Superschnell

Das Rennen der 18. City-Nacht von Beckhausen. Foto: Heinrich Jung
Das Rennen der 18. City-Nacht von Beckhausen. Foto: Heinrich Jung
Foto: WAZFotoPool

Beckhausen.. Wenn man bei einem Radrennen am Straßenrand steht und das Fahrerfeld an einem vorbeirauscht, sollte man lose Zettel nicht in der Hand halten – sie könnten wegfliegen. Diese Erfahrung machte Organisator Michael Zurhausen auch am Abend vor Fronleichnam bei der 18. City-Nacht von Beckhausen – und das bestimmt nicht zum ersten Mal.

Was die Profis für Geschwindigkeiten aus ihren zweirädrigen, superleichten Rennmaschinen herauszaubern, verschlägt einem immer wieder den Atem. Natürlich gehört auch Glück dazu, dass etwa das Wetter wie in fast jedem Jahr mitspielt. Regnete es am Renntag noch mehrere Stunden, so hörte es doch rechtzeitig auf, so dass der zwei Kilometer lange Rundkurs zu Beginn des Traditionsrennens in Beckhausen wieder schön trocken war – und somit ideal für ein superschnelles Rennen mit Spitzengeschwindigkeiten.

Dass Michael Zurhausen und der Rad-Club Olympia Buer ausgezeichnete Gastgeber sind, hat sich in der Radsportszene längst herumgesprochen. Und so nehmen die Sportler auch mehrere Hundert Kilometer Anreise auf sich, um in Beckhausen um den Sieg und um die vielen Sprintprämien zu fahren.

Sei es aus München, Berlin oder New York, das Feld war in diesem Jahr nicht nur quantitativ mit 120 Startern sehr gut besetzt, sondern auch qualitativ. Und es war zudem ein spannendes Rennen. Zu Beginn sah es so aus, als ob zwei Fahrer den Sieg unter sich ausmachen würden. Robert Bengsch aus Berlin und Christian Grasmann fuhren einen Vorsprung heraus, der zwischenzeitig etwa 30 Sekunden betrug. Doch es reichte nicht.

Acht Runden vor Schluss schaffte es Leif Lampater, aus dem Hauptfeld zur Spitzengruppe vorzurücken. Es kamen noch mehr Fahrer hinzu, so dass es wieder ein größeres Feld wurde. Vier Runden vor Schluss war es der Berliner Marcel Kalz, der aus der großen Gruppe herausfuhr und sich einen Vorsprung von etwa zehn Sekunden erarbeitete. Zwar versuchte Sven Krauß, der Beckhausen-Sieger von 2009, noch einmal heranzufahren, doch zum Sieg reichte es nicht mehr.

Kurz vor dem Ziel nach 80 Kilometern drehte sich der 24-jährige Marcel Kalz noch einmal um, zupfte sich das Trikot zurecht und fuhr jubelnd über die Ziellinie. Hinter Sven Krauß kam mit dem 20-jährigen Eric Pidun ein weiterer Fahrer des Berliner Teams KED Bianchi ins Ziel, im Fotofinish vor Leif Lampater.

Auch wenn Robert Bengsch und Christian Grasmann am Ende mit leeren Händen dastanden, waren sie zufrieden. „Wir beide waren wie zwei Dieselmotoren“, sagte Robert Bengsch. Und der Münchener Christian Grasmann im bayerischen Dialekt zu seiner Form nach einer Verletzung: „Das passt scho. Es war aber sehr schwierig. Der Wind und dazu bergauf. Die Abfahrten waren dagegen die reinste Erholung.“ Und das, obwohl er den Super-Sprint mit einer Zeit von 2:26 Minuten für eine Runde gewann und auf der abschüssigen Kampstraße Geschwindigkeiten von 65 km/h erreicht wurden.

„Marcel Kalz hat mir nach dem Rennen seinen Radcomputer gezeigt. Er ist die letzte Runde, als er von Sven Krauß verfolgt wurde, einen Schnitt von 53 km/h gefahren“, sagte Michael Zurhausen nach dem 1:41-Stunden dauernden Rennens mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 48 km/h. Sven Krauß war nicht so ganz zufrieden. „Die Berliner Jungs waren sehr stark. Das Rennen war einfach ein paar Runden zu kurz“, sagte der Zweite der vergangenen beiden Jahre.

 
 

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