Der große Tag des René Eidams aus Hagen bei der Darts-WM

Axel Gaiser
Foto: WP Michael Kleinrensing
  • Am Freitag ist der große Tag von René Eidams. Um 20 Uhr startet der 26-jährige Hagener bei der Darts-Weltmeisterschaft in London gegen den Thailänder Thanawat Gaweenuntawong.
  • Im Siegfall winkt noch am Abend das Duell mit Titelfavorit Michael van Gerwen.
  • In der Sauna und in überhitzter Wohnung hat Eidams für die WM trainiert.

London. Der Würfel ist bei der Weltmeisterschaft angekommen. Oder „The Cube goes to Ally Pally“, wie es René Eidams ausdrücken würde. Am heutigen Freitag ist sein großer Tag, der Hagener, durch die Figur inspirierter Kampfname „The Cube“, startet im Londoner Alexandra Palace in die Darts-WM. Und wohl auch nur heute, denn wenn Eidams die Auftaktpartie gegen den Thailänder Thanawat Gaweenuntawong (20 Uhr) übersteht, wartet kurz vor Mitternacht der Niederländer Michael van Gerwen. Der Weltranglisten-Erste ist der große Titel-Favorit. Über das mögliche Duell mit „Mighty Mike“ und seinen Start beim großen Darts-Spektakel sprach die WP mit dem 26-jährigen Kiosk-Lieferanten.

Hallo Herr Eidams, sind Sie schon in London angekommen?

René Eidams: Ja, wir haben gerade im Hotel „Premdary“ eingecheckt, das ist nur vier Kilometer vom Alexandra Palace entfernt. Ich hätte auch ins Spielerhotel gehen können, doch das konnte ich mir nicht leisten. Ich bin mit meiner Verlobten Janine, meinem besten Freund Ralf Wilmar, der mich zu allen Turnieren begleitet, und seiner Frau - also meinem Betreuungs-Team - mit dem Auto gefahren, das war weitaus günstiger als ein zu fliegen. Über Holland und Belgien nach Calais, von dort mit der Fähre nach Dover, insgesamt sieben Stunden waren wir unterwegs.

Lernen Sie heute schon das Alexandra Palace, den legendären WM-Spielort kennen?

René Eidams: Am frühen Abend ist ein Treffen vor der Halle mit dem Verantwortlichen des Weltverbandes PDC, einem Deutschen, da kann ich schon mal ein bisschen Atmosphäre schnuppern. Und als Teilnehmer darf ich auch im Backstage-Bereich trainieren. Am Freitag kann ich dann um neun Uhr früh rein, das werde ich auch machen und schon mal ein paar Pfeile werfen. Auch wenn mein Spiel erst um 20 Uhr ist. Für mich geht ein Riesentraum in Erfüllung, ich bin froh, überhaupt hier zu sein im Alexandra Palace mit dieser Atmosphäre. Und das, wo Darts gerade so gehyped wird.

Die Party-Stimmung im „Ally Pally“ mit lauter Musik und ausgelassenen Fans ist sicher gewöhnungsbedürftig. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

René Eidams: Auf der Bühne soll es wegen der Fernseh-Scheinwerfer ja zwischen 40 und 50 Grad heiß sein. Das sagen die Spieler, die schon mal da waren. Deshalb bin ich zuletzt häufiger in die Sauna gegangen. Und habe in meinem kleinen Darts-Zimmer die Heizung volle Pulle aufgedreht, dort haben wir zu dritt bei lauter Musik trainiert, das war auch ganz schön heiß.

Zum WM-Auftakt spielen Sie gegen Thanawat Gaweenuntawong aus Thailand. Kennen Sie ihn?

René Eidams: Bisher kannte ich ihn nicht. Aber zufällig sind wir im gleichen Hotel. Als ich eingecheckt habe, stand er plötzlich hinter mir, tippte mir auf die Schulter und fragte mich, ob ich sein WM-Gegner sei.

Haben Sie denn eine Chance gegen ihn?

René Eidams: Er ist halt der beste Spieler Thailands, viel mehr weiß ich nicht. Im Internet konnte man zwei seiner Auftritte beim World Cup of Darts sehen, das war ganz ordentlich. Aber wenn ich schon hier bin, will ich auch gewinnen. Ich will mein Spiel abliefern. und wenn es reicht, ist es prima.

Bei einem Sieg würden Sie am gleichen Abend noch gegen Topfavorit Michael van Gerwen spielen. Wie wäre das?

René Eidams: Das wäre das absolute Bonbon, das würde ich einfach nur genießen. Wenn der nur die Halle betritt, wird da ein Riesen-Tamtam gemacht. Eine Chance würde ich mir aber nicht ausrechnen.

Gesetzt den Fall, Sie würden doch eine Überraschung schaffen: Wie ginge es dann weiter?

René Eidams: Der Plan ist, dass wir am Samstag aus London wieder abreisen. Wenn ich den Tag mit zwei Siegen überstehen sollte, müsste ich nach Weihnachten zur nächsten Runde wiederkommen.