Daheim ist Phoenix Hagen schwach wie das Liga-Schlusslicht

Phoenix-Coach Ingo Freyer schwört seine Mannschaft ein.
Phoenix-Coach Ingo Freyer schwört seine Mannschaft ein.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Schlechter als das Schlusslicht ist man nicht, immerhin. Den letzten Platz in der Heimbilanz teilt sich Phoenix Hagen nach dem 79:91 gegen die Artland Dragons weiter mit den Crailsheim Merlins

Hagen.. Schlechter als das Schlusslicht ist man nicht, immerhin. Den letzten Platz in der Heimbilanz der Basketball-Bundesliga teilt sich Phoenix Hagen nach dem 79:91 gegen die Artland Dragons weiter mit den Crailsheim Merlins. Doch während der Aufsteiger angesichts der 72:85-Niederlage gegen Tübingen kaum noch Chancen auf den Klassenerhalt hat, hält Phoenix die Auswärtsstärke im gesicherten Mittelfeld. Dagegen verprellt man mit der notorischen Siegesallergie am Ischeland zunehmend die eigenen Fans, die das Team von Trainer Ingo Freyer an 22 Spieltagen hier nur einmal als Gewinner feiern konnten. „Das hat keiner gern, auch die Spieler nicht“, versichert Geschäftsführer Oliver Herkelmann: „Irgendwie müssen wir das aus den Köpfen herausbekommen.“

Dass die Hagener gerade in der Enervie Arena weniger Aggressivität und Intensität entwickeln als bei ihren meist starken Auswärtsauftritten, verwundert auch den Coach. „Als Phoenix brauchen wir mehr Energie, um ein Spiel zu gewinnen, als der Gegner“, sagt Freyer, „zuhause mit den eigenen Zuschauern im Rücken fiel uns das früher immer einfacher, diesmal nicht.“ Die beiden Rückrunden-Niederlagen daheim waren allerdings auch darauf zurückzuführen, dass sich sowohl Ulm als auch jetzt die Dragons in Hagen stärker präsentierten als in eigener Halle gegen Phoenix, wo man jeweils verlor. Der Unterschied war etwa auf den deutschen Positionen gegenüber dem Hinspiel in Quakenbrück augenfällig. „Am Samstag waren unsere jungen Deutschen nicht so gut, bei den Dragons haben dagegen Bastian Doreth und Andreas Seiferth stark beigetragen“, sagt Herkelmann.

Neun Niederlagen vor heimischer Kulisse

Und angesichts der bereits neun Schlappen am Ischeland lässt auch die Unterstützung von den Rängen nach. „Die Art des Supports hat sich verändert“, beobachtet Herkelmann, „die riesige Lautstärke aus dem Playoff-Jahr ist nicht mehr da. Da haben noch viele Gegner die Nerven verloren.“ Mittlerweile aber reagieren die Zuschauer bei Hagener Negativläufen in Erwartung der nächsten Heimniederlage zunehmend unruhig. „Es ist Zeit, endlich den zweiten Heimsieg zu holen“, weiß der Geschäftsführer, „das macht ja so keinen Spaß.“ Was für Spieler, Funktionäre und Fans gleichermaßen gilt.

Die nächste Chance dazu hat Phoenix am 1. März gegen die MHP Riesen Ludwigsburg - ein weiteres höher eingestuftes Team, bei dem die Hagener im Hinspiel überraschen konnten. Zuvor aber steht am Freitag im Kampf um den Ligaerhalt enorm wichtige Duell bei den Eisbären Bremerhaven an (20 Uhr). Neun Niederlagen in Folge haben die Nordsee-Städter auf Abstiegsplatz 17 stürzen lassen, auch der Trainerwechsel von Calvin Oldham zu Muli Katzurin hat bisher nicht gefruchtet. Auch zuletzt in Braunschweig geriet Bremerhaven mit 61:92 böse unter die Räder. Mit einem Erfolg dort könnte Phoenix den Vorsprung auf die Nicht-Abstiegsplätze auf zehn Punkte ausbauen und - nach der knappen 84:85-Hinspielniederlage - auch den direkten Vergleich gewinnen. „Mit einem Sieg wären wir die gröbsten Sorgen los“, sagt Herkelmann, weiß aber auch: „Die Bremerhavener werden um ihr Leben kämpfen.“ Für die Hagener spricht, dass nach den obligatorischen Patzern daheim meist das Comeback in der Fremde gelang. Worauf auch Zamal Nixon, gegen die Dragons bester Phoenix-Akteur, setzt: „Ich hoffe, ,on the road’ sind wir wieder besser.“

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