Im Räumeinsatz für die Mountainbiker

Von Christina Makarona
Ehrenamtliche Helfer des Ruhrbike-Marathons wie Moritz Wichmann müssen die Strecke wieder räumen, die nach dem Sturmregen am 20. Juni teilweise zerstört wurde.
Ehrenamtliche Helfer des Ruhrbike-Marathons wie Moritz Wichmann müssen die Strecke wieder räumen, die nach dem Sturmregen am 20. Juni teilweise zerstört wurde.
Foto: Christina Makarona
Der Sturm hinterließ am Donnerstag chaotische Zustände entlang der Strecken. Das Organisationsteam des Ruhrbike-Festivals machte sich gestern mit mehreren Trupps auf den Weg, um Ordnung zu schaffen

Wetter.  „Angenehm wird diese Tour nicht“, sagt Moritz Wichmann und streckt seine Hand aus, um die ersten Regentropfen des Tages abzufangen. Heckenschere und Motortrimmer liegen schon im Kofferraum des schwarzen Peugeot. Wichmanns Begleiter Jörg Linnert legt sich seine Schutzkleidung zurecht und steigt auf der Fahrerseite ein. Ihr Ziel: ein kleines Waldstück an der Straße Im Blumental. Ihre Aufgabe: das Chaos zu beseitigen, welches das Unwetter am vergangenen Donnerstag hinterlassen hat. Denn am Samstag startet der Ruhrbike-Marathon und dafür muss die Strecke frei von jeglichen Hindernissen sein.

Bis Mitternacht im Einsatz

Der Harkortberg, wo das Großereignis um 12.30 Uhr beginnt, blieb verschont. „Zum Glück“, sagt Nils Schäfer, Pressesprecher des Ruhrbike-Festivals und Vorstandsmitglied des Mountainbike-Clubs Bochum. „Dennoch haben wir noch reichlich zu tun, weshalb einige von uns sicherlich bis nach Mitternacht vor Ort und auf der Strecke unterwegs sein werden.“ Und während er den Aufbau des Gerüstes auf dem Sportplatz beaufsichtigt, fahren Moritz Wichmann und Jörg Linnert zum ersten, 150 Meter langen Waldstück, das von Ästen und Sträuchern – Hinterlassenschaften des stürmischen Regens – befreit werden muss.

„Anstrengend ist es schon“, sagt Jörg Linnert, als er den Motortrimmer aus dem Auto hebt. „Dennoch ist es eine Arbeit, die ich gerne mache.“ Der 45-jährige Fernfahrer engagiert sich sonntags für die Jugend des RSC-Tretlager Ruhr. Eine Woche Urlaub hat er sich genommen, um seinem Verein bei den Vorbereitungen des Ruhrbike-Marathons unter die Arme zu greifen, ist dabei hauptsächlich zuständig für den Streckenbau und die Organisation der Großveranstaltung.

„Geröll, das aus dem kleinen Waldstück auf die Straße gespült wurde, können wir nicht beseitigen“, sagt Linnert. Das sei die Aufgabe der Stadt. Der Graben, der sich dadurch im Waldweg und somit inmitten der Strecke gebildet hat, stellt deshalb eine neue Herausforderung dar, welche die Mountainbiker werden meistern müssen. „Wir werden aufpassen müssen, dass wir mit den Rädern nicht auf die glitschigen Steine geraten“, erklärt Moritz Wichmann. Der 24-Jährige, der an der Ruhr-Universität Bochum Bauingenieurswesen studiert, will heute die 35 Kilometer lange Kurzstrecke sowie die Deutsche Hochschulmeisterschaft im Cross Country am morgigen Sonntag mitfahren.

Und obwohl er zwischendurch in die Universität muss, ist die Arbeit für Moritz Wichmann und Jörg Linnert noch lange nicht getan. Wichmann: „Wir haben jemanden, der die gesamte Strecke abfährt und uns sagt, welche Wege wir wieder herrichten müssen.“

100 Eigentümer um Erlaubnis gefragt

Sowieso müsse man für das Ruhrbike-Festival immer im Einsatz sein, erklärt Mitorganisator Nils Schäfer. „Nach dem Marathon ist vor dem Marathon.“ Die Vorbereitungen für das Festival laufen nicht erst seit gestern auf Hochtouren. „Nach der Veranstaltung lassen wir uns einige Wochen Zeit, ruhen uns ein wenig aus, aber maximal zwei Monate später beginnt erneut die Organisation“, so Nils Schäfer. Schließlich müsste bei gut 100 Eigentümern die Erlaubnis eingeholt werden, dass entlang ihrer Grundstücke die Strecke verlaufen darf. Dabei gebe es immer wieder „erstaunlich viele Hindernisse“, so dass oft kleinere Veränderungen durchgeführt werden müssen. Schäfer: „Mal wird die Streckenführung aufgrund von Bauarbeiten geändert, mal wechselt ein Grundstück seinen Besitzer und wir dürfen dort nicht mehr entlang fahren. Letztendlich haben für diesen Marathon alle mitgespielt und dafür sind wir sehr dankbar.“

Wie auch für die Hilfe, welche die Vereine zum Beispiel aus Wetter, Bochum und der näheren Umgebung angeboten haben. „Neben den 80 Streckenposten sind weitere 80 bis 100 ehrenamtliche Helfer auf dem Platz am Harkortberg unterwegs, um die Veranstaltung zu stemmen“, führt Schäfer auf. So könne der „deutschlandweit bekannte Marathon“ überhaupt erst stattfinden, zu dem sich MBT-Größen wie Heike Hundertmark angekündigt haben. Doch letztendlich, sagt Nils Schäfer, „kommt es auf alle 1000 Starter an, die beim Festival antreten werden“.