Beim Saionstart wird Gaetano Manno noch nicht gejagt

Gaetano Manno hofft, dass er bald wieder seine ganze Dynamik  in den Dienst des Regionalliga-Topfavoriten Viktoria Köln stellen kann.Foto: imago Sportfotodienst
Gaetano Manno hofft, dass er bald wieder seine ganze Dynamik in den Dienst des Regionalliga-Topfavoriten Viktoria Köln stellen kann.Foto: imago Sportfotodienst
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Hagen..  Wenn die Fußball-Regionalliga West an diesem Wochenende in die Saison 2014/15 startet, dann gibt es einen klaren Favoriten: Der SC Viktoria Köln wurde bei einer Umfrage von allen 18 Trainern der Staffel als Titelaspirant genannt. Und auch der Hagener Kicker Gaetano Manno weiß: „Wir sind der Topfavorit und werden von allen anderen Klubs gejagt.“

Als der kürzlich 32 Jahre alt gewordene Offensivmann vor gut einem Jahr in die Saison startete, war die Ausgangslage ähnlich. Damals war der beim SSV Hagen groß gewordene Deutsch-Italiener innerhalb der dritten Liga vom VfL Osnabrück zum SC Preußen Münster gewechselt, der neben RB Leipzig und Heidenheim als dritter Aufstiegsanwärter gehandelt wurde. Wegen der „besseren sportlichen Perspektive“ und aufgrund der Tatsache, dass die Preußen einen Zweijahresvertrag mit Option offerierten, entschied sich Manno gegen Osnabrück, wo sein Vertrag noch ein Jahr lief. Die Verantwortlichen der „Veilchen“ waren ziemlich sauer, ließen den Volmestädter letztlich aber ziehen.

Doch die hohen Erwartungen, die die Münsteraner Preußen und Neuzugang Gaetano Manno hegten, erfüllten sich nicht. Nur eins der ersten sieben Saisonspiele wurde gewonnen, Anfang September 2013 musste Trainer Pavel Dotchev gehen. Nachfolger Ralf Loose hatte andere Vorstellungen als der Bulgare, unter dem Manno in die Saison gestartet war. „Loose hat mich unter anderem in der Mitte aufgestellt“, musste sich der gelernte Linksaußen umgewöhnen. Statt um den Aufstieg mitzuspielen bewegte sich Münster in der Abstiegszone. Schadensbegrenzung war das einzige, was in einer verkorksten Saison noch zu erreichen war.

Münster erhält Ablösesumme

Gaetano Manno half dabei nur bis zur Winterpause mit, die die Preußen als Tabellen-14. erreichten. Im Januar kam es zur Trennung. Der ambitionierte und finanzstarke Viertligist Viktoria Köln lockte den Volmestädter mit einem Zweieinhalb-Jahres-Vertrag. Zweites großes Plus des Klubs aus der Domstadt, der einst gemeinsam mit dem SSV Hagen in der Regionalliga West kickte, war Trainer Claus-Dieter Wollitz. Unter „Pele“, wie der erfahrene Übungsleiter genannt wird, hatte Manno schon zwei erfolgreiche Laufbahn-Perioden beim VfL Osnabrück erlebt. „Die Zusammenarbeit mit Pele Wollitz ist fast schon wie eine Ehe. Unter ihm funktioniere ich am besten“, so beschreibt der mittlerweile 32-jährige Offensivmann das Verhältnis zum Kölner Coach, der für die Saison 2014/15 nur ein Ziel kennt: „Wir wollen Erster werden!“

Als Gaetano Manno Ende Januar zur Viktoria kam, die ihn durch Zahlung einer Ablösesumme aus Münster weg eiste, stand der Klub auf Platz zwei, einen Punkt hinter dem Stadtrivalen und späteren Aufsteiger Fortuna Köln. Am Ende landete die Wollitz-Truppe auf dem vierten Rang mit elf Zählern Rückstand zur Spitze. Manno absolvierte bisher 14 Partien für Viktoria, in die Torschützenliste konnte er sich noch nicht eintragen. „Man muss sich auch in der vierten Liga erst einmal eingewöhnen, da geht es ganz schön zur Sache“, sagt der schnelle Spezialist für die Außenbahn. Als sich die Eingewöhnungsphase dem Ende zu neigte, traten Verletzungsprobleme auf.

Seit Mai kein Spiel mehr

Sein bislang letztes Spiel absolvierte Gaetano Manno am 18. Mai gegen den SV Lippstadt 08. Als den Domstädtern in der Nachspielzeit der Siegtreffer zum glücklichen 2:1-Erfolg gelang, saß der ehemalige Höing-Kicker schon seit einer Stunde lädiert auf der Bank.

Wegen anhaltender Leistenbeschwerden ließ sich Gaetano Manno vor zweieinhalb Wochen operieren, weshalb er den Meisterschaftsauftakt (Samstag, 14 Uhr, Sportpark Köln-Höhenberg) gegen das U23-Team von Borussia Mönchengladbach verpasst: „Ich hoffe, dass ich in zwei Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann und dann schnell wieder topfit werde.“ In diesem Fall, davon geht der ehemalige Jugendkicker des SSV Hagen aus, „bin ich bei Pele Wollitz gesetzt. Aber auch ich muss natürlich immer Gas geben.“

Das dürfte für die gesamte noch einmal verstärkte Viktoria-Truppe gelten, die zwar alle 18 Regionalliga-Trainer als Titelaspirant auf dem Zettel haben, aber die Schar der ebenfalls hoch gehandelten Rivalen (Mehrfach-Nennungen waren bei der Übungsleiter-Umfrage möglich) ist groß. Vorjahres-Vizemeister Sportfreunde Lotte, Rot-Weiß Essen, Rot-Weiß Oberhausen, Alemannia Aachen, aber auch Viktoria Kölns Auftaktgegner Gladbach II wurden genannt.

Von Borussia Mönchengladbach hatte Gaetano Manno in jungen Jahren übrigens einmal ein Angebot vorliegen, er entschied sich damals aber für den VfL Bochum. „Weil der die meisten jungen Spieler herausbrachte“, so die Begründung des Flügelflitzers, der später tatsächlich zweimal für den VfL in der ersten Liga spielte.

Das ist lange her. Der aktuelle Auftrag lautet, Viktoria Köln in Liga drei zu bringen. Dazu muss Gaetano Manno aber erst einmal gesund werden. Heute kann er nur die Daumen drücken. Diese Rolle ist meist nervenaufreibender als der aktive Einsatz auf dem Platz.

Acht Vereine nach dem SSV Hagen

Gaetano Manno wurde am 26. Juli 1982 in Hagen geboren und begann seine Fußball-Laufbahn als Jugendkicker des SSV. Seine weiteren Stationen waren TSG Sprockhövel (2001/02), VfL Bochum (2002/05), Wuppertaler SV (2005/07), VfL Osnabrück (2007/09 und 2012/13), SC Paderborn (2009/11), Rot-Weiß Erfurt (2011/12), Preußen Münster (2013/bis Januar 14) und Viktoria Köln (seit Januar 2014).

 
 

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