Bei vorerst letztem Auftritt in Berlin hat Phoenix Hagen erstmals Siegchance

Starker Auftritt in Berlin:  Owen Klassen, der hier gegen Alba-Topscorer
Starker Auftritt in Berlin: Owen Klassen, der hier gegen Alba-Topscorer
Foto: Jörg Laube

Berlin/Hagen.  Sie haben hier schon hoch verloren, sehr hoch. Und eine Siegchance hatte Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen in der großen Arena am Berliner Ostbahnhof in sieben Jahren auch in besseren Zeiten nie. Bis zur vorerst wohl letzten Dienstreise in die Hauptstadt. Der achte Erstliga-Auftritt des Teams von Trainer Ingo Freyer an der Spree war auch der beste, bis wenige Sekunden vor Schluss schnupperten die auch im achten Spiel sieglosen Gäste an der Sensation. Nur mit Mühe konnte sich Favorit Alba Berlin zum 81:77 (41:31)-Sieg über die Zeit retten - und Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel bekannte: „Der ganze Auftritt hier hat Spaß gemacht.“

Die ersten zehn Hagener Würfe gingen vorbei, erst dann wurde es allmählich etwas besser. Doch Berlin führte schon mit 12:2 - nur Owen Klassen hatte für Phoenix bis dahin zwei Freiwürfe verwandelt -, ehe die Gäste das erste Mal aus dem Feld trafen. Adam Hess’ Dreier nach knapp sieben Minuten brach den Bann, nun waren die Hagener im Spiel. Beim 12:9 durch Trent Plaisted (8.) sah sich Alba-Coach Ahmet Caki zur ersten Auszeit genötigt, bis zum 14:11 durch Marcel Keßen blieb Phoenix dennoch dran. Erst das Vierpunktspiel von Peyton Siva kurz vor der Viertelpause brachte die Berliner nun deutlicher nach vorn.

Doch allmählich wurden die Gäste, die defensiv durchweg überzeugten, treffsicherer. Nach dem 25:17 (14.) brachte zunächst Chris Hass die Hagener auf (25:22 (15.) heran, bis zum 33:29 durch Hess’ zweiten Distanztreffer (17.) blieb es eng. Doch dann leisteten sich bei den Gästen David Bell - von Ismet Akpinar und Akeem Vargas in Halbzeit eins offensiv weitgehend aus dem Spiel genommen - und Jonas Grof im Aufbau einige unnötige Fehler, Berlin nutzte es durch sechs Punkte von Bogdan Radosavljevic zum Zwischenspurt auf 39:29 (19.).

Nach dem Wechsel verkürzte Phoenix zwar kurz auf 46:40 durch den agilen Klassen (23.), doch dann schienen sich die Gastgeber endgültig abzusetzen. Dragan Milosavljevic und Elmedin Kikanovix trugen maßgeblich zum 15:2-Lauf der Berliner bei, beim 59:42 (27.) schien der Sieger festzustehen. Doch die Gäste, bei denen Youngster Keßen wieder mit einem couragierten Auftritt überzeugte, gaben nicht auf. Endlich traf Bell, der sich mehr als 37 Minuten auf dem Parkett aufrieb, seinen ersten Dreier, per Fastbreak verkürzte Hess auf 63:52 und Caki bat erneut zur Auszeit (29.) Doch nun ließen sich die Hagener nicht mehr abschütteln. Bis zum 74:64 hielten die Berliner ihren Vorsprung, doch nach Dreiern von Hass und Bell witterten die Gäste plötzlich ihre Siegchance (36.). Erst recht, als Klassens krachender Dunking 61 Sekunden vor der Schlusssirene auf 79:77 verkürzte. Nun wackelte der Favorit mächtig, doch er fiel soeben nicht. Zwei Dreierversuche von Hass drehten wieder aus dem Ring heraus, auf der Gegenseite setzte Topscorer Kikanovic von der Freiwurflinie den Schlusspunkt. Die Phoenix-Verantwortlichen waren dennoch zufrieden. „Glückwunsch an meine Spieler, dass sie es trotz unserer schwierigen Situation geschafft haben, hier in Berlin eine Chance auf den Sieg zu haben“, sagte Freyer, während Seidel befand: „Die Mannschaft hat sich immer wieder aufgebäumt. Gegen Tübingen sind wir mit einem Sieg endlich an der Reihe.“ Auch dann noch mit dem kompletten Team, wie er hofft.

Alba Berlin: Giffey (2, 6 Rebounds), Siva (16, 4/6 Dreier, 5 Assists), Akpinar (2), Kikanovic (18, 6 Rebounds), Schneider, Vargas (3), Atsür, Radosavljevic (12), Milosavljevic (17, 3/5 Dreier), Johnson (7), Carter (4).

Phoenix Hagen: Klassen (16, 11 Rebounds), Bell (13, 2/5 Dreier, 9 Assists, 3 Steals, 5 Ballverluste), Hess (13, 3/9 Dreier), Zahner-Gothen, Hass (13, 3/8 Dreier), Kessen (10, 3 Steals), Jasinski (2), Grof, Godbold (6, 0/4 Dreier), Plaisted (4, 7 Rebounds, 4 Assists).

Spielviertel: 18:11, 23:20, 25:25, 15:21.

Teamstatistik: 48:42% Wurfquote, 9/23:8/28 Dreier, 10/10:9/11 Freiwürfe, 35:39 Rebounds, 16:18 Assists, 8:11 Steals, 16:16 Ballverluste, 5:0Blocks. Zuschauer: 7788.

 
 

EURE FAVORITEN