Wenn es um mehr als um Fußball geht

Seid ihr alle da? Gruppenbild mit den Schüler der Gesamtschule Berger Feld und ihren Gästen aus Dänemark beim Fußballturnier.
Seid ihr alle da? Gruppenbild mit den Schüler der Gesamtschule Berger Feld und ihren Gästen aus Dänemark beim Fußballturnier.
Foto: Foto: Martin Möller / Funke Fot
Die Gesamtschule Berger Feld und das dänische Sportinternat Sportsefterskolen arbeiten seit Jahren zusammen. Gerade sind die Dänen zu Besuch In Gelsenkirchen und es geht dabei um mehr als um Fußball.

Gelsenkirchen.  „Tor für uns“, merkt Jens Nissen an und lacht. Der 42-Jährige ist Schulleiter der dänischen Sportsefterskolen, einem Sportinternat. In dieser Woche ist er mit seinen Schülern bei der Gesamtschule Berger Feld zu Gast. Die Kooperation läuft seit nunmehr vier Jahren, einmal pro Jahr steht ein gegenseitiger Besuch an.

Diesmal gab es zum ersten Mal ein Fußballturnier. Sowohl Nissen, als auch Sebastian Meier, einer der beiden Fußballkoordinatoren der Gesamtschule Berger Feld, durften dabei einige Tore ihrer Schulteams sehen. Bei dem Besuch geht es aber nicht nur um Fußball: „Es ist ein Mix aus Kultur, Sprache und Sport“, betont Nissen.

Am Montag waren er und seine Schüler in Köln, haben sich die Domstadt angeguckt. Für Jens Nissen ist das wichtig. „Viele Kinder fragen sich, warum sie überhaupt Deutsch lernen müssen. Hier können sie das Gelernte anwenden, einige versuchen sogar, ein bisschen zu reden“, erzählt er.

Die Zusammenarbeit klappt super

Leicht ist die deutsche Sprache ja bekanntlich nicht. Umso leichter fällt aber mittlerweile die Zusammenarbeit zwischen den beiden Schulen. „Die wird von Jahr zu Jahr besser“, sagt Sebastian Meier. Er und Jens Nissen kennen sich nun seit vier Jahren. Nissen war 2012 als Trainer bei der U17 des FC Schalke 04 zu Gast und hörte von der DFB-Eliteschule Berger Feld. „Das fand ich sehr interessant“, erzählt Nissen. Per E-Mail kam der Kontakt zu Sebastian Meier dann zustande, „die Zusammenarbeit hat vom ersten Tag an super geklappt. Mittlerweile sind wir Freunde geworden.“

Die Beziehung zwischen der Gesamtschule Berger Feld und der Sportsefterskolen hat sich rasant entwickelt, ein gegenseitiger Besuch pro Jahr ist die Regel. Nicht ganz unwichtig ist dabei auch die Kooperation mit dem FC Schalke 04. „Wenn ich heute Tomasz Waldoch anrufen und ihm sagen würde, dass in drei Wochen die Sportsefterskolen kommt, wüsste er sofort, was zu tun ist. Er stellt dann immer ein super Trainingsprogramm zusammen“, erzählt Sebastian Meier.

Der ehemalige Schalker Bundesliga-Spieler leitet einige Trainingseinheiten der dänischen Schüler, Jens Nissen ist von Waldoch begeistert: „Er ist so engagiert, ein super Typ“, sagt er. Neben Waldoch leitet auch Willi Landgraf einige Einheiten, „er kommt bei den Schülern sehr gut an“, erzählt Nissen. Und auch Jens Nissen selbst, der ebenfalls Fußballtrainer ist, profitiert von der Kooperation. „Ich kann mich mit Tomasz Waldoch und den anderen austauschen“, sagt er.

Die Woche, in der die Sportsefterskolen an der Gesamtschule Berger Feld zu Gast ist, oder eben umgekehrt, „ist immer ein Highlight“, erzählt Jens Nissen. Auch für Sebastian Meier sind der Empfang der Gäste und die Reisen nach Dänemark immer „etwas Besonderes, ein tolles Erlebnis.“

Und auch wenn das Hauptaugenmerk der gegenseitigen Besuche auf dem Sport liegt, schränken Nissen und Meier bei dem Wort „Trainingslager“ ein: „Der Begriff Trainingslager hört sich sehr trocken an. Wir machen ja viel mehr“, erzählt Jens Nissen, und Sebastian Meier ergänzt: „Wir haben da etwas sehr Gutes auf die Beine gestellt. Wichtig ist jetzt, dass wir dieses Projekt kontinuierlich weiterführen, es in Zukunft noch ausweiten und auch andere Sportarten zugänglich machen.“

In der Gegenwart zählt dann aber doch zunächst das Fußballturnier. Der Stürmer der Gesamtschule Berger Feld trifft die Latte, Nissen lächelt verschmitzt: „Es ist nicht wichtig, wer dieses Turnier gewinnt. Aber wenn wir gewinnen, habe ich heute beim Abendessen mehr Spaß.“

 
 

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