Ihre Füße vermitteln Takt und Tempo

Vera Schimetzek betreibt in Hagen ein Tanzstudio
Vera Schimetzek betreibt in Hagen ein Tanzstudio
Foto: Joern Sackermann WP
Vera Schimetzek aus Wetter ist begeisterte Stepptänzerin. In ihrem Tanzsstudio in Hagen vermittelt sie auch Anfängern den richtigen Takt und das Tempo. „Mich fasziniert am Steppen die Vielseitigkeit“, erklärt die Wahl-Wetteranerin, die seit 2005 in der Ruhrstadt lebt.

Wetter..  Vera Schimetzeks Augen leuchten, wenn sie eines ihrer Steppvideos anschaut. In denen knallt die 46-Jährige ihre Füße auf den Holzboden. Schnell, dann langsam, mal sanft, mal hart. „Mich fasziniert am Steppen die Vielseitigkeit“, erklärt die Wahl-Wetteranerin, die seit 2005 in der Ruhrstadt lebt. Ihr Tanzstudio befindet sich seitdem in Hagen. Dort vermittelt sie „Takt, Tempo und Timing“.

Vor rund 22 Jahren schaut Vera Schimetzek den Film „Singing in the rain“ mit Gene Kelly. Anschließen steht für sie fest: „Ich möchte auch so tanzen können.“ Doch das ist Anfang der 90er Jahre gar nicht so einfach. Schimetzek reist nach Dortmund, Düsseldorf, Münster, immer auf der Suche nach Gleichgesinnten, die ihr das „richtige Steppen beibringen können“. Richtig bedeutet für sie Steptanz, wie er in Amerika entstanden ist. Erfunden von afroamerikanischen Einwanderern, die auf den Plantagen keine Instrumente besitzen durften, und deswegen einfach ihre Füße und Hände benutzen. Auch heute noch ist die Szene für diesen Tanz in NRW nicht groß, die meisten Stepstudios befinden sich in Köln, Düsseldorf und Münster.

Erste Unterrichtsstunden

Schon nach ihren Tanzversuchen merkt die damals 24-Jährige, das Steppen fasziniert und berührt sie. Es wird zur ihrer Leidenschaft. Schon zwei Jahre später gibt sie erste Unterrichtsstunden. Mit 27 Jahren überlegt sie sogar ihr Ingenieursstudium zu schmeißen und Profi-Stepperin zu werden. Doch ihre Mutter bringt sie von diesem Weg ab. „Außerdem wurde mir gesagt, dass ich für die klassische Tanzkarriere zu alt sei“, sagt Schimetzek.

Nun arbeitet sie als Ingenieurin, für ihre große Leidenschaft bleiben nur noch etwa zehn Stunden die Woche. Zwei Tage gibt sie Steppunterricht in Hagen und vermittelt dort auch Anfängern die ersten Schritte. „Zu Beginn ist der Tanz extrem anspruchsvoll, man muss viele Dinge beachten“, so Schimetzek. Körperlich anstrengend wird es aber erst im Laufe der Zeit, wenn man in einem höheren Tempo steppen kann. „Am Anfang kann man die Intensität mit einem einstündigen Spaziergang vergleichen.“

Ihre Füße klappern über das Parkett der Wohnung

Wenn Vera Schimetzek von ihrem Studio und ihren Erfahrungen berichtet, merkt man, dass sie für diesen Sport lebt. Immer wieder klappern zur Verdeutlichung ihre Füße über das Parkett ihrer Wohnung. Sie strahlt, als sie ihre Steppschuhe zeigt, die fast 300 Euro gekostet haben. Und an deren Sohlen das dicke Steppeisen glänzt. Die 46-Jährige hadert damit, dass sie nicht den Sprung zur Profi-Stepptänzerin gewagt hat. Auch wenn sie weiß, dass es die wenigen professionellen Tänzer sehr schwer haben, von diesem Sport zu leben. „Aber wenn ich sehe, was sie auf die Bühne bringen, bin ich traurig, dass ich dieses Level wohl nie erreichen werde“, sagt sie. Dafür fehlt ihr neben dem Beruf die Zeit.

Trotzdem brennt Schimetzek darauf, neue Projekte umzusetzen. Sie würde gerne Steppkurse in Wetter anbieten, sucht dafür aber einen geeigneten Raum. Dieser müsste idealerweise ein Holzboden haben, der auch ein paar Schrammen bekommen darf. Außerdem möchte sie die Jugend für ihren Sport begeistern und sucht junge Musik, die mit ihr arbeiten würden. Ein Leben ohne das Steppen kann sich Schimetzek nicht vorstellen. Muss sie sich aber auch nicht, denn: „Steppen kann man bis ins hohe Alter.“

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