Besucherandrang sorgt für richtiges Kanu-Flair

German Masters Kanu-Slalom im Wildwasserpark Hohenlimburg, Jörg Baier
German Masters Kanu-Slalom im Wildwasserpark Hohenlimburg, Jörg Baier
Foto: WP

Hohenlimburg..  Obwohl sich die Hoffnungen aus heimischer Sicht nicht ganz erfüllten, hat am Samstag endlich mal wieder richtiges Kanu-Flair im Wildwasserpark Hohenlimburg geherrscht. Lokalmatador Jörg Baier (KC Hohenlimburg) belegte bei den German Masters im Kanu-Slalom in der Senioren-C-Klasse den 13. Platz.

„Technisch passt alles. Es ist ein wenig entspannter als bei den deutschen Meisterschaften im Sommer“, so KCH-Pressewart Joscha Kriegel vor dem Beginn der Rennen. Viele ehemalige Top-Fahrer begrüßte der ausrichtende Verein zum ersten Mal auf der frisch umgebauten Strecke. „Einige haben etwas Angst um ihre Boote gehabt“, so Kriegel mit einem Schmunzeln. Aufgrund der engen Streckenführung – das bewirkt unter anderem eine hohe Fließgeschwindigkeit des Wassers – kann es schon mal passieren, dass der Kanute an der ein oder anderen Stelle am Ufer aneckt. „Wir haben an einer kritischen Stelle die Strecke noch etwas breiter machen lassen. Außerdem haben wir einen Kurs ausgehängt, auf dem eigentlich nichts passieren kann.“

Mit dem Fortschreiten des Wettbewerbes klarte auch der Himmel auf, die Sonne ließ sich blicken, die Schaulustigen strömten an die Strecke oder begutachteten das Treiben von der Stennertbrücke. „Hier ist ja mehr los als bei anderen Veranstaltungen“, staunte auch Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss, der wieder einmal gern die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hat.

Es ist immer wieder beeindrucken, wie ein Verein mit einer „Handvoll Mitglieder“ so eine große Veranstaltung stemmen kann. Aber es ist dem KCH wieder einmal gelungen. „Wir haben durchweg ein positives Feedback“, freute sich Joscha Kriegel. Unterstützung erhielt der KCH unter anderen von der DLRG-Ortsgruppe Hohenlimburg, die dem ein oder anderen Fahrer aus den Fluten helfen musste. „Wir waren öfters im Wasser als sonst. Aber dafür sind wir ja da“, so Peter Suberg von der DLRG. Passiert ist aber bis auf einige Kenterungen zum Glück nichts.

Schulte startete nicht

Viele der heimischen Kanu-Fans blickten mit gespannter Erwartung den Starts von Siegfried Schulte und Ralf Kriegel entgegen. Aber daraus wurde nichts. „Ich sehe schwarz, hier ist einfach zu viel zu tun“, so der Kanu-Papst, der einmal mehr unermüdlich zwischen den einzelnen Stationen hin und her lief und rackerte und ackerte. Ein schmerzender Rücken machte Ralf Kriegel einen Strich durch die Rechnung. Allerdings leistete auch er als Wettkampfleiter ohnehin Schwerstarbeit.

So ruhten die heimischen Hoffnungen auf Jörg Baier, der bei den Senioren C (ab 50 Jahren) im Einerkajak an den Start ging. Nach dem ersten Lauf lag er auf Platz zwölf. „Er hat die Aufwärtstore ein wenig weit umfahren und daher viel Zeit verloren. Das konnte er im unteren Abschnitt nicht mehr gutmachen“, so sein Trainingspartner und Coach Yannick Wytelus, der an der Strecke von Start bis zum Ziel mitlief und ihn anfeuerte. „Der Lauf war etwas zäh, an Tor 3 hatte ich Probleme. Aber es war in Ordnung, es war auch Nervosität dabei“, resümierte Baier selbst.

Tor ausgelassen

Im zweiten Lauf gab es für Baier aufgrund des Auslassen eines Tores keine Verbesserung. So ging der erste Lauf in die Wertung ein, der Platz 13 bedeutete. „Es ist okay, aber es ist durchaus noch mehr drin. Wir werden im Winter an seiner Technik feilen. Und vom Kopf her muss er frei werde, Ehrgeiz und Ansporn hat er. Dann sind im nächsten Jahr die Top-Ten drin“, so Yannick Wytelus.

Auch Jörg Baier war zufrieden, schließlich starteten bei den Senioren C mehr als 40 Teilnehmer und war damit qualitativ und quantitativ die beste Klasse. Im Teamwettbewerb erreichte er mit Lars Koebe (Lippstadt) und Ingo Röller (Schwerte den 11. Platz von insgesamt 17 Mannschaften.

Nach einem langen Kanu-Tag lud er KCH abends zur Siegerehrung in den Rathaussaal. Humorvoll begrüßte Hermann-Josef Voss die Kanuten und die Ehrengäste. Ihm war nicht entgangen, dass im Unterstand vor dem Hohenlimburger Rathaus sich ein Sportler häuslich eingerichtet hat, seinen Campingtisch aufgebaut und zwischen den Pfählen seine Wäsche aufgehangen hat. „Ich finde das absolut gut“, sagte der Bezirksbürgermeister unter tosendem Applaus.

Nach einem Büfett klagt die Veranstaltung mit einer „After-Race-Party“ aus.

 
 

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