Per Günther beeindruckt auch seine Familie

Auch in der Abwehr haut  sich Per Günther ‘rein. Hier versucht er, Phoenix-Akteur Tristan Blackwood zu stellen.  Das gelang im März meist gut: Ulm siegte in der Enervie Arena klar mit 87:61.
Auch in der Abwehr haut sich Per Günther ‘rein. Hier versucht er, Phoenix-Akteur Tristan Blackwood zu stellen. Das gelang im März meist gut: Ulm siegte in der Enervie Arena klar mit 87:61.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Per Günther wurde stark humpelnd vom Feld geführt, und die Angehörigen wussten nicht genau warum. „Wir waren auf der Insel Wangerooge und haben das dritte Basketball-Halbfinal-Playoffspiel zwischen Ulm und Würzburg in einer Kneipe verfolgt“, schildert Vater Dietmar Günther die Schrecksekunde. „Am Fernseher war der Ton abgestellt.“

Hagen.. Aber alles wurde gut. Ulms Nationalspieler Per Günther, der einen Schlag aufs Knie erhalten hatte, kam im zweiten Viertel zurück aufs Feld, glänzte besonders im Schlussabschnitt und verdiente sich ein Sonderlob von Trainer Thorsten Leibenath („Per ist d e r Spieler der Play-offs“). Sein Team ließ sich von einem zwischenzeitlichen Rückstand nicht aus der Bahn werfen, gewann am Ende mit 88:80 und zog damit in die Endspielserie ein. Gegner ist ab Sonntag Titelverteidiger Bamberg, der um 15.30 Uhr zunächst Heimrecht hat. Wer zuerst drei Spiele gewonnen hat, ist deutscher Meister.

Den Auftakt der Final-Play-offs werden die Angehörigen wieder am Fernseher verfolgen. Diesmal mit Ton. Vater Dietmar, Mutter Martina, der jüngste Sohn Jasper (13), der für den TSV Hagen 1860 auf Korbjagd geht, und voraussichtlich auch Pers Bruder Philipp (27), der aus Münster anreisen will, werden im Elternhaus in Boelerheide mitfiebern. „Live haben wir bisher in dieser Saison noch kein Play-off-Spiel gesehen“, berichtet Dietmar Günther, wie Mutter Martina früher selbst in der Bundesliga aktiv. „Aber nächsten Mittwoch wollen wir nach Ulm reisen.“ Dann findet das erste Heim-Endspiel in der Ratiopharm-Arena statt. „Und am Donnerstag ist Feiertag, das passt“, so Dietmar Günther.

Von den jüngsten Leistungen seines Sohnes Per ist der Vater schwer beeindruckt: „Ich möchte nicht sagen, dass ich stolz auf ihn bin. Stolz bin ich auf alle drei Söhne, weil sie gute Jungs sind. Ich bin mehr fasziniert von dem, was Per zuletzt geboten hat.“ Im ersten Spiel gegen Würzburg erzielte er entscheidende Punkte, in Würzburg avancierte er mit 25 Zählern zum überragenden Akteur, und auch nach seiner zwischenzeitlichen Verletzung bei Partie Nummer drei setzte der 24-Jährige am Ende Akzente. „Mit jeder starken Leistung steigt der Druck“, weiß Vater Dietmar, „wie er bisher damit umgeht, das ist schon außergewöhnlich.“

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