Muskelschmiede und mentale Stärke

Jens Kotainy (18) und Chris Polkowski (19) trainieren Calisthenics.
Jens Kotainy (18) und Chris Polkowski (19) trainieren Calisthenics.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Einige ihrer Freunde haben es als Turnen bezeichnet, ihre Übungen belächelt. Doch mittlerweile lacht niemand mehr. Einige möchten jetzt sogar mit ihnen trainieren. Die beiden Hohenlimburger Chris Polkowski (19) und Jens Kotainy (18) halten sich mit „Calisthenics“ fit.

„Calisthenics“ sind eine Form des körperlichen Trainings, das eine Reihe von einfachen, oft rhythmischen Bewegungen beinhaltet und für die nur das eigene Körpergewicht genutzt wird.

Chris Polkowski hat „Calisthenics“ im November 2011 für sich entdeckt. „Ich habe im Fitnessstudio mit ganz normalen Klimmzügen angefangen“, so der 19-jährige angehende Abiturient des Gymnasiums Hohenlimburg. Ein paar Monate später konnte er – mit Hilfe von Videos im Internet – auch Jens Kotainy von der Trainingsmethode überzeugen, die in Deutschland noch relativ unbekannt ist.

Es sieht einfach aus...

Es sieht für den Laien so leicht aus, es ist nicht zu erkennen, was für ein enormer Kraftaufwand hinter den einzelnen Übungen steckt. „Calisthenics“ sind dafür ausgelegt, die Kraftfähigkeiten sowie die Beweglichkeit und die Körperkontrolle zu verbessern. Aber auch mental hilft das Training, ist nützlich für eine Steigerung der Konzentration. „Man muss sich immer wieder zum Training motivieren und beim Training selbst voll dabei sein“, weiß Jens Kotainy. Bei den Übungen müssen die Sportler stets konzentriert sein, wenn sie zum Beispiel bei einem Handstand auf der Querstange nicht abrutschen möchten.

Zuerst haben die beiden Hohenlimburger separat trainiert, jetzt trainieren sie drei- bis viermal die Woche zusammen. „Zusammen trainieren macht einfach mehr mehr Spaß als allein“, sagen die beiden unisono. Die Resultate lassen sich sehen, denn so mancher Mann träumt einem derartig dickem, gespanntem Bizeps. Für Jens Kotainy ist die mentale Stärke für sein zweites Steckenpferd sehr wichtig, spielt der doch in der Schach-Bundesliga beim SF Essen-Katernberg.

„Workoutplace“

Eigentlich können die Sportbegeisterten bei „Calisthenics“ auch ohne Trainingszubehör auskommen. Im Gegensatz zu den USA und Russland gibt es in Deutschland so gut wie kein Trainingsgelände, dass die Amerikaner „Workoutplace“ nennen. Also wo trainieren? „Ich habe von meinen Eltern die Erlaubnis bekommen, dass wir in unserem Garten ein Trainingsgelände bauen dürfen“, so Jens Kotainy. Und so ist es auch geschehen. In zweimonatiger Bauzeit entstand der „Workoutplace“ mit drei Querstangen in unterschiedlichen Höhen im „Kotainy-Grün“.

So können die beiden Hohenlimburger Gymnasiasten jetzt ungestört trainieren. „Wenn man mit vielen Leuten in einem Fitnessstudio ist, wird man nur abgelenkt“, so die fleißigen Athleten, die an Gewicht ab-, aber schon viel an Muskelmasse zugenommen haben. „Mittlerweile können wir auch nicht mehr ohne Calisthenics.“ Die Abiturprüfungen haben sie jetzt hinter sich, wollen das Trainingspensum vor dem geplanten Mallorca-Urlaub im Sommer noch erhöhen. „Calisthenics“ ist übrigens für jedermann geeignet, lediglich im Entwicklungsalter ist diese Art von Fitness nicht zu empfehlen. In den USA betreiben sogar Menschen mit über 70 Lenzen „Calisthenics“. „Voraussetzung ist nur eine gewisse Grundfitness, den Rest kann man sich aneignen“, so Jens Kotainy und Chris Polkowski.

 
 

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