Langer Weg zum Klassenerhalt

Bereits vier Siege für Simon Kokoschka und Adler Ellinghorst.
Bereits vier Siege für Simon Kokoschka und Adler Ellinghorst.
Foto: Michael Korte
Kreisliga A: „Wir galten zurecht als Abstiegskandidat Nummer eins“, sagt Adler-Co-Trainer Kokoschka. Doch die Mannschaft hat sich entwickelt.

Hoffnungsloser Abstiegskandidat? Von wegen! Die gescholtenen Adler aus Ellinghorst wehren sich mit Händen und Füßen gegen den drohenden Abstieg. Bereits vier Siege konnte die Elf von Juan Perez und Simon Kokoschka einfahren. Nach dem Derbysieg über Wacker Gladbeck am Sonntag sprach WAZ-Mitarbeiter Steffen Bender mit Adler-Co-Trainer Simon Kokoschka über den bisherigen Saisonverlauf, die vielen Kritiker und das Ziel „Klassenerhalt“.

Herr Kokoschka, am vergangenen Sonntag zitterten Sie bis zur letzten Sekunde, konnten dann aber einen knappen 1:0 Sieg feiern. Wie geht es Ihnen heute, wenn Sie an die letzten 90 Minuten denken?

Es war sehr nervenaufreibend. Wir haben viele Chancen liegen lassen, so war es lange Zeit ein Spiel auf Messers Schneide. Wacker wurde auch immer stärker. Mittlerweile sind die Gedanken aber nur noch positiv.

Vor der Saison galten sie als Abstiegskandidat Nummer eins. Nun stehen Sie vor den Konkurrenten von Wacker Gladbeck, Rentfort II und FC Gladbeck. Was entgegnen Sie nach dem zwölften Spieltag Ihren Kritikern?

Dass wir als Abstiegskandidat feststehen ist allen bewusst. Das war nach den ersten Spieltagen auch gerechtfertigt. Die Mannschaft ist sehr jung. Meine Spieler haben es mittlerweile verstanden, worauf es ankommt in der Liga.

Sie haben die Niederlagen zu Saisonbeginn angesprochen. Haben Sie nicht spätestens nach dem 0:10 gegen SG Preußen ans Aufgaben gedacht?

Juan Perez und ich haben nie daran gedacht aufzugeben. Wir waren auch überrascht, als wir vor der Saison die Aufgabe bekamen mit einer – und das war sie zu diesem Zeitpunkt – Kreisliga C-Mannschaft in der A-Liga anzutreten. Wie sollte das funktionieren? Wir merkten jedoch schnell, dass das klappen kann. Auch wenn wir uns heute noch manchmal ärgern. Juan und ich sind viel zu Fußballbegeistert, um die Mannschaft alleine zu lassen.

Ihre Mannschaft konnte bisher vor allem gegen Mannschaften aus dem grauen Mittelfeld punkten. Ihnen fehlt noch ein Sieg gegen die Favoriten. Wird an dieser Stelle der Qualitätsunterschied deutlich?

Lassen wir die Partie gegen Preußen einmal außen vor, hatten wir den ein oder anderen Favoriten am Rande einer Niederlage. In den Spielen gegen Beckhausen oder Horst 08 II haben wir überzeugt, wenngleich wir eiskalt bestraft wurden. Die nächsten Aufgaben werden schwer genug. Gegen Rentfort oder Zweckel II werden wir die Chance bekommen, eine kleine Sensation zu schaffen. Letztlich ist es mir jedoch egal, gegen wen wir unsere Punkte holen. Hauptsache ist, dass wir diese regelmäßig einfahren.

Im Moment ist Adler Ellinghorst im Tableau auf Rang 13 zu finden. Der Trend zeigt nach oben. Woran wird in den nächsten Einheiten zu arbeiten sein?

Wir müssen natürlich in unserem Defensivverhalten zulegen. Es hat lange gedauert, ehe jeder Einzelne von uns seine Position gefunden hat. Der Findungsprozess ging leider nicht so schnell, wenngleich wir uns jetzt als eine richtige Einheit auf dem Platz präsentieren. Es gilt nun hinten sicherer zu stehen und auch vorne konsequenter zu werden. Wir lassen zu viele Chancen liegen. Das hat man auch im Derby gegen Wacker Gladbeck gesehen.

Sie haben vorhin schon die nächste Aufgabe angesprochen. Am kommenden Sonntag ist Rentfort zu Gast im Kröger Park. Zeit für eine Kampfansage?

Nein, das wäre ja vermessen. Eine Kampfansage gibt es nicht. Für so ein Spiel brauche ich meine Jungs nicht großartig zu motivieren. Eine gesunde Rivalität ist da, und so sollte es auch sein. Wir haben Rentforter in unseren Reihen und Rentfort hat alte Adleraner in der Mannschaft. Gegen Rentforts Erste wäre ein Sieg eine Überraschung. Gegen die Reserve ist es fast schon Pflicht zu punkten. Die Brisanz wird in beiden Partien auf jeden Fall da sein.

Wo wird Ellinghorst am Ende der Saison stehen? Packen Sie den Klassenerhalt?

Davon bin ich felsenfest überzeugt. Wenn wir uns in den wichtigen Spielen so weiter präsentieren, werden wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben und vorzeitig den Klassenerhalt feiern können. Doch das ist ein langer Weg.

 

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