Eine Meisterleistung

Den Eurocup gewann in diesem Jahr der 1. FC Köln. Hier ein Bild aus der Vorrunde aus der Partie RW Essen gegen Grasshoppers United (Braunschweig, rot).
Den Eurocup gewann in diesem Jahr der 1. FC Köln. Hier ein Bild aus der Vorrunde aus der Partie RW Essen gegen Grasshoppers United (Braunschweig, rot).
Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck. Es ist ein Hallenspektakel, das mit den größten Turnieren in ganz Deutschland mithalten kann. Und über die Jahre hinweg hat sich der Eurocup für die F-Jugenden – der im Rahmen des Hans-Koschei Gedächtnisturniers stattfindet – in der ganzen Republik und darüber hinaus einen Namen gemacht.

Dass das Turnier populär ist, beweist schon das Teilnehmerfeld. Kein Weg ist zu lang für die Berliner Klubs aus Zehlendorf und der Tennis Borussia. Der 1.FC Kaiserslautern trat ebenfalls die Reise an, wie auch die Grasshoppers aus Braunschweig, um nur einige der Teilnehmer zu nennen.

Gegen neun Uhr schallt der erste Pfiff durch die Halle am Kortenkamp. Einen langen Fußballtag eröffnet die Partie FC Gladbeck gegen Grashoppers United aus Braunschweig. 1:4 heißt es am Ende aus Sicht der Gastgeber.

Für die Stimmung in der Halle ist gesorgt. Auf den Tribünen gibt es fast keine freien Sitzplätze mehr. Fahnen des Klubs vom Betzenberg, Schals aus der NRW-Landeshauptstadt und Trikots der Frankfurter Eintracht bestimmen die Kulisse auf den Rängen. Und laut ist es: Nach jedem Tor – egal für wen – wird gejubelt, gefeiert und sich gefreut.

„Die Geräuschkulisse in dieser Halle ist einzigartig“, sagt Sirko Dahlmann, Trainer der Grasshoppers aus Braunschweig. Für den lauten Pegel sorgt er allerdings auch mit seiner Mannschaft höchstpersönlich: Mit einem knappen und mehr als überraschenden 1:0 gegen die Spieler des 1. FC Kaiserslautern. Die Halle steht Kopf und auch der Trainer selber kann den beachtlichen Erfolg kaum fassen.

„Wir sind totaler Underdog, eigentlich eine kleine Dorfmannschaft aus Braunschweig und sind jetzt schon qualifiziert“, freut sich der Coach.

Gastgeber Gladbeck scheidet früh aus

„Das ist natürlich ein langer Tag für alle, aber ich bin froh, dass die Eltern den Quatsch mitmachen“, grinst er und sagt weiter: „Wir nutzen solche Turniere, um die Spieler fit zu machen. Hier wird ganz anders gespielt als bei uns. Besonders die Härte ist anders. Wir sind jetzt zum ersten Mal im Westen und das ist echt Großartig hier“, so Dahlmann.

Untergekommen sind Eltern und Kinder in der Jugendherberge in Dorsten. Das ist nicht nur preiswert, sondern hat auch noch andere positive Effekte: „Wir sind dann abends auch zusammen. Eine richtig enge Gemeinschaft sind wir durch solche Aufenthalte geworden. Die Kinder wollen das auch so und haben einen riesen Spaß“, berichtet der Braunschweiger.

Zurück zum Geschehen: Hier kämpfen die Gladbecker nun um ihre Punkte. Kein leichtes Unterfangen und auch im diesem Jahr kein glückliches. Bereits in der Vorrunde scheiden die Kicker aus dem Gladbecker Süden aus.

Das Rahmenprogramm zeigt, wie aufwendig das Turnier für die Gastgeber ist. Ein riesiges Brötchen- und Kuchenbuffet gibt es, Pommes und alles, was das Herz begehrt.

Köln schnappt sich am Ende Platz eins

Dazu eine riesige Tombola mit großen Preisen. „Nach dem Turnier ist vor dem Turnier“, erklärt Birgit Butowski, Jugendleiterin des FC Gladbeck. „Wir hatten schon alle Mannschaften aus der Bundesliga und der Umgebung hier. Außer den Bayern und Mönchengladbach waren schon alle Bundesligisten da“, resümiert die Gladbeckerin, die auch weiß: „Unsere Gäste kommen gerne hierhin: Direkt nach dem Turnier werden Gespräche für das nächste Jahr geführt.“

Und natürlich sind die Beteiligten rund um Butowski stolz auf ihr Turnier. „Die Halle ist voll, alle sind gekommen. Es ist ein Traditionsturnier für die Stadt“, sagt die Jugendleiterin. Das findet auch die Gladbecker Politik: „Das ist eine Meisterleistung hier und es ist auch für uns interessant, wie es hinter den Kulissen aussieht“, erklärt Dieter Keßler, Abteilungsleiter Sport vom Amt für Sport, Schule und Integration. Und auch Amtsleiter Klaus-Dieter Bugdoll ist begeistert: „Das ist ein großes Sportereignis mit überregionaler Strahlkraft. Lob an alle Organisatoren.“

Gegen 18 Uhr geht dann ein langer Fußballtag zu Ende. Der 1. FC Köln setzt sich im Finale gegen die Lokalmatadoren vom MSV Duisburg durch (1:0). Eine Überraschung, denn in der Gruppenphase spielte sich noch kein Favorit heraus. Im kleinen Finale kam es zur Neuauflage des Gruppenspiels zwischen den Grashoppers und Kaiserslautern. Diesmal behielten die roten Teufel die Oberhand und gewannen mit 1:0. Den fünften Rang belegte die Eintracht aus Frankfurt, vor den belgischen Gästen aus Mechelen.

„Wie immer war das Turnier ein Erfolg und natürlich freuen wir uns schon auf das nächste Jahr“, blickt Organisatorin Butowski voraus.

 
 

EURE FAVORITEN