Nicht nur Eintracht Hagen trauert um Gustl Wilke

Insgesamt 13 Jahre, zuletzt von 2008 bis 2011, trainierte Gustl Wilke die Bundesliga-Handballerinnen von Borussia Dortmund. Im Frühjahr letzten Jahres verabschiedete sich der gebürtige Hagener.
Insgesamt 13 Jahre, zuletzt von 2008 bis 2011, trainierte Gustl Wilke die Bundesliga-Handballerinnen von Borussia Dortmund. Im Frühjahr letzten Jahres verabschiedete sich der gebürtige Hagener.
Der Tod von Gustl Wilke aus dem Vorstand des Hagener Handballvereins VfL Eintracht hat Trauer und Bestürzung ausgelöst. Völlig unerwartet verstarb Wilke am gestrigen Donnerstag im Urlaub an der Nordsee. Eine der größten Hagener Handball-Ikonen wurde 68 Jahre alt.

Hagen.. Gustav Wilke, von allen nur „Gustl“ genannt, wurde am 24. April 1944 in Wehringhausen geboren, nur einen Steinwurf vom legendären Sportplatz an der Rehstraße entfernt. Über seinen sechs Jahre älteren Bruder Ralf fand auch Gustl zum Handball. Als einer der besten Feldhandballer in Deutschland war er Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre ganz wesentlich an der Rückkehr des VfL Eintracht in die nationale Spitzenklasse beteiligt.

Seite an Seite mit seinem Bruder sorgte Gustl Wilke in der Halle mit dem Durchmarsch bis in die Regionalliga und auf dem Feld mit den Aufstiegen von der Verbands- bis in die Bundesliga für Furore. Nach dem Gewinn der westdeutschen Meisterschaft 1971 zogen die Grüngelben im ersten Bundesligajahr auf Anhieb in das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft ein.

1973 übernahm Gustl Wilke als Spielertrainer sowohl auf als auch außerhalb des Feldes die Verantwortung beim Wehringhauser Traditionsverein - mit Erfolg: 1973 schafften die Eintrachtler erneut den Einzug ins deutsche Halbfinale. 3700 Zuschauer sahen im Ischelandstadion einen 16:15-Erfolg gegen den TV Großwallstadt, der aber nach einer 12:17-Hinspielniederlage beim mehrfachen deutschen Meister nicht zum Finaleinzug reichte.

Zu diesem Zeitpunkt war Gustl Wilke trotz seiner gerade einmal 29 Jahre schon ein erfahrener Trainer. Bereits mit 18 Jahren hatte er als A-Jugendcoach beim VfL Eintracht fungiert, dann mit 20 Jahren das Traineramt beim DJK Schwarz-Gelb Hagen übernommen, mit dem er insgesamt zehn Aufstiege auf dem Feld und in der Halle bejubeln konnte. Nach weiteren Trainerstationen bei UTG Witten, in der Regionalliga beim VfL Eintracht Hagen und bei VfK Iserlohn führte er den Hasper SV in die Oberliga.

Ausbilder für Generationen

1990 übernahm Gustl Wilke das Traineramt bei den Handballerinnen von Borussia Dortmund, mit denen er seine größten Erfolge feierte. 1997 führte er die BVB-Bundesligafrauen ins Endspiel um den EHF-Europapokal gegen Ljubljana, das fast 9000 Zuschauer in die Westfalenhalle lockte.

Wie die Dortmunder Damen, die er zuletzt noch einmal von 2008 bis 2011 coachte, trainierte Gustl Wilke auch die Männer des VfL Eintracht Hagen zweimal. Sein Stammverein profitierte immer wieder davon, dass er als Sportdozent an der Bochumer Ruhr-Universität Generationen von Handballern ausbildete, die dann oft den Weg an die Volme fanden. Nicht nur die Mitglieder und Freunde des VfL Eintracht werden „ihrer“ Handball-Ikone Gustl Wilke ein ehrendes Andenken bewahren.

 
 

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