An der Stange zu deutscher Meisterschaft getanzt

Regina Mattenklotz, Scarlett Gebski, Jasminka Schünke, Jennifer Krumnack (von Links) und Caroline Lange (liegend) qualifizierten sich für die deutsche Meisterschaft im Pole Dance.
Regina Mattenklotz, Scarlett Gebski, Jasminka Schünke, Jennifer Krumnack (von Links) und Caroline Lange (liegend) qualifizierten sich für die deutsche Meisterschaft im Pole Dance.
Foto: WP

Hagen.  Seit dem Sommer zieht die „Pole Garage“ zahlreiche Interessierte an die Stange. Pole Dance etabliert sich nicht nur immer mehr als schweißtreibendes Training, auch der sportliche Ehrgeiz der Tänzerinnen wächst. Gleich fünf von ihnen reisten nach Passau, um sich bei der Qualifikation für die deutsche Meisterschaft 2015 in Gießen zu präsentieren. Ihre Arbeit machte sich bezahlt. Alle fünf kehrten mit Medaille und Qualifikation heim.

Trainerin Caroline Lange freute sich nicht nur über ihren Erfolg, sondern auch über den ihrer Schützlinge: „Es war anstrengender, vier Mal mitzufiebern, als selbst aufzutreten. Aber ich bin sehr zu frieden mit dem, was meine Mädels gezeigt haben.“ Bei den „Mädels“ handelt es sich um die 15-jährige Jasminka Schünke, die die beste Punktzahl in ihrer Kategorie erhielt, die im Bereich Amateur angetretenen Jennifer Krumnack (27) und Scarlett Gebski (21), sowie Regina Mattenklotz (52), die sich ebenfalls über die beste Punktzahl in der Kategorie „Master“ freuen konnte. Lange selbst ging in der Kategorie „Professional“ an den Start und erreichte Platz drei. „Bei uns allen sind Tränen geflossen, aber nur Tränen der Freude“, beschreibt Lange.

Das gute Abschneiden der Tänzerinnen erklärt sich Regina Mattenklotz nicht nur durch wochenlange, harte Vorbereitung sondern auch durch den starken Zusammenhalt innerhalb des Teams: „Man war nie alleine, wir haben uns gegenseitig immer unterstützt.“ Dazu ergänzt das Küken Jasminka Schünke: „Wenn ich den Applaus während der Vorstellung höre, fange ich automatisch an zu lächeln und es gibt mir ein gutes Gefühl. Da wir so viele mitgereiste Fans hatten, war der Rückhalt noch größer.“

Ein Rückhalt, der innerhalb dieses akrobatischen Sports nicht immer gegeben ist, wie Jasminka Schünke erfahren musste. Eine Woche vor der Qualifikation reiste sie zu den Europameisterschaften in Prag und lernte eine andere Seite des Sports kennen: „Das Niveau war sehr hoch und meine Mitstreiter kamen überwiegend aus den östlichen Regionen Europas. Man hat gespürt, dass nicht der Spaß am Sport, sondern der Drill und die Leistung im Vordergrund standen.“ Über ihre Teilnahme sei sie trotzdem froh, auch wenn sie mit dem vierten Platz nicht ganz zufrieden sie. Schünke: „Für Gießen habe ich mir vorgenommen, meinen Titel als deutsche Meisterin zu verteidigen.“

Aber nicht nur Schünke hat ambitionierte Ziele für das nächste Jahr. Scarlett Gebski, die mit ihrer Choreographie zum Soundtrack von Pink Panther überzeugen konnte, hofft auf einen Platz auf dem Treppchen. Jennifer Krumnack wünscht sich eine Platzierung im ersten Drittel, Regina Mattenklotz träumt vom Titel, Caroline Lange möchte sich einen Platz auf dem Treppchen sichern. Für die Trainerin würde das bedeuten, dass sie sich mit einer guten Platzierung automatisch für die im Anschluss stattfindende Weltmeisterschaft qualifiziert.

Dass Pole-Dance mehr ist als die Akrobatik an der Stange, beweisen die Bewertungskriterien, denen sich die Tänzerinnen stellen müssen. So gehen Technik, Tanz, Ausdruck und das Outfit mit in die Bewertung ein. „Wir haben mit Silke Hanke von Stoffträume zusammengearbeitet, die unsere Bühnenkostüme verwirklichte“, weiß Lange: „Außerdem hat uns Choreographin Mandy Marie Mahrenholz besonders beim tänzerischen Part und bei dem Bodenteil besonders geholfen. Das war sicherlich auch ausschlaggebend für unseren Erfolg.“ Jennifer Krumnack ergänzt, man sei optimal betreut worden: „Wir konnten das Beste aus uns rausholen, ohne den Spaß am Sport zu verlieren.“