„Mannschaftssportler im Beruf Teamplayer“

Bernd Preußner (2. von rechs) wird die Vorstandscrew des SV 1910 um Alfredo Pais, Hans-Werner Hartung, Erich Berlet und Norbert Ullrich (von links) verstärken.
Bernd Preußner (2. von rechs) wird die Vorstandscrew des SV 1910 um Alfredo Pais, Hans-Werner Hartung, Erich Berlet und Norbert Ullrich (von links) verstärken.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Am 31. Juli diesen Jahres geht Bernd Preußner, zweiter Vorsitzender des SV Hohenlimburg 1910, in den wohlverdienten Ruhestand. Der stellvertretende Leiter des Rechnungswesens der BILSTEIN GROUP arbeitet seit 46 Jahren beim Familienunternehmen im Weinhof.

Der gebürtige Hohenlimburger war stets im Sport engagiert, gründete er doch 1974 die Betriebssportgemeinschaft BILSTEIN, für die er viele Stunden seiner Freizeit opferte. Das Fußballteam der BSG sammelte etliche Trophäen, ob westdeutsche oder westfälische Meistertitel. Im Jahr 2005 stand der TuS Holthausen nahe dem Aus, so dass Preußner eine Vorstandsfunktion übernahm, mit einigen BSG-Akteuren zur Hegge wechselte und dort als sportlicher Leiter viel bewegte. Höhepunkt war 2009 der langersehnte Wiederaufstieg ins Kreisliga-Oberhaus unter Trainer Klaus Hassenpflug.

Im letzten Sommer zog es den Wahl-Iserlohner dann an den Kirchenberg zum heimischen SV Hohenlimburg 19 10. Im Interview mit dieser Zeitung sprach Preußner über den Betriebssport, übertragbare Werte, das aktuelle Geschehen bei den Zehnern und gab außerdem einen Tipp für das anstehende DFB-Pokalfinale ab.


Frage: Wie sind Sie in die derzeitige Position gekommen?
Bernd Preußner: Ich habe eine Ausbildung bei BILSTEIN gemacht und dann habe ich mich dort immer wohl gefühlt. Dazu hatte ich das große Glück, erst mit Frau Ilse Bilstein und anschließend mit Herrn Marc T. Oehler Chefs zu haben, wie man sie sich nicht besser wünschen kann. Es hat immer alles gepasst dort, ernsthaftes Interesse, die Firma zu wechseln, bestand eigentlich nie. Trotz vieler Abwerbungsversuche bin ich BILSTEIN immer treu geblieben und habe das auch nie bereut. Für mich ist und bleibt BILSTEIN der beste Arbeitgeber weit und breit.


Stand Ihr Engagement im Betriebssport oder hinterher in den Vereinen irgendwann einmal dem Beruf im Weg?
Nein, Betriebssport wurde von Frau Bilstein und später von Herrn Oehler immer sehr großzügig unterstützt. Was Besseres konnte der Betriebssportgemeinschaft nicht passieren. Aktuell bietet die BSG BILSTEIN noch Badminton und Tischtennis an, dazu Zumba-, Pilates- oder Yogakurse für alle Mitarbeiter.


Wie bringt man Beruf, Vereinsarbeit und Familie unter einen Hut?
Gutes Zeitmanagement ist ganz wichtig. Und wichtig ist natürlich auch, dass man einen Partner hat, der da mitspielt und einem oftmals den Rücken freihält. Gott sei Dank habe ich das Glück, dass meine Frau immer meine Sport- und Fußballbegeisterung akzeptiert und toleriert hat. Als ich anfangs noch selber gespielt habe, kam sie auch manchmal mit anderen Frauen zu den Spielen.


Inwieweit kann man Werte aus dem Sport ins Berufsleben übertragen ? Personen, die Mannschaftssport betrieben haben, die sind auch im Beruf Teamplayer. Meiner Meinung nach ist gerade der Betriebssport sehr wichtig und förderlich für den Zusammenhalt und ein gutes Betriebsklima. Man hat ein gemeinsames Hobby und gleiche Interessen. Das fördert natürlich auch die Kommunikation untereinander. Auch das soziale Miteinander wird durch den gemeinsamen Sport gefördert, beim Mannschaftssport muss jeder dem anderen helfen. Wenn du dass verinnerlicht hast, bist du auch eher bereit, deinen Arbeitskollegen zu helfen, was wiederum dem täglichen Miteinander gut tut. Einige Jahre, bevor ich 1971 die BSG BILSTEIN gründete, gab es schonmal einen kurzen Versuch, eine Mannschaft ins Leben zu rufen. Sie bestand nur aus kaufmännischen Angestellten, die sich beim Training mit „Sie“ ansprachen.


Kommen wir zum aktuellen Geschehen. Wie bewerten Sie die andauernde Spielzeit des Sportvereins im Seniorenbereich?
Da muss man sagen, dass die erste Mannschaft eine schlechte Hinrunde gespielt hat. Das lag aber daran, dass das Team sich erst einmal finden musste. Die neuen Spieler mussten sich integrieren und ich denke, dass Roman Reichel das gut gelungen ist. An den Ergebnissen zum Ende der Hinrunde und in der Rückrunde kann man das gut erkennen. Pech ist in der Schlussphase sicherlich der Ausfall von Nik Kunkel. Nicht, dass wir auch ohne ihn noch den zweiten Platz erreichen könnten, aber es fehlt nach vorne hin etwas an der spielerischen Klasse. Unsere Abwehr ist dafür die zweitbeste der Liga.


Wie sieht es im nächsten Jahr aus? Die Verpflichtungen für die „Erste“ lassen auf eine ganz gute Saison hoffen. Die Mehrzahl der Spieler bleibt ja bei uns, und der Stamm ist gut eingespielt, besonders die Abwehr. Durch einen Klasse-Spieler wie Patrick Schoppen vom Hasper EV kriegen wir noch mehr Stabilität dazu, und dann müssen wir nochmal in der Offensive schauen. Da ist mit Vicenzo Burgio vom FC Iserlohn auch mehr Qualität in die Mannschaft gekommen und eventuell halten wir Ausschau nach einem weiteren Stürmer. Bei unserer Reserve müssen wir es einfach nochmal auf ein Neues versuchen.


Was macht Bernd Preußner, wenn es sich nicht um die Arbeit oder den Fußball dreht?
Dann macht Bernd Preußner folgendes: er geht in den Garten und kümmert sich um die Pflege, das ist für mich Erholung. Ich relaxe auch ganz gerne mal, „chille“ sozusagen und lese auch mal ein gutes Buch. Im Sommer mit Freunden draußen grillen ist natürlich auch sehr wichtig. Soweit es geht reise ich auch gerne. In diesem Jahr stehen noch Bruck an der Mur, Normandie, Sylt und Oberammergau auf dem Programm.


Am Samstag findet in Berlin das Pokalfinale zwischen dem BVB und dem VfL Wolfsburg statt. Was ist Ihr Tipp?
Ich tippe auf 3:2 für Wolfsburg. 2:2 nach normaler Spielzeit und 3:2 in der Verlängerung, das wäre nicht schlecht.

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