VfL Gladbeck ringt dank Kintrup Gummersbach nieder

Der VfL Gladbeck hat in der 3. Handball-Liga seine Negativserie beendet. Beim VfL Gummersbach II gewannen die Rot-Weißen mit 27:24 (12:16). Erfolgreichster Schütze der Gäste war Michael Kintrup, den die Gladbecker unter der Woche heimlich, still und leise aus Balingen zurückgeholt haben.

Gummersbach/Gladbeck..  In der Eugen-Haas-Sporthalle in Gummersbach löste sich bei den Drittliga-Handballern des VfL eine Sekunde vor dem Ende der ganze aufgestaute Frust der vergangenen Wochen. Linksaußen Don Singh Toor hatte gerade den Treffer zum 27:24 für Gladbeck erzielt, der Rest war Jubel pur. Mit dem Erfolg meldeten sich die Rot-Weißen im Abstiegskampf zurück. Erfolgreichster Akteur bei den Gästen war Michael Kintrup, er erzielte acht Treffer.

Kintrup? Ja, Kintrup! Die wenigen nach Gummersbach mitgereisten Gladbecker Fans trauten vor dem Beginn der Partie erst einmal ihren Augen nicht, als sie den groß gewachsenen blonden Spieler im VfL-Trikot beim Aufwärmen sahen. Kintrup hatte schließlich die Rot-Weißen am Ende der vergangenen Saison in Richtung Balingen verlassen hatte. Weil der Halbrechte beim abstiegsbedrohten Erstligisten aus Schwaben aber nicht Fuß fassen konnte, lotsten ihn VfL-Chef Siegbert Busch und Trainer Holger Krimphove in einer Nacht- und Nebel-Aktion zurück nach Gladbeck. „Die WAZ hat doch am vergangenen Montag einen Spieler für den rechten Rückraum gefordert“, so Busch vor der Begegnung mit Gummersbach.

Kintrup hat, wie erst am Sonntag bekannt wurde, seinen Vertrag mit Balingen zu Beginn der vergangenen Woche aufgelöst und wird erst einmal bis zum Ende der Meisterschaftsrunde wieder das rot-weiße Trikot tragen. „Ich bin VfL-er“, so der Rückraumrechte, der, um dem Team im Kampf um den Klassenerhalt zu helfen, sogar das Angebot eines Zweitligisten aus dem Süden ausgeschlagen hat.

Zunächst sah es nicht nach einem Erfolg für die Gladbecker aus. Schon nach acht Minuten sah sich Trainer Krimphove gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Gummersbach lag zu diesem Zeitpunkt mit 6:1 in Führung. In der Folgezeit kämpften sich die Gäste heran. In der 49. Minute glückte Max Krönung der Treffer zum 21:21-Ausgleich. Die Partie war nun wieder offen. Für die Entscheidung sorgten schließlich Singh Toor, Krönung und Kintrup, die innerhalb von 120 Sekunden einen Vorsprung von drei Toren für Gladbeck herausschossen. Es stand 26:23 für die Rothemden, damit war der Vergleich dreieinhalb Minuten vor dem Ende vorentschieden.

Holger Krimphove, der Trainer des VfL Gladbeck, bekannte nach Spielschluss „erleichtert zu sein“. Für sein Team fand er lobende Worte: „Es hat nie aufgesteckt, auch nicht, als Gummersbach mit fünf Toren geführt hat.“ Die Mannschaft habe sich zu Beginn gegen die 4:2-Deckung des Gegners nicht gut bewegt. Sie habe sich jedoch gesteigert und letztlich auch verdient gewonnen: „Wer in der zweiten Halbzeit nur acht Gegentore bekommt, der hat verdient gewonnen.“ Der VfL-Coach weiter: „Das war aber nur der Anfang. Und deshalb werden wir am Montag auch nicht frei machen, sondern uns sofort auf die Partie gegen Ferndorf vorbereiten.“

 
 

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