Eintracht Hagen steigt mit HF Springe in 2. Bundesliga auf

Almantas Savonis, der nach Litauen zurückkehren wird, hielt im Relegationsspiel gegen Elbflorenz den letzten Ball der Dresdener und machte damit den Zweitliga-Aufstieg des VfL Eintracht Hagen perfekt.
Almantas Savonis, der nach Litauen zurückkehren wird, hielt im Relegationsspiel gegen Elbflorenz den letzten Ball der Dresdener und machte damit den Zweitliga-Aufstieg des VfL Eintracht Hagen perfekt.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Es ist vollbracht! Nach 15 Jahren kehren die Handballer des VfL Eintracht Hagen in die 2. Bundesliga zurück.

Dresden/Hagen.. Nach einem 27:26 (13:14)-Sieg im Aufstiegsrelegationsspiel gegen Gastgeber HC Elbflorenz, der schon reichte, kannte der Jubel bei den mehr als 100 mitgereisten Hagener Fans keine Grenzen. Am Abend feierten Mannschaft und Anhänger in Dresden gemeinsam, in der Nacht geht es per Bus in die Volmestadt zurück.

Nach einem gemeinsamen Frühstück werden die Aufsteiger am Pfingstsonntag an der Enervie Arena erwartet, wo die nächste Party beginnen soll. Mit den übrigen Mannschaften des Traditionsvereins aus Wehringhausen, den Fans und allen Handballfreunden, die zum Gratulieren kommen. Auch einen Autokorso durch die Stadt soll es geben - wie im Mai 1989, als schon einmal der Aufstieg in die Zweitklassigkeit gelang.

Als die Grüngelben zum zweiten Turnierspiel in der mit rund 800 Zuschauern besetzten Dresdener EnergieVerbund-Arena aufliefen, war die Ausgangslage wie gemalt. Gegner Elbflorenz hatte das erste Relegationsspiel gegen den Nord-Vertreter HF Springe mit 19:25 verloren, dabei am Ende einen Kräfteverschleiß erkennen lassen. Nach einem 19:19-Gleichstand gelang der Truppe von Trainer Peter Pysall kein Tor mehr. Und die Gastgeber hatten nur zwei Stunden Zeit, sich zu erholen. Da zwei Zweitligaplätze vergeben wurden, war klar, dass der Eintracht ein Sieg, wie knapp auch immer, reichen würde.

Aber das Team von Trainer Lars Hepp tat sich schwer, geriet vor der Pause mehrfach mit zwei Toren in Rückstand (6:8, 8:10). Wie schon bei den beiden Punktspielniederlagen gegen West-Meister TuS Ferndorf schienen die Nerven nicht richtig mitzuspielen.

Der Umschwung wurde nach 38 Minuten eingeleitet, als Max Conzen Torwart Almantas Savonis ablöste. Conzen, der nach Bielefeld wechseln wird, hielt einige schwere Bälle und brachte seine Farben damit auf die Siegerstraße. Ein 16:17-Rückstand wurde in eine 19:17-Führung umgewandelt, elf Minuten vor Schluss führte der VfL Eintracht nach einem Treffer von Marius Kraus erstmals mit drei Toren (23:20). Aber nach dem 25:22 (53.) stemmte sich Elbflorenz noch einmal mit dem Mut der Verzweiflung gegen das vorzeitige Aus. „Da haben sie die letzten Reserven mobilisiert“, beschrieb VfL-Rechtsaußen Marius Kraus, wie die Dresdener den 25:25-Gleichstand (58.) erzwangen.

Kraus selbst war es am Ende, der mit einem ganz feinen Treffer von außen zum 27:26 den offensiven Schlusspunkt setzte. Aber den Gastgebern blieben noch 80 Sekunden. Die letzte von den Eintracht-Fans stürmisch gefeierte Aktion des Spiels gehörte dem ins Tor zurückgekehrten Almantas Savonis: Der 45-jährige Litauer wehrte 22 Sekunden vor Schluss den letzten Wurf der Elbflorentiner ab. Danach ließen die Eintrachtler den Gegner nicht mehr an den Ball kommen. Nachdem die Schlusssirene ertönt war, feierten Fans und Spieler von Springe und Hagen mit der „Humba“ gemeinsam den Aufstieg.

„Ich bin im Jahr 2000 zum VfL Eintracht gekommen. Seitdem wurde immer von der Rückkehr in die 2. Liga gesprochen. Jetzt haben wir es geschafft“, war nicht nur der dienstälteste Eintrachtler Marius Kraus begeistert.

Auf das bedeutungslose letzte Aufstiegsrundenspiel hätten der VfL Eintracht Hagen und HF Springe gerne verzichtet, aber es musste stattfinden, weil ja Karten für drei Partien verkauft worden waren. Eintracht trat mit zahlreichen Oberligaakteuren an, die mitgereist waren. Am Ende hieß es 40:40 - damit konnten beide Seiten gut leben.


VfL Eintracht Hagen - HC Elbflorenz 27:26 (13:14)

VfL Eintracht: Savonis, Conzen; Pütz, Schneider (1), Renninger (2), Aschenbroich (6), Reinarz (8/3), Kraus (5), van Walsem (1), Sonnenberg (1), Ciupinski (3).

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