Ein Weg ohne Alternative

Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Die Entscheidung der Klubführung des Basketball-Bundesligisten Phoenix Hagen, den Spielbetrieb mit der Heimpartie am 10. Dezember gegen Braunschweig einzustellen, ist richtig. Denn die Alternative, die es gegeben hätte, ist bei genauem Hinsehen keine.

Theoretisch wäre es möglich, durch das Vorziehen zu erwartender Sponsorenleistungen noch ein paar Wochen weiter zu machen. Allerdings ohne jede Perspektive. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass es gelingt, 800 000 Euro zu generieren, damit eine als Absteiger feststehende und zunehmend weniger konkurrenzfähige Mannschaft die Serie 2016/17 zu Ende spielen kann, war nach dem bisherigen Rücklauf gleich Null.

Jetzt müssen 250 000 Euro her, um die Saison nach Einstellung des Erstliga-Spielbetriebs vernünftig abzuwickeln und in der 2. Liga ProA im nächsten Jahr unbelastet neu anfangen zu können. Auch diese Variante kreiert Verlierer: Dauerkarteninhaber sehen keine Partien mehr, die sie schon bezahlt haben, die Spieler müssen sich neue Vereine suchen, der eine oder andere Gläubiger wird leer ausgehen.

Aber der aufgezeigte Weg ist alternativlos, wenn man in Hagen Leistungs-Basketball zumindest auf Zweitliga-Ebene erhalten will. Bei einer Regelinsolvenz, die durch die angestrebte Viertelmillion-Euro-Einnahme abgewendet werden soll, wäre das Teilnehmerrecht an der ProA verwirkt.

So traurig es ist, dass die aktuelle Saison ein vorzeitiges Ende findet - wenn es gelingt, 2017/18 als Zweitligist wieder einzusteigen, wäre das momentan maximal Mögliche erreicht. Rainer Hofeditz