Bonn behielt die Truppe von Trainer Ingo Freyer mit 82:77 die Oberhand.

Diesmal trugen die Volmestädter beide Gesichter in einer Partie zur Schau. Zur Pause (34:45) sprach wenig für den zweiten Sieg im zehnten Punktekampf gegen den einzig verbliebenen NRW-Rivalen. Nach ausgeglichenem Beginn hatten die Bonner das zweite Viertel beherrscht. Mit gutem mannschaftlichen Zusammenspiel bekamen sie ein Hagener Team in Griff, das sein Heil vorwiegend in Einzelaktionen suchte. Und das, wie an schlechten Tagen, nicht traf: Keiner der sechs Dreier-Versuche bis zur Pause landete im Korb.

Was Ingo Freyer seinen Spieler in der Halbzeit gesagt hatte, wollte der Hagener Coach später nicht verraten. „Gar nicht so viel“, meinte er nur. Die Wirkung seiner Worte war allerdings gewaltig.

Nach der Pause stand ein völlig anderes Phoenix-Team auf dem Feld. Eines, das den Gegner mit hoher Intensität unter Druck setzte und den Baskets den Weg zum Korb versperrte. Einzig Bonns überragender Akteur Tony Gaffney (24 Punkte, 11 Rebounds) fand noch ab und zu eine Lücke. Die meisten Teamkollegen nicht. „Wir wollten nach der Pause mit Ruhe agieren, unsere Systeme durchlaufen und die Center einsetzen“, erläuterte Gästetrainer Mathias Fischer nach dem Spiel seinen Plan, um anzufügen: „Das ist uns nicht gelungen. Stattdessen haben wir weiter ohne Erfolg von draußen geballert und wollten mit dem Kopf durch die Wand.“

Baskets kamen in den Schlusssekunden noch einmal heran

Das will Phoenix Hagen oft, und an guten Tagen gelingt es auch. Wenn die Spieler sich gegenseitig pushen und der Funke auf die Fans überspringt, dann kann Hagen jeden schlagen. Nach Oldenburg, den Artland Dragons und Alba Berlin musste das auch der Tabellensechste Bonn erleben, obwohl es nach einer 78:68-Führung von Phoenix noch einmal eng wurde. Die Baskets kamen in den Schlusssekunden noch einmal auf Schlagdistanz heran (80:77), waren im Angriff und hatten in Person von Ryan Brooks die Chance, durch einen Dreier den Ausgleich zu erzwingen. Aber Brooks hatte den Spielstand anscheinend nicht im Kopf. Er verzettelte sich bis nur noch ein schwieriger Zweipunkte-Versuch möglich war, der daneben ging. Nach dem erwarteten schnellen Foul der Gäste setzte David Bell mit zwei verwandelten Freiwürfen den Schlusspunkt.

Das Ergebnis einer großen kämpferischen Leistung wurde gemeinsam mit den Fans überschwänglich gefeiert. „Leidenschaft und Kampf zeichnen Phoenix aus. Das haben wir nach der Pause erneut bewiesen“, freute sich Ingo Freyer, den die Fans zur „Humba“-Zeremonie gerne auf dem Heuboden gehabt hätten. Aber der Phoenix-Coach winkte ab. Wenn er nicht in einer vorgegebenen Frist zur Pressekonferenz nach dem Spiel erscheint, muss der Verein eine Strafe zahlen.

Stattdessen strahlte der Übungsleiter wie Assistent Steven Wriedt und die anderen Verantwortlichen mit den Fans um die Wette. Man kann auch sagen: Phoenix zeigte mal wieder sein Feiertagsgesicht.

Phoenix Hagen: Bell (19, 1/4 Dreier, 5 Rebounds), Dugat (7, 1/1 Dreier), Bleck (0/1 Dreier), Khartchenkov, Wendt, Gordon (16, 1/4 Dreier, 4 Rebounds), Gregory (12, 10 Rebounds, 2 Blocks), Dorris (22, 2/3 Dreier), Ramsey (6, 4 Rebounds, 2 Blocks).

Telekom Baskets Bonn: McCray (2, 0/2 Dreier), Looby (4), Veikalas (8, 0/5 Dreier), Brooks (11, 1/5 Dreier), Mangold (2, 0/2 Dreier), Lawrence (6, 0/3 Dreier, 10 Assists), Koch (2), Gaffney (22, 11 Rebounds, 1/3 Dreier), Wachalski (5), McLean 13, 13 Rebounds).

Viertel: 20:23, 14:22, 26:14, 22:18.

Teamstatistik: 44:43 % Trefferquote, 5/13:3/22 Dreier, 27/31:10/13 Freiwürfe, 34:43 Rebounds, 10:18 Assists, 16:15 Ballverluste, 10:7 Ballgewinne.

Zuschauer: 3145 (ausverkauft).