„Macht den Eindruck, als gingen überall die Lichter in Hagen aus“

Hagen..  Vertrauen ist die Basis dafür, dass Unternehmen bereit sind, das Projekt Phoenix Hagen weiter zu befeuern. Doch dieses Vertrauen wurde in den letzten Monaten auf eine harte Probe gestellt. 250 000 Euro – diese Summe muss Phoenix Hagen zusammenbringen. Nur dann ist der Weg in eine Insolvenz in Eigenregie möglich. Und nur der eröffnet Phoenix überhaupt eine Perspektive, in der kommenden Saison in der zweiten Liga ProA zu starten.

Die Märkische Bank ist der Geldgeber, dessen Logo auf den Trikots prangt. Stellt Phoenix den Spielbetrieb wie angekündigt ein, ist es mit dem Werbeeffekt für das in der Region verwurzelte Kreditinstitut vorbei. „Die Zeit bis zum Ende des Monats ist ja knapp bemessen“, sagt Hermann Backhaus, Vorsitzender des Vorstands, „wir stellen unser Engagement auf den Prüfstand.“ Ergebnis: offen.

Gleichwohl macht Backhaus keinen Hehl aus seiner Enttäuschung: „Ich bin geschockt angesichts der neuen Zahlen. Wenn noch einmal 800 000 Euro erforderlich sind, um die laufende Saison zu Ende zu bringen, dann kann ich nicht verstehen, wie diese Summe in relativ kurzer Zeit zusammengekommen ist. Allerdings: Mit diesem Fehlbetrag weiter in der ersten Liga anzutreten, macht keinen Sinn.“ Lob findet Backhaus für die Jugendarbeit im Verein, die weit in die Region hinein wirke. „Aus meiner Sicht macht es Sinn, die weiter zu unterstützen.“

Die laufenden Verträge will die Sparkasse Hagen erfüllen. Gleichzeitig verdeutlicht Sparkassen-Sprecher Thorsten Irmer: „Ein Engagement darüber hinaus wird es durch unser Haus nicht geben.“ Irmer spricht von einer „sehr schwierigen Situation“ – auch auf Sponsoren-Seite. „Das führt bei uns dazu, dass wir Gegenleistungen nicht erhalten. Aber eine unserer Intentionen ist es auch, das Projekt zu befeuern.“

Auf die prekäre Situation in der Stadt hebt Carl-Michael Schulte von Bandstahl Schulte ab: „Es macht den Eindruck, als gingen gerade überall die Lichter in Hagen aus – Douglas, Putsch, das Theater und jetzt Phoenix. Die Fehler der Vergangenheit holen uns ein. Ich habe als Schüler schon in den 70er Jahren auf dem Heuboden gesessen. Hagen ist eine Basketballstadt. Die Entwicklung tut weh.“ Im Vorfeld der Sponsoren-Veranstaltungen habe man bereits Gespräche geführt und signalisiert, deutlich zu helfen. Voraussetzung sei allerdings ein radikaler Neuanfang. Ausdrücklich lobt Schulte den neuen Geschäftsführer Patrick Seidel.

Auch Bandstahlservice Hagen ist bereit, zu helfen. „Die Bedeutung, die Phoenix für Hagen hat, würde man wohl erst richtig bemerken, wenn es denn Verein nicht mehr gäbe. Von daher wollen wir helfen, das Kind in die ProA zu retten“, sagt Geschäftsführer Michael Leber und ergänzt: „Wenn das gesichert ist, braucht es dringend Aufklärung.“ Derzeit sei man dabei, kurzfristig ein Netzwerk der Sponsoren zu initiieren, um über den aktuellen Stand informiert zu sein.

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