Phoenix Hagen findet mit Ole Wendt ein Talent auf dem Weg nach oben

Hat sich festen Platz in Phoenix-Rotation erkämpft: Ole Wendt.
Hat sich festen Platz in Phoenix-Rotation erkämpft: Ole Wendt.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Bei Basketball-Bundesligist schwärmen Trainer und Geschäftsführer von ihrem Neuzugang Ole Wendt. Der 20-jährige Kieler überzeugt mit Ehrgeiz, Einsatz und Leistung.

Hagen. Der Unterschied, klein aber fein, liegt in der Betonung: Der Ausruf „Olé“ - bei Tribünengesängen auch hierzulande längst Allgemeingut - drückt in Spanien die Begeisterung für eine Leistung im Stierkampf aus, „Ole“ - ohne Akzent - ist ein nordischer Vorname. Bei den Fans von Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen geht beides zusammen. Denn Neuzugang Ole Wendt hat sich mit seiner Spielweise den Respekt des Anhangs längst erarbeitet, was sich mittlerweile im Liedgut auf dem „Heuboden“ der Enervie Arena niederschlägt. Auch bei den sportlich Verantwortlichen genießt der 20-Jährige nicht erst seit dem 78:64-Sieg gegen die s.Oliver Baskets Würzburg Anerkennung, den festen Platz in der Stamm-Rotation hat er sich erkämpft.

Junge Deutsche sind angesagt in der Basketball-Eliteklasse, die größeren Chancen dank der nur noch sechs Importkräfte zulassenden 6+6-Regelung haben sie schon reiflich genutzt. Das gilt nicht nur für Akteure wie Lucca Staiger (Ludwigsburg) oder Maik Zirbes (Bamberg), die weit vorn in der Korbjägerliste stehen.

Auch die noch jüngeren Philipp Neumann (Bamberg), Daniel Theis (Ulm) und Dennis Schröder (Braunschweig) aus dem U20-Nationalteam haben den Sprung geschafft. Und eben Ole Wendt, der im Sommer diesen Jahrgang zum guten fünften Platz bei der Europameisterschaft in Slowenien geführt hat. „Ole gilt als die nächste große Hoffnung auf der Spielmacherposition“, bekannte Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann schon bei dessen Verpflichtung.

Souveränität, Übersicht und ein gutes Auge

Was den gebürtigen Kieler zum Anführer dieser starken Generation befähigt, weiß man inzwischen auch in Hagen zu ermessen. Souveränität, Übersicht und ein gutes Auge im Aufbau zeichnen den uneigennützigen Wendt, von dessen „Pass-first“-Mentalität die Mitspieler profitieren, ebenso aus wie ein schneller Zug zum Korb, Reboundstärke und höchst bissige Defensivarbeit. Dass der 20-Jährige bei den Ballgewinnen in den Top zehn der Liga auftaucht, spricht für sich. Und das bei „nur“ gut 15 Minuten Spielzeit im Schnitt.

Eine regelmäßige Einsatzzeit, die sich in dreieinhalb Bundesliga-Jahren bei Phoenix indes noch kein deutsches Talent zuvor erarbeiten konnte. „Es führt einfach kein Weg an ihm vorbei, er gibt uns viel“, betont Trainer Ingo Freyer, dass der Nachwuchs-Spielmacher sich die Minuten verdient habe: „Wir sehen ja, wie er im Training arbeitet.“ Wendt schiebe bei der Übungsarbeit viele Extraschichten, seine Ambitionen seien spürbar. Freyer: „Ole ruht sich nicht aus, er will nach oben. Man merkt, was für ein guter Spieler er werden will.“

Wendts Entwicklung und der Umgang mit dem Talent werde auch die Anerkennung von Phoenix als Ausbildungsverein maßgeblich beeinflussen, das war Herkelmann vor Saisonstart klar. Bisher muss der U20-Nationalspieler die Entscheidung für Hagen nicht bereuen, auch die - im Vorfeld mit ihm besprochene - Nachverpflichtung von Mark Dorris schmälerte seine Chancen nicht. „Bisher ist das viel mehr als ich erwartet habe“, sagt Wendt: „Man kriegt hier nichts geschenkt, das muss man als junger Spieler wissen. Ich werde weiter versuchen, meine Minuten zu erkämpfen.“ Nach den bisherigen Eindrücken dürften es eher mehr als weniger werden. . .

 
 

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