Fabian Bleck verleiht Juniors-Kollektiv Flügel

Axel Gaiser
Durchsetzungsstark und treffsicher von außen: Fabian Bleck ist einer der Hoffnungsträger der Phoenix Hagen Juniors, die heute das Endspiel um die deutsche Meisterschaft erreichen wollen.
Durchsetzungsstark und treffsicher von außen: Fabian Bleck ist einer der Hoffnungsträger der Phoenix Hagen Juniors, die heute das Endspiel um die deutsche Meisterschaft erreichen wollen.
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen. Sie gelten als gutes Kollektiv, der tiefe Kader ist einer der Erfolgsfaktoren. Doch ein Akteur hat den Weg der Phoenix Hagen Juniors unter die vier besten deutschen Nachwuchs-Basketballteams so nachhaltig geprägt wie kein anderer: Fabian Bleck ist das Gesicht des Teams, das heute ab 17.30 Uhr in der Enervie Arena gegen die Eisbären Bremerhaven den Sprung ins Finale um die deutsche Meisterschaft bewerkstelligen will. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, so lieferte ihn der Breckerfelder Flügelspieler mit 39 Punkten gegen Paderborn beim letzten Schritt ins Halbfinale eindrucksvoll ab.

Bleck ist nicht nur sportlich der Hagener „Go-to-Guy“, auch abseits des Spielfelds ist der 19-Jährige für Trainer Falk Möller unverzichtbar. „Bei so einer Führungspersönlichkeit ging kein Weg daran vorbei, ihn zum Kapitän zu machen“, erklärt der Coach. Sein Fehlen wäre also fatal für die Juniors. Da bei Bleck vor acht Jahren Diabetes diagnostiziert wurde, kümmern sich die Trainer in der Spielvorbereitung auch abseits von Dehnübungen und Einwerfen um dessen Fitness. „Wir fragen ihn vor jedem Spiel, ob er gemessen hat“, sagt Möller, der Blutzuckerspiegel seines Führungsspielers muss stimmen. Das tut er fast immer. „Ab und zu entgleisen die Werte und ich muss mit dem Training aussetzen oder eine Pause machen“, sagt Bleck, der seit acht Jahren Insulin spritzt: „Ein Spiel verpasst habe ich aber noch nicht.“ Und grundsätzlich, so Bleck, sei Sport gut für Diabetiker. Er ist nicht der einzige Hochleistungs-Athlet mit der Stoffwechsel-Erkrankung.

Bei Phoenix attestiert man dem Breckerfelder nicht zuletzt im Umgang mit Ernährung und Medikation „große Gewissenhaftigkeit und Disziplin“, so Geschäftsführer Oliver Herkelmann. Bleck ist der erste Nachwuchs-Kandidat für das Bundesliga-Team der nächsten Saison, die Trainer Ingo Freyer und Steven Wriedt haben dem Jugend-Nationalspieler dessen Chancen auch angesichts der verstärkten Deutschen-Quote in der Eliteklasse aufgezeigt. „Sie haben mir einen Platz im Kader versprochen. Jetzt muss ich zeigen, dass ich es wert bin“, sagt Bleck, „ich werde alles dafür tun, mich weiter zu entwickeln.“

Auch bisher zählte der Flügelspieler zum erweiterten Erstliga-Aufgebot, Bundesliga-Minuten kann er aber noch nicht vorweisen. „Bisher habe ich nur einmal wöchentlich da mittrainiert, der Schwerpunkt lag woanders“, erklärt Bleck, neben den Erfolgen mit den Juniors entwickelte er sich bei Regionalligist Iserlohn unter Trainer Matthias Grothe mit Doppellizenz zur festen - und im Schnitt zweistellig treffenden - Größe. In Iserlohn soll er auch weiter bei Gelegenheit Spielpraxis sammeln, doch ab sofort zählt Bleck vor allem fest zum Bundesliga-Kader. „Fabian will unbedingt den nächsten Sprung schaffen“, weiß Herkelmann, der gestern - noch vor dem Top4-Turnier - per Handschlag mit Bleck das Engagement besiegelte.

Zuvor steht für den 19-Jährigen, der Anfang der Woche am Theodor-Heuss-Gymnasium seine letzte Abitur-Prüfung absolviert hat, der Abschied aus dem Jugendbereich an. „Die Vorfreude ist riesengroß“, sagt Bleck, „je näher das Wochenende rückt, desto mehr steigt die Spannung.“ Das deutsche Finale am Sonntag gegen eines der favorisierten Südteams Breitengüßbach oder Urspring ist das große Ziel. Nicht nur Bleck erwartet gegen Bremerhaven eine schwere - und möglicherweise lange - Aufgabe. „Die Eisbären geben nie auf, das ist ihre große Stärke“, sagt er, „in den Play-offs haben sie fast jedes Spiel in der Verlängerung gewonnen.“