Phoenix Hagen vor dem sofortigen Aus - Spiel in Ludwigsburg noch nicht sicher

Owen Klassen (rechts) und Trent Plaisted (links) haben Angebote von anderen Klubs vorliegen. Klassen steht bei Science City Jena auf der Liste, könnte somit in Kürze ein Kollege von Marcos Knight und Kenny Frease (Mitte, von links) werden.
Owen Klassen (rechts) und Trent Plaisted (links) haben Angebote von anderen Klubs vorliegen. Klassen steht bei Science City Jena auf der Liste, könnte somit in Kürze ein Kollege von Marcos Knight und Kenny Frease (Mitte, von links) werden.
Foto: Jörg Laube
  • Mannschaft am Dienstag informiert
  • Mittwoch Mitteilung an die Liga (BBL)
  • BG plant Umzug zum Ischeland

Hagen.. Der Bus ist gebucht, das Hotel auch, das Abschlusstraining in der Ludwigsburger Rundsporthalle für Samstag, 20 Uhr, geplant. Ob es dazu kommt, war am Dienstag allerdings völlig offen. Keiner konnte seriös die Frage beantworten, ob das Team von Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen, das sich spätestens nach dem Heimspiel am 10. Dezember gegen Braunschweig aus dem deutschen Basketball-Oberhaus (BBL) zurückziehen wird, am Samstag die Reise in die Barockstadt noch antritt. Die Tendenz ging eher in Richtung „Nein“. Das Spiel beim Tabellensiebten MHP Riesen Ludwigsburg ist für Sonntag, 15.30 Uhr, terminiert.

Phoenix-Mannschaft wurde am Dienstagvormittag informiert

Am Dienstagvormittag wurde die Mannschaft des abgeschlagenen Tabellenletzten über den Stand der Dinge informiert. Weil keine Chance bestand, 800 000 Euro für die Aufrechterhaltung des Spielbetriebes bis Saisonende aufzutreiben, hat sich die Vereinsführung zur Einstellung des Spielbetriebes nach der übernächsten Partie entschlossen (wir berichteten). Bis Mittwoch, 24 Uhr, hofft der Klub 250 000 Euro Sponsorengelder akquirieren zu können, damit eine Regelinsolvenz abgewendet und zur kommenden Saison ein Neustart in der 2. Bundesliga ProA erfolgen kann. „Der erste Schritt ist getan, der zweite muss bis Mittwochabend folgen“, wollte Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel am Dienstag keine Wasserstandsmeldungen zur Höhe der bisher eingegangenen Zusagen abgeben.

Was den kurzfristigen Verbleib der Spieler anbelangt, die am 12. Dezember freigestellt werden sollen, konnte gestern nur spekuliert werden. Owen Klassen steht schon seit geraumer Zeit beim BBL-Rivalen Science City Jena auf der Wunschliste, Centerkollege Trent Plaisted soll ein Angebot aus Belgien vorliegen. Mannschaftskapitän David Bell fehlte zuletzt wegen eines Magen/Darm-Infekts. US-Spielmacher Richie Williams ist bereits zum ProA-Zweitligisten RheinStars Köln abgewandert.

Am Mittwochvormittag hofft Geschäftsführer Seidel bei einem weiteren Gespräch mit der Mannschaft Klarheit darüber zu bekommen, ob die definitiv letzte Auswärtsfahrt in der laufenden Saison am Samstag noch angetreten wird. Bis 14 Uhr hat Phoenix Hagen zudem Zeit, sich der Liga gegenüber schriftlich zu erklären, was Ist-Stand und Planungen betrifft. Bei einem geordneten Rückzug stände der einzige Erstligist aus Westfalen als erster Absteiger fest, hätte aber laut BBL-Pressesprecher Dirk Kaiser ein Anwartschaftsrecht auf die Teilnahme an der ProA in der Saison 2017/18 erworben. „Natürlich muss der Verein dann ganz normal das Lizenzierungsverfahren durchlaufen“, so Kaiser.

Kooperationspartner BG Hagen, als Tabellenzweiter der 1. Regionalliga aktuell im Drittliga-Aufstiegsrennen, plant schon für die Zeit nach dem Phoenix-Ausstieg. Angedacht ist, aus der Eilper Otto-Densch-Halle in die frei werdende Arena am Ischeland umzuziehen. Damit hat die zweite Basketball-Kraft der Volmestadt schon einmal gute Erfahrungen gemacht. Nach dem Bundesliga-Aus von Brandt Hagen Ende 2003 ebenfalls aus finanziellen Gründen zog die BG, damals abstiegsbedrohter Zweitligist, auch in die Ischelandhalle um. „Zum ersten Heimspiel gegen Schwelm kamen 1600 Zuschauer“, erinnert sich Vereinschef Fredi Rissmann daran, dass die Besucherzahl in etwa vervierfacht werden konnte. Und der Klassenerhalt wurde am Ende auch geschafft.

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