Ohne unersetzlichen Jonusas wird Phoenix böse vorgeführt

Axel Gaiser
Foto: WP Michael Kleinrensing

Frankfurt. Die Heimpleite im Kellerduell gegen Ludwigsburg hat kräftige Spuren hinterlassen: Ohne den am Rücken verletzten Kapitän Zygimantas Jonusas wurde Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen von den Skyliners in Frankfurt vorgeführt. Bei der 47:92 (19:48)-Demontage wirkten die Hagener völlig hilflos.


Einer Entscheidung wurden die Phoenix-Trainer schon vor dem Hochball enthoben, aber anders als sie es geplant hatten. Nicht Center Edward Seward oder Aufbau Brandon Brooks blieben als überzähliger achter Importspieler auf der Bank, sondern ein eigentlich unersetzlicher Akteur: Zygimantas Jonusas, unermüdlich kämpfender Kapitän, war im Ludwigsburg-Spiel mehrfach auf den Rücken gestürzt und musste passen. Das Wiedersehen des Litauers mit seinem letztjährigen Phoenix-Teamkollegen Jacob Burtschi musste sich so auf einen kurzen Plausch beim Warmmachen beschränken.

Wie sehr Jonusas den Gästen fehlte, wurde in der hessischen Metropole schnell deutlich. Und das sah sich auch Burtschi weitgehend von draußen an. Als der US-Flügelcenter nach vier Minuten für Skyliners-Center Jermareo Davidson Platz machte, waren beide Teams noch auf Augenhöhe. Wenig später ging Phoenix durch Bernd Kruel beim 7:9 (5.) letztmals in Führung. Doch eine halbe Minute vor der Pause, in der die Hagener im Angriff überhastet agierten, reichte Frankfurt zur 17:11-Viertelführung. Und dazu, das Phoenix in der Folge völlig zusammenbrach.

Gegen die bissige Frankfurter Defensive um den am Brett dominanten Davidson wirkten die Gäste offensiv völlig hilf- und planlos und produzierten Fehler in Serie. Auch Spielmacher Davin White machte diesmal da keine Ausnahme. Frankfurt dagegen hatte nun seinen Rhythmus gefunden und spielte die Hagener nach Belieben aus. Beim 23:11 (13.) hatten sich die Gastgeber schon etwas abgesetzt, als Burtschi zurück ins Spiel kam, war beim 32:17 (16.) die Vorentscheidung gefallen. Denn das Team von Phoenix-Trainer Ingo Freyer machte nicht den Eindruck, noch gegenhalten zu können. Ganze drei Feldkörbe durch Kruel und Edward Seward gelangen im zweiten Abschnitt, der 8:31 verloren ging.

An diesem Eindruck eines deutlichen Klassenunterschieds änderte sich auch nach dem Seitenwechsel wenig - im Gegenteil. Beim 68:30 durch einen Dreier von Johannes Herber (29.) feierten die Skyliners euphorisch in Erwartung der nun greifbar nahen Play-offs, während Freyer entnervt zur Auszeit bat. Es änderte sich nichts, die Demütigung der Hagener setzte sich bis zum Abpfiff fort.

„Nach dem ersten Viertel ist alles zusammengebrochen“, ärgerte sich Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann, „jeder Frankfurter Spieler war uns heute in jedem Aspekt des Spiels überlegen.“ Die wichtigste Frage sei nun, wie man dies bis zum nächsten Kellerduell am Samstag gegen Bayreuth verkrafte. Denn die Lage im Abstiegskampf verschärft sich weiter, da die bisher punktgleichen Gießener mit 80:66 gegen Trier siegten. Wenigstens unterlag Ludwigsburg nach zwei Verlängerungen mit 89:95 gegen die Artland Dragons.