Die DJK Alemannia Gladbeck ist Geschichte

Foto: Ruhrkontrast
Der erst fünf Jahre alte Verein zieht seine Seniorenmannschaft zurück, die anderen Teams kommen bei anderen Vereinen unter. Das Aus war eigentlich für Ende des Jahres vorgesehen.

Schluss, Aus, Vorbei – das Kapitel DJK Alemannia Gladbeck ist beendet. Die erste Mannschaft der DJK ist seit Montagabend abgemeldet, der Verein informierte Fußballverband und alle Beteiligten über diesen Schritt.

Viereinhalb Jahre nach der Gründung des Vereins ist er schon wieder Geschichte: Am 18. Februar 2010 gründete sich die Alemannia aus dem Erbe von Germania Gladbeck und ursprünglich sollte das Ende am 31. Dezember in diesem Jahr kommen. Dass auf dem Fußballplatz der DJK fortan sich der benachbarte Baumarkt vergrößern wird, ist schon lange bekannt (die WAZ berichtete).

Eine Frage bleibt jedoch: Warum meldete die Alemannia überhaupt eine Mannschaft an, wohlwissend dass nach diesem Jahr Feierabend am Krusenkamp ist? Und warum hat man jene Mannschaft nun nicht bis zur Winterpause aufrechterhalten können?

Der sportlicher Leiter der Alemannia, Ralf Wanka, gibt Antworten: „Anfangs hatte ich gar keine Mannschaft gemeldet“, blickt Wanka zurück. „Nach einem Gespräch mit Staffelleiter Gerd Eschenröder habe ich dann aber doch ein Team gemeldet.“ Dass dieses kein Kreisliga-B-Format hat, war ligaweit bekannt, doch der letzte Sonntag hat bei Wanka und den Spielern gleichermaßen das Fass zum Überlaufen gebracht: Mit zehn Akteuren trat die DJK gegen BV Horst-Süd an und verlor mit 2:9. „Wir wurden auch im Stich gelassen. Danach haben wir gesagt, jetzt ist Feierabend.“

Wie schmerzlich dieser Schritt für Ralf Wanka ist, ist ein offenes Geheimnis: „Auch wenn es nur eine Frage der Zeit war, tut das schon weh. Ich war nahezu täglich am Platz“, erklärt der sportliche Leiter, der seine Jungs schon in der letzten Woche nicht mehr für die Hallenstadtmeisterschaften im Januar 2015 anmeldete. „Es wusste auch keiner, wo wir trainieren, welche Spieler bleiben. Die Situation ist und war immer schwierig.“ Wie es weiter gehen sollte, war am Ende auch eine finanzielle Frage, die niemand beantworten konnte.

Nun macht die Alemannia die Schotten dicht, das Vereinsgut aus Kabine und Vereinsheim werden gerade eingepackt. Doch was passiert mit Trikots, Pokalen, Bällen und Medaillen? „Darüber haben wir uns noch gar keine Gedanken gemacht und alleine entscheiden kann ich dies auch nicht.“ Wanka plädiert jedoch dafür, dass zumindest die Trikots schon bald einen neuen Träger finden werden. „Diese für den guten Zweck zu spenden wäre eine hervorragende Idee.“

Ralf Wanka – die treue Seele der DJK – wird sich nun jedoch erst einmal zurückziehen. Ein Kampf gegen Windmühlen prägte seine Zeit im Vorstand. „Ich kann nicht so tun als wäre nichts passiert“, so Wanka. „Ich war immer mit vollem Einsatz dabei und habe viel Energie in den Verein gesteckt.“

 
 

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