„Am liebsten würde ich mit Badminton mein Geld verdienen“

BC Hohenlimburg, Julian Voigt
BC Hohenlimburg, Julian Voigt
Foto: WP

Hohenlimburg..  Julian Voigt (17), Neuzugang des Badminton-Clubs Hohenlimburg, hat einen interessanten Spagat zu meistern: er kommt aus Jena, wohnt und geht zur Schule in Mülheim an der Ruhr, pfeffert die Federbälle seit dieser Spielzeit aber in der Wiesenhalle durch die Gegend. In einem Interview mit dieser Zeitung sprach das junge Talent unter anderem über die Wahl für den BCH und die weiteren Ziele im Sport und beruflichen Werdegang.

Frage: Julian, Sie kommen aus Jena, wohnen auf dem Sportinternat in Mülheim. Wie kommen Sie immer nach Hohenlimburg?

Julian Voigt: Mit dem Zug derzeit. Ich kann ja noch nicht alleine Auto fahren und bin deshalb noch auf den Zug angewiesen.

Wieso der BC Hohenlimburg?

Ich war auf der Suche nach einem Verein aus NRW, da es mir zu stressig

war, immer für die Spiele nach Jena zu fahren. Hohenlimburg hat sich bei mir gemeldet, es klang interessant, der BCH hat mir ein gutes Angebot gemacht, und daraufhin habe ich zugesagt.

Sie spielen mit 17 Jahren schon U19-Nationalmannschaft!

Ja, erstjährig U19. Derzeit bin ich noch nicht im Perspektivteam, werde aber für viele internationale Maßnahmen nominiert.

Haben Sie bisher mit den Auswahlteams Erfolge feiern können?

Vergangene Saison hat das U17- „Six-Nations“-Turnier in Wesel stattgefunden, da bin ich Dritter im Doppel geworden mit meinem Partner Jan Völker. Mit dem Team leider nur Sechster.

Sie spielen seit Kindesbeinen mit den Federbällen, also pure Faszination Badminton. Warum nicht Fußball oder Basketball?

Ich habe früher nebenher Fußball gespielt, und als ich in Jena auf das Sportgymnasium gehen wollte, stellte sich die Frage: Fußball oder Badminton? Im Fußball geht es immer um das ganze Team, und das hat mir irgendwie nicht so gefallen, ein Teil von was Großem zu sein. Im Badminton bin ich allein für mich verantwortlich. Das heißt, wenn ich gewinne, dann gewinne ich für mich allein, bzw. im Doppel mit meinem Doppelpartner, und wenn ich oder wir verlieren, dann verliert man alleine oder höchstens zu zweit. Da geht es einfach mehr um mich, und ich habe da größeren Einfluss drauf.

Welche Schulbildung genießen Sie zurzeit?

Ich gehe derzeit auf das Gymnasium, bin in der Q1 in der elften Klasse und mache 2017 mein Abitur. So ist bisher der Plan.

Was haben Sie für Berufswünsche?

Am liebsten möchte ich zur Polizei. Mit Hilfe der Sportfördergruppe möchte ich eine Polizeiausbildung und nebenbei den Badminton-Leistungssport weitermachen.

Soll es das duale Studium hier in Nordrhein-Westfalen werden?

Nein, es soll nach Saarbrücken gehen. Derzeit ist da der Herrenstützpunkt im Badminton. Momentan ist das noch für das Herreneinzel, aber nach den Olympischen Spielen 2016 wird der Doppel-Mixed-Stützpunkt dorthin verlegt. Da ich Doppel-Mixed spiele, möchte ich dann nach Saarbrücken gehen.

Wo soll es sportlich einmal hingehen?

Am liebsten würde ich mit Badminton mein Geld verdienen und Weltspitze spielen. Was ich nach der Badminton-Zeit mache, weiß ich noch nicht, aber zunächst möchte ich fleißig trainieren und versuchen, in die Weltspitze zu gelangen.

Was für Ziele haben Sie mit dem BCH?

Wir wollen dieses Jahr mit beiden Teams den Aufstieg schaffen. Ich spiele standesgemäß im Oberliga-Team, aber werde ab und zu mal in der Regionalliga aushelfen.

Was sind Ihre Hobbys abseits des Badminton?

So viel Zeit bleibt da gar nicht (lacht). Ich spiele gerne mal Tennis oder Volleyball nebenbei, um eine Abwechslung zu bekommen.

 

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