Phoenix Hagen baut Abstand auf Abstiegsplätze weiter aus

Hagens Larry Gordon beim Jubel nach einem Punktwurf.
Hagens Larry Gordon beim Jubel nach einem Punktwurf.
Foto: imago

Hagen.. Mit der überraschenden Heimpleite von Tabellen-Konkurrent Trier gegen Schlusslicht Crailsheim hatte der 21. Spieltag der Basketball-Bundesliga für Phoenix Hagen schon gut begonnen. Und er endete nach dem Hagener 83:73-Sieg in Göttingen auch nach Wunsch, als tags darauf Bremerhaven und Tübingen gegen Bamberg und München eben keine Überraschungen gelangen. Das Phoenix-Polster zu den Abstiegsplätzen ist so gewachsen, es beträgt jetzt acht Punkte. „Allmählich kristallisiert sich heraus, wer lange unten bleiben muss“, meint Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann, bleibt indes vorsichtig: „Ich bin froh, dass wir momentan nicht dabei sind. Aber das kann ja schnell gehen.“

Zumal manche Keller-Teams im letzten Wechsel-Monat noch einmal alles probieren, um sich zu verbessern. Etwa der Mitteldeutsche BC, der nach der Verpflichtung von Ex-Phoenix-Ass Mark Dorris seine lange Niederlagenserie mit dem 72:67 gegen Braunschweig beendete, auch wenn Dorris nicht punktete. Der MBC soll zudem vor der Verpflichtung von US-Forward Darryl Webb stehen, hätte dann acht Importspieler im Kader. Noch nicht ausgewirkt haben sich die Veränderungen beim Tabellen-Vorletzten Eisbären Bremerhaven.

Nachverpflichtungen vom Tisch

Beim Debüt des neuen Trainers Muli Katzurin, der Calvin Oldham abgelöst hat, unterlag man mit 63:75 gegen Bamberg, tags darauf verpflichtete man mit Jerry Smith von Israels Erstligist Rishon einen weiteren US-Guard. Freitag soll dieser in Braunschweig debütieren, genau eine Woche später erwarten die Bremerhavener Phoenix. In Hagen dagegen sind Gedankenspiele an Nachverpflichtungen vorerst vom Tisch, nachdem Keith Ramsey nach seinem Bänderriss bereits in Göttingen wieder spielen konnte. „Die Mannschaft ist gefestigt, auch wenn Ramsey noch lange nicht wieder bei 100 Prozent ist“, befindet Herkelmann.

Dabei half enorm, dass neben dem überragenden David Bell in Göttingen Larry Gordon mit 17 Zählern so zuverlässig punktete wie seit drei Monaten nicht. Eine schwache Dreier-Quote von 25 Prozent hatte der Flügelspieler in dieser Saison bisher vorzuweisen, das Vertrauen in den eigenen Wurf schien ihm abhanden gekommen. Am Samstag aber traf er drei von fünf Distanzwürfen, griff zudem am Brett mit zwölf Rebounds energisch zu.

Gordon hat Rhythmus gefunden

„Endlich habe ich wieder getroffen, die ganze Saison schon habe ich nach meinem Rhythmus gesucht“, freute sich Gordon, der nach Muskelfaserriss und fünfwöchiger Pause erst sein drittes Spiel wieder bestritten hatte. „Wir haben ihn während seiner Verletzung gepusht, heute hat er uns es zurückgezahlt“, freute sich Trainer Ingo Freyer: „Aber vor allem sieht man wieder, wie wichtig Larry für uns als starker Rebounder auf der Position drei ist.“

Erfreut stellte der Phoenix-Coach zudem fest, dass sein Team sich auch gegen die Göttinger - wie zuvor bereits gegen Bayreuth und Ulm - den direkten Vergleich gesichert hat: „Das kann nochmal wichtig werden.“ Die Chance hat man auch am Karnevals-Samstag im um einen Tag vorgezogenen Heimspiel gegen die Artland Dragons (18.30 Uhr, Enervie Arena).

Bell will wieder gutes Heim-Team werden

Ein Sieg egal in welcher Höhe würde Phoenix nach dem 85:81-Auswärtserfolg in Quakenbrück dazu reichen. Zudem könnte man an der verbesserungswürdigen Bilanz am Ischeland (zwei Siege, acht Niederlagen) arbeiten. „Hoffentlich war das ein Erlebnis, auf das wir aufbauen können“, meinte Kapitän Bell nach dem Coup in Göttingen: „Und vielleicht werden wir zum Saisonende ja auch wieder ein gutes Heim-Team.“

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