Cool, cooler, Wlazik

Der dritte VLN-Lauf steht an. BWM-Pilot Philipp Wlazik will nach zwei erfolglosen Anläufenaufs Podium - auch wenn Teamchef Uwe Alzen aus gesundheitlichen Gründen passen muss.
Der dritte VLN-Lauf steht an. BWM-Pilot Philipp Wlazik will nach zwei erfolglosen Anläufenaufs Podium - auch wenn Teamchef Uwe Alzen aus gesundheitlichen Gründen passen muss.
Foto: privat
Vor dem dritten Lauf der VLN-Langstreckenserie am Nürburgring erläutert BMW-Pilot Philipp Wlazik die Probleme mit großer Hitze - und wie man den Ausfall Uwe Alzens kompensieren will.

Gladbeck. Die Zeit des Wartens hat sehr bald ein Ende. Nach fast zwei Monaten Pause fällt am kommenden Wochenende die Startflagge für die 44. „Adenauer ADAC Simfy Trophy“, dem dritten Lauf der diesjährigen VLN-Langstreckenserie am Nürburgring. Der Gladbecker Pilot Philipp Wlazik, der für das Team „H&R Spezialfedern“ mit Uwe Alzen als Chef startet, peilt im dritten Anlauf den heiß ersehnten ersten Podiumsplatz der Saison an.

Das allerdings könnte sich unter den gegebenen Umständen als schwieriger herausstellen, als es in dem mit absoluten Top-Piloten besetzten VLN-Fahrerfeld sowieso schon ist. Zum einen müssen der 26-jährige Wlazik und sein Teamkollege Alexandros Margaritis auf ihren Chef am Steuer verzichten. Infolge eines operativen Eingriffs wird Uwe Alzen selbst nicht pilotieren können - was den Gladbecker jedoch nicht allzu sehr zu beunruhigen scheint. „In seinem Stint ist jeder Fahrer eh auf sich allein gestellt“, begründet Wlazik seine Unbesorgtheit, „außerdem wird Uwe als Teamchef in der Box stehen und uns die nötige Sicherheit vermitteln". Alzens Ersatzmann - Niclas Kentenich - ist dabei kein Unbekannter. „Niclas und ich kennen uns schon aus gemeinsamen Zeiten im Porsche Carrera-Cup“, weiß Wlazik zu berichten, zudem kam der gebürtige Neusser bereits in der Vorsaison zweimal als Ersatzpilot zum Einsatz. Auch der BMW Z4 GT3, seit dieser Saison das neue Gefährt der Alzen-Bande, ist Kentenich nicht fremd: Bei den ADAC GT Masters ging er unlängst mit eben diesem Auto an den Start.

Wlazik bewahrt einen kühlen Kopf

Auch der Umstand, dass Wlazik selbst sich zwar körperlich in Topform befindet, aber seit dem jüngsten Rennlauf Ende April nicht mehr im Cockpit gesessen hat, kann ihn nicht aus der Ruhe bringen: „Das sollte kein Nachteil sein.“ Und selbst bei eventueller großer Hitze bliebe der Gladbecker cool - auch wenn das für seine Kapriolen bekannte Eifelwetter den Voraussagen nach am kommenden Wochenende gnädig ausfallen soll. „Bei Außentemperaturen von über 30 Grad Celsius können im Cockpit ganz schnell um die 60 Grad entstehen. Was gerade bei einem vierstündigen Rennen brutal sein kann. Man muss sich das so vorstellen, als ziehe man sich einen Overall über, einen Helm auf und setzt sich aufs Ergometer, Puls auf 140. Und das ganze in der Sauna.“ Keine verlockende Vorstellung.

Das ist auch der Grund, warum Wlazik, dessen Körper an solchen Renntagen nach sechs bis sieben Litern Wasser lechzt, für die Kollegen in der „Königsklasse“ auch nur ein müdes Lächeln übrig hat, wenn diese das feuchtheiße Wetter in, sagen wir, Malaysia beanstanden: „Ich finde es lustig, wie sich Formel 1-Piloten über hohe Temperaturen beschweren.“ Zwar seien sie höheren G-Kräften ausgesetzt. Aber: „In einem Einsitzer wehen einem maximal 40 Grad um den Kopf!“

 
 

EURE FAVORITEN