Thomas Kania ist nicht zu beneiden

Niedergeschlagen und enttäuscht – so wie Dominik Flott sah man oft Spieler der DJK TuS Rotthausen in der Hinrunde.
Niedergeschlagen und enttäuscht – so wie Dominik Flott sah man oft Spieler der DJK TuS Rotthausen in der Hinrunde.
Foto: WAZ
Der Trainer der DJK TuS Rotthausen hat die schwierige Aufgabe, sein Team vor dem Abstieg zu bewahren. Der Vorjahresdritte überwinterte an 16. und damit vorletzter Stelle der Tabelle und liegt sieben Punkte hinter dem rettenden Ufer. Am kommenden Sonntag rollt in der Staffel 10 der Fußball-Bezirksliga wieder das runde Leder.

Rotthausen..  Am kommenden Sonntag rollt in der Staffel 10 der Fußball-Bezirksliga wieder das runde Leder. Drei Wochen vor den fünf anderen überkreislich spielenden Amateur-Mannschaften aus Gelsenkirchen wird es für die beiden Rotthauser Klubs somit wieder ernst. Während der SSV/FCA als Tabellenfünfter in ruhigem Gewässer herumschippert, befindet sich die DJK TuS in schwerer Seenot. Der Vorjahresdritte überwinterte an 16. und damit vorletzter Stelle der Tabelle und liegt sieben Punkte hinter dem rettenden Ufer. Vor dem Jahresauftakt zu Hause gegen die Polizei SV Bochum äußert sich Trainer Thomas Kania zur Situation seines Klubs.

Herr Kania, wie ist es zu erklären, dass Ihre Mannschaft in dieser Saison bislang deutlich schlechter abgeschnitten hat als in der vergangenen?

Kania: Wir sind schlecht in die Saison gestartet und sind dann in einen Negativlauf geraten. Den Verlust von Adam Targonski und einigen anderen haben wir durch unsere jungen Zugänge bisher leider nicht kompensieren können. Dass die jungen Spieler eine gewisse Anlaufzeit benötigen, war uns klar, aber mit diesem negativen Flow hatten wir dennoch nicht gerechnet.

Was war noch anders als im Jahr davor?

Wir haben in dieser Saison noch nicht zweimal hintereinander mit derselben Start-Formation antreten können. Ganz im Gegensatz zu unserer sehr guten Hinrunde in der Saison 2013/14, als man uns als Neuling außerdem noch nicht überall auf der Rechnung hatte.

Wie groß ist die Hoffnung, dass die DJK TuS noch den Abstieg vermeiden kann?

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, auch bei uns. Wir haben Adam Targonski überreden können, aufgrund der prekären Situation wieder einzusteigen. Eigentlich wollte er nicht nur ein halbes, sondern ein ganzes Jahr Pause machen. Und auch Tobias Klein haben wir von seinem Altenteil zurückgeholt. Er spielte zuletzt für unsere Alten Herren.

Was versprechen Sie sich von diesen beiden reaktivierten Spielern?

Wir wollen uns nicht vorwerfen lassen, alles ausgeschöpft zu haben, was sich in unserem Portfolio befindet. Adam Targonski und Tobias Klein können tragende Säulen der Mannschaft sein. Sie sind keine fremden Leute, die sich erst noch einfinden müssen. Sie kennen die Mannschaft, und die Mannschaft kennt sie. Von Adam Targonski und Tobias Klein verspreche ich mir vor allem mehr Stabilität. In der Vorbereitung auf die Rückrunde lief es recht gut mit ihnen. Ich hoffe, dass sie uns weiterhelfen, die nötigen Punkte zu holen. Ein Garant dafür, dass wir uns noch retten, sind sie natürlich nicht.

Was halten Sie von der Fußball-Weisheit, dass das zweite Jahr nach einem Aufstieg das schwerste sein soll?

Wir haben nach dem dritten Platz im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg stets darauf hingewiesen, dass aufgrund personeller Veränderungen ein ganz schweres Brett auf uns wartet. Wir wussten von Anfang an um die Schwere der Aufgabe, aber wir sind nach wie vor guten Mutes, dass wir nicht absteigen müssen.

2012 ist die DJK TuS schon einmal im zweiten Jahr nach einem Aufstieg aus der Bezirksliga wieder abgestiegen. Zufall, dass es diesmal wieder passieren könnte?

Wenn man in der Lage ist, sich nach dem ersten Jahr zu verstärken, fällt manches einfacher. Aber dann bewegt man sich im monetären Bereich. Wir sind bei der DJK TuS Rotthausen noch nie den Weg des Geldes gegangen. Ich arbeite gerne mit jungen Spielern zusammen, aber sie sind aufgrund mangelnder Erfahrung natürlich nicht in der Lage, die alten zu ersetzen. Wir werden diesen Weg trotzdem auch künftig gehen, wenn der Vorstand mir weiterhin das Vertrauen als Trainer schenken sollte.

Was muss passieren, um in dieser Saison doch noch die Kurve zum Klassenerhalt zu kriegen?

Wir müssen von Anfang an die nötigen Punkte holen. Die ersten vier Spieltage sind richtungsweisend: gegen Polizei SV Bochum, beim SC Weitmar 45, gegen SW Eppendorf und beim TuS Stockum. Danach zeichnet sich vielleicht schon ab, wohin unser Weg führen wird. Wichtig ist halt, gut in die Rückrunde reinzukommen.

Nach dem letzten Abstieg vor drei Jahren sind Mannschaft und Trainer weitgehend zusammengeblieben und haben den sofortigen Wiederaufstieg geschafft. Wäre so etwas im Falle eines Falles auch diesmal denkbar?

Den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen, ist nach der Spielklassenreform deutlich schwerer geworden. Man hat es in der vergangenen Saison gesehen, dass es für die Spvgg Erle 19 nicht zum Aufstieg gereicht hat, obwohl sie Meister in der Kreisliga A, Staffel 2, geworden ist. Aber so weit nach vorne schaue ich noch nicht. Ich kann ja zum jetzigen Zeitpunkt nicht einmal sagen, ob mir der Vorstand nach einem möglichen Abstieg erneut zutraut, die Mannschaft in der Kreisliga A zu trainieren.

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