Zwei Könige von Europa

Julian Hellmich (li.) und Pierre Nowitzki mit dem EM-Pokal.
Julian Hellmich (li.) und Pierre Nowitzki mit dem EM-Pokal.
Foto: RUB

Gelsenkirchen..  Als Julian Hellmich und Pierre Nowitzki vor acht Tagen in den Flieger nach Kroatien stiegen, wussten sie gar nicht so recht, was sie erwartet. Jetzt wissen sie es: der größte Erfolg ihrer Fußballerlaufbahn. Beide Gelsenkirchener Westfalenligaspieler, Hellmich spielt für den SC Hassel, Nowitzki beim SV Horst 08, sind auf dem Rückflug jetzt Europameister.

Bei den „Eusa-Games“, der Hochschul-Europameisterschaft, haben sie mit dem Team der Ruhr-Universität Bochum im Finale am Dienstag die Auswahl aus Russland (Kuban State University) im Elfmeterschießen besiegt. Auch die Spiele im Viertelfinale gegen die Türkei und im Halbfinale gegen Frankreich gewann Deutschland im Elfmeterschießen. „Das können wir Deutschen eben noch immer am besten“, sagt Pierre Nowitzki und lacht.

Nowitzki und Hellmich sind Sportwissenschafts-Studenten, gut befreundet und haben sich deshalb in Kroatien auch das Zimmer geteilt. Das Privileg, die Nacht mit dem EM-Pokal zu verbringen, war aber Mannschaftskapitän Christian Mengert vorbehalten. „Das gehört sich so“, sagt Pierre Nowitzki, dessen Stimme am Mittwochmittag noch ziemlich rau klingt. Klar: ein großer Erfolg musste auch groß gefeiert werden. Sowohl der Horster als auch der Hasseler Mittelfeldspieler konnten ihr Glück am Tag nach dem Finale noch gar nicht so richtig fassen. Ja, sie sind es wirklich: Europameister.

Nach dem 7:0-Sieg gegen Finnland und der 0:3-Niederlage gegen Russland in der Vorrunde folgten die drei K.o.-Spiele, die die deutsche Mannschaft für sich im Elfmeterschießen entschied.

Team Russland spielte in College-Liga

Die Russen gingen aber nicht nur aufgrund des Vorrundensiegs als Favorit ins Spiel – nein, das Team trainiert konstant drei Mal pro Woche und spielt, anders als die Bochumer, in einer eigenen Liga. Außerdem seien die Russen nicht gerade die Sympathieträger des Hochschul-Turniers gewesen. „Die haben nicht gelacht, sich nicht mit den anderen Teams unterhalten, die Tage hier in Kroatien gar nicht genossen. Die waren nur aufs Sportliche fokussiert“, sagt Pierre Nowitzki, der im Finale als Rechtsverteidiger auflief. Deshalb hätten die 800 Zuschauer im Finale ausschließlich die deutsche Auswahl angefeuert. Nach dem Sieg gab es vor der Haupttribüne sogar eine La-Ola-Welle.

Das 0:0 nach 120 Minuten war hart erkämpft, Pascal Beifuß und Tim Seidel hatten die Rote Karte gesehen, die Ruhr-Uni spielte in den letzten Minuten also nur noch zu neunt. Julian Hellmich kam im Finale gar nicht zum Einsatz, hatte aber zuvor alle Spiele absolviert. Im Endspiel setzte Trainer Adam Frytz aber auf eine defensivere Variante. „Der Trainer wollte mich in der Verlängerung einwechseln, da aber das Elfmeterschießen nicht unbedingt mein Ding ist, habe ich ihm geraten, einen anderen Spieler einzuwechseln“, sagt Hellmich.

Überwältigt sind beide Gelsenkirchener aber nicht nur, weil sie jetzt Europameister sind. Beeindruckt hat sie mindestens genauso, dass das Team Bochum nicht nur von Teamgeist gesprochen hat, sondern diesen auch gelebt hat. „Vom Hinflug bis zum Rückflug ist einfach etwas Großartiges entstanden“, sagt Pierre Nowitzki. In der Tat.

 
 

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